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Herzfehler

funktionelle Kategorien

Richtung des Shunts für klinische Präsentation entscheidend. Richtung kann sich nach Narkoseinleitung und bei positiver Druckbeatmung umkehren.

  • obstruktive Vitien
    • führen zur Druckbelastung des betroffenen Ventrikels
  • Regurgitationsvitien
  • Mischzirkulation

Herzfehler

VSD, ASD, AVSD

Ventrikel-, Vorhof- und kombinierte Septum defekt führen zu einem Links-rechts Shunts. Im Verlauf auftreten einer pulmonal arteriellen Hypertonie mit ggf. Flussumkehr (Eisenmengerreaktion). Beim VSD früher und agsepärgter als beim ASD.

Fallot-Tetralogie

Es besteht primär ein Rechts-links Shunt. Häufigstes zyanotisches Vitium.

  1. VSD
  2. Darüber "reitende Aorta"
  3. Rechtsventrikuläre Ausflusstraktobstruktion (ggf. Valvuläre Pulmonalstenose)
  4. Rechtsventrikuläre Hypertrophie

[!caution] CAVE Abfall des SVR (z.B. Narkoseeinleitung) oder Zunahme des PVR (Stress, Schreien etc) kann ein lebensbedrohlicher hypoxämer Anfall ausgelöst werden.

[!important] Keypoints

  1. Volumenstatus ausgeglichen
  2. PVR, Ausflusstraktobstruktion reduzieren
  3. SVR stabil halten
    • Notfall: abdominelle Kompression, Knie-Brust-Position

Duktusabhängige Herzfehler

Bei verschiedenen Herzfehlern ist entweder die systemische oder pulmonale Perfusion vom Ductus arteriosus botalli abhängig. Dieser muss mittels Prostaglandin Infusion offen gehalten werden.

  • Aortenisthmusstenose
  • Transposition der großen Arterien

[!caution] Katecholamine und Sauerstoff tragen nur wenig zur Verbesserung bei! Nur schnelle Intervention hilft:

  • Prostaglandin-E-Infusion
  • Kathterintervention

univentrikuläre Herzen, Glenn- und Fontanezirkulation

[!note] Keypoints

  • Spontanatmung erhalten
  • Vermeidung einer PVR-Erhöhung
  • Narkose-/ OP-Zeit kurz halten
  • CAVE: Antikoagulation bei Regionalanästhesie

anästhesiologisches Management

  • alle Verfahren können prinzipiell angewendet werden

[!note] Merke Der Einfluss auf die Gefäßwiderstände ist entscheidend für das hämodynamische Management. PVR und SVR können medikamentös und über die Beatmung beeinflusst werden.

Erwachsene mit Herzfehlern (EMAH)

Einteilung in 3 Gruppen

  1. Geringste Komplexität
    • Einfache korrigierte wie unkorrigierte Herzfehler wie ASD oder kleiner VSD
    • nur minimale Kreislaufschwankungen unter Allgemeinanästhesie zu erwarten
  2. Korrigierte Herzfehler mit normaler Hämodynamik
    • auf Grund jahrelanger Druck- und Volumenbelastung mit residuellen Läsionen wird eine Narkoseeinleitung und Volumenänderungen nicht gut toleriert.
    • interdisziplinär abgestimtes perioperatives Management
  3. Univentrikuläre Kreislaufsituation
    • Überweisung in EMAH-Zentrum
  4. Zyanose, Eisenmenger-Reaktion, pAH
    • Höchstrisikogruppe --> EMAH-Zentrum