# Pharmakologie

# Medikamente

# wichtige Wechselwirkungen

# Granisetron und Paracetamol

> \[!warning\] Interaktion Hemmt die Wirkung von Paracetamol via pharmakodynamischer Interaktion[^1](https://www.ai-online.info/images/ai-ausgabe/2009/01-2009/2009_1_57-59_Paracetamol%20fuer%20die%20perioperative%20Schmerztherapie%20im%20Kindesalter%20Ende%20einer%20Aera.pdf)

# Sugammadex

\#Medikamente #perioperativ #Muskelrelaxantien

## Wirkung:

- zyklisches Oligosaccharid mit hydrophiler Außenfläche und hydrophobem Innenraum
- bildet Einschlussverbindungen mit organischen apolaren Molekülen
- schließt weitgehend spezifisch Rocuronium und Vecuronium ein

## Dosierung

- Nach tatsächlichem Gewicht
- 2 mg/kg ab TOF 2
- 4 mg/kg ab PTC 4
- 16 mg/kg zur sofortigen Reversion

## Kontraindikationen

- Kinder &lt;2 Jahren (keine Erfahrungen)
- nach Verabreichung anderer Muskelrelaxanzien, da die Möglichkeit besteht, Rocuronium oder Vecuronium aus dem Komplex mit Sugammadex zu verdrängen
- schwere Niereninsuffizienz einschließlich dialysepflichtige Patienten

## UAW

- vorübergehende Geschmacksstörung
- Vagolyse bis hin zur Asystolie bei schneller Injektion

## Interaktionen

- Medikamente, die Rocuronium verdrängen (CAVE Recurarisierung)
    - Flucloxacillin
    - Fuzidinsäure
    - Toremifen (Östrogenrezeptormodulator)
- Medikamente, deren Serumspiegel durch Suggamadex vermindert wird (werden gebunden)
    - Progesteron
    - Östrogen -&gt; möglicherweise verminderte Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva

## Wiederholte Verabreichung von Rocuronium nach Gabe von Sugammadex

### nach 4 mg/kg Sugammadex

<table id="bkmrk-mindestwartezeit-dos"><thead><tr><th>Mindestwartezeit</th><th>Dosis</th></tr></thead><tbody><tr><td>5 Minuten</td><td>1,2 mg/kg Rocuronium</td></tr><tr><td>4 Stunden</td><td>0,6 mg/kg Rocuronium</td></tr><tr><td>Dauer der Blockade teilweise nur 15 Minuten</td><td></td></tr></tbody></table>

### nach 16 mg/kg Sugammadex oder Niereninsuffizienz

- Wartezeit &gt; 24 Stunden

# Sufentanil

## Wirkung:

- 1000-fache analgetische Potenz im Vergleich zu Morphin
- analgetische Wirkung durch Agonismus am µ-Rezeptor
- Sedierung durch Agonismus am k-Rezeptor

## Pharmakokinetik:

- Wirkbeginn nach 2-3 Minuten
- Wirkmaximum nach 7 Minuten
- Wirkdauer etwa 30 Minuten
- kontextsensitive HWZ nach 4 h: 30 Minuten
- weniger Umverteilung ins Fettgewebe als Fentanyl -&gt; bessere Steuerbarkeit
- hepatischer Umbau zu inaktiven Metaboliten

## Dosierung:

- Einleitung: 0,2-0,5 µg/kg
- Aufrechterhaltung: 0,1-0,2 µg/kg

## UAW:

- Atemdepression
- Sedierung
- Bradykardie
- Obstipation, Übelkeit, Erbrechen
- Myosis
- Toleranz, Abhängigkeit
- v.a. spinal/epidural: Juckreiz 
    - Therapie: 5-20 mg Nalbuphin oder 1-3 mg Granisetron
- Muskelrigidität (selten)

# Remifentanil

## Wirkung:

- Agonist am µ-Rezeptor
- 150-fache analgetische Potenz im Vergleich zu Morphin

## Pharmakokinetik:

- Anschlagszeit 1 - 1,5 Minuten
- Wirkdauer 5-10 Minuten
- anhaltend kurze kontextsensitive HWZ ( 4 Minuten) aufgrund hoher Clearance (wird durch unspez. Esterase gespalten unabh. von Leber- und Nierenfunktion)

## UAW:

- Thoraxrigidität bei schneller Injektion -&gt; CAVE bei Boli!
- ansonsten Opioid-UAW (siehe Abschnitt Sufentanil)

# Propofol

\#Medikamente #Hypnotika #flashcards

{Propofol}

Wie sieht die Strukturformel von Propofol aus? {{c4:: 2,6-diisopropyl-phenol::chemische Bezeichnung}}

Pharmakokinetik: {{c1:: 98 % Proteinbindung, Vd= 4 l/kg, Verteilungshwz: 1-2 min, Kontexthwz: 40 min ::Distribution}} {{c2:: schnell in der Leber zu inaktiven Glucoronsäuren (Propofol Glucoronid/ 4-Hydroxy-Propofol), tlw. extrahepatisch z.B. **Niere** pulmonal::Metabolisierung}} {{c3:: unverändert über die Niere, Clearance: 30-60 ml/kg/min, term HWZ 5-12h::Excretion, Clearance, termHWZ}}

Pharmakodynamik:

- {{c5::Bindung an die **β1 Unterheinheit** des GABA<sub>A</sub>-Rezeptors, tlw. Antagonist an NMDA-Rezeptoren::Rezeptor}}
- {{c6::ZNS Depression und Hypnose, ICP↓, CBF↓, CMRO2↓, antikonvulsiv ::ZNS}}
- {{c7:: SCVR↓↓, Inotropie↓, ::kardiovaskulär}}
- {{c8:: Atemdepressiv, unterdrückt laryngeale Reflexe::Respiratorisches System}}
- {{c9:: PRIS, Antiemetikum, Injektionsschmerz, sicher bei Porphyrie, kann für TCI genutzt werden::andere}}

# Physostigmin

> \[!info\] in Kürze
> 
> - ZAS: 0,03 mg/kg/KG i.v. langsam, Wiederholung frühestens nach 20 min

# Dosierung

- anticholinerges Syndrom: 0,03 - 0,04 mg/kg/KG i.v., Wirkeintritt nach ca. 3 -15 min, nach ca. 20 min frühestens erneuter Bolus

> \[!warning\] CAVE Physostigmin ist bei QRS-Verbreiterung kontraindiziert, da es die Herzrhythmusstörungen verschlimmern kann und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand führt!

## zu beachten

- nicht mehr als 1 mg /min verabreichen
- Bei Überdosierung kann Atropin sowohl die zentralen als auch die peripheren Wirkungen antagonisieren
- Bei **QRS-Verbreiterung** ist Physostigmin kontraindiziert, bei Intoxikationen mit Trizyklika können Bradykardien auftreten
- Physostigmin ist kein „Koma-Antidot“ und nicht immer wirksam (Alkoholintoxikation/Alkoholentzug) bzw. nicht indiziert (Intoxikationen mit Benzodiazepinen oder Opioiden)

# Neostigmin

## Wirkung:

- indirekt parasympatomimetisch (Hemmung der Colinesterase)
- nicht liquorgängig -&gt; keine ZNS-Wirkung!

## Dosierung:

- 20-70 µg/kg, Wirkungsplateau bei 70 µg/kg
- Beginn mit 20 µg/kg (bei 70 kg 1,5 mg), Dosissteigerung b. Bed.

## Kinetik:

- Wirkeintritt 7-11 Minuten
- Eliminations-HWZ 60 Minuten

## UAW:

- Bradykardie
- Bronchokonstriktion
- Sekretionssteigerung, Hypersalivation
- Übelkeit/Erbrechen, Diarrhoe
- Harnverhalt, abdominelle Spasmen

## Kontraindikationen:

- dekomp. Herzinsuffizienz
- Myokardinfarkt
- gastales Ulcus
- Thyreotoxikose
- Asthma bronchiale

## Interaktionen:

- Opiate, Barbiturate -&gt; Wirkverstärkung
- Betablocker -&gt; Bradykardiegefahr
- Niereninsuff.: 
    - renale Elimimination, aber keine Dosisreduktion

# Naloxon

## Wirkung:

- Antagonist an allen Opioid-Rezeptoren (höchste Affinität am µ-Rezeptor)
- geringe orale BV aufgrund hohen First-Pass-Mechanismus
- Aufhebung aller rezeptorvermittelten Effekte (außer Buprenorphin)

## UAW:

- akutes Entzugssyndrom
- überschießende Reaktionen bei zu plötzlicher Antagonisierung: 
    - Schwindel, Tremor
    - Schwitzen
    - Tachykardie
    - Krämpfe

## Dosierung:

- 0,4 mg/ml Ampulle -&gt; auf 4 ml aufziehen, dann 0,1 mg-weise titrieren
- kann auch s.c. gegeben werden! Wirkeintritt nach einigen Minuten

## Kinetik:

- Wirkeintritt nach 1-2 Minuten
- Wirkdauer 45- 60 Minuten (CAVE langwirksame Opioide)

# Muskelrelaxantien

# **Pharmakologie von Muskelrelaxantien**

## Terminologie:

- ED95 (Effektdosis 95): Potenz eines Muskelrelaxans (je niedriger die ED95 desto potenter die Substanz) -&gt; Dosierung, bei der eine 95 %ige Reduktion der muskulären Antwort zu erwarten ist
- meist ist die Intubationsdosis die doppelte ED95, bei Mivacurium und Succinylcholin die dreifache ED95
- Anschlagszeit: Zeit zwischen Injektion und Erreichen einer 95%igen Reduktion der Reizantwort
- DUR25: klinische Wirkdauer -&gt; Zeit von Injektion bis zur Erholung der Muskelkraft auf 25 % des Ausgangswertes
- DUR95: Gesamtwirkdauer -&gt; Zeit von Injektion bis zur Erholung der Muskelkraft auf 95 % des Ausgangswertes
- Erholungsindex: Zeit zwischen 25 % und 75 % Erholung, dosisunabhängig

## Pharmakokinetik:

- grundsätzlich hydrophil, d.h. kaum ZNS- und Plazentagängig
- Beendigung der Wirkung durch Umverteilung!
- neuromuskuläre Sicherheitsreserve: es müssen 75 % der Rezeptoren von einem Muskelrelaxans besetzt sein, um einen Effekt zu erreichen -&gt;bei einer klinisch vollständigen Erholung können noch 75 % der Rezeptoren besetzt sein und es reichen kleinere Dosen, um wieder eine vollständige Blockade zu erreichen!
- substanzspezifische Faktoren: - Anschlagszeit: je potenter die Substanz, desto niedriger die ED95, desto länger die Anschlagszeit -&gt;Verkürzung durch Dosissteigerung - Eliminationsgeschwindigkeit: je schneller, desto schneller die Anschlagszeit, desto kürzer die Wirkung
- synergistisch wirksame Substanzen: - volatile Anästhetika - Antibiotika: Clindamycin, Tetracycline, Vancomycin, Aminoglykoside - Magnesium, Lidocain, Ca-Antagonisten - Hypothermie -&gt; Wirkverlängerung!

## UAW:

- Bradykardien, Tachykardien (teilweise Affinität zu mACHR, nikotinerge Rezeptoren am postganglionären Sympatikus und Parasympatikus)
- teilweise Histaminfreisetzung
- bei neuromuskulären Erkrankungen gesteigerte Empfindlichkeit auf Muskelrelaxantien -&gt; geringere Dosierungen, verlängerte Überwachung, kein Succinylcholin

## **Substanzen**

Benzylisochinolone: Atracurium, Cis-Atracurium, Mivacurium Aminosteroide: Rocuronium, Vecuronium, Pancuronium

### Atracurium:

- Kinetik: - ED95: 0,25 mg/kg, Intubationsdosis 0,5 mg/kg - Anschlagszeit 2-3 Minuten - DUR 25: 40 Minuten, DUR95 50-70 Minuten, Erholungsindex 12-15 Minuten - Abbau: Hoffmann-Elinination (organunspezifische Esterasen), Abbauprodukt wird renal ausgeschieden und wirkt vasodilatierend
- UAW: - Histaminfreisetzung v.a. bei schneller Injektion -&gt; Flush, Erythem, Hypotonie, Tachykardie
- Dosierung: - Intubation: 0,5 mg/kg - Erhaltung: 5-10 mg pro Injektion - kontinuierlich: 6-10 µg/kg/min

### Rocuronium:

- Kinetik: - ED95 0,3 mg/kg, ITN 0,6 mg/kg - Anschlagszeit mit ITN-Dosis 1,5 - 2 Minuten - DUR25 40 Minuten - DUR95 50-70 Minuten - Metabolismus: hepatisch, keine aktiven Metabolite - große Variabilität der Wirkdauer bei alten Menschen!
- Dosierung: Idealgewicht! - ITN: 0,6 mg/kg - RSI: 1,2 mg/kg -&gt; Anschlagszeit 1 min, verlängerte Wirkdauer! - bei Dosisreduktion auf 0,4 mg/kg Anschlagszeit 3 Min aber deutlich verkürzte Wirkdauer (DUR25 um 20 Minuten)
- UAW: - keine Histaminfreisetzung - Tachykardie, Hypertonie (Vagolyse)

### Cisatracurium:

- im Vergleich zu Atracurium - höhere Potenz und längere Anschlagszeit (3-5 Minuten) - kaum Histaminfreisetzung und bessere hämodynamische Stabilität

### Mivacurium:

- Kinetik: - ED95 0,07 mg/kg - Anschlagszeit 2-3 Minuten - DUR25 17 Minuten, DUR95 20-30 Minuten - Erholungsindex 5-10 Minuten - Abbau: Plasmacholinesterase -&gt; primäre Beendigung der Wirkung nicht durch Umverteilung wie bei anderen Relaxantien! - Cholinesterasemangel: heterozygot Wirkverlängerung um 15 -30 Minuten, homozygot um mehrere Stunden (1:3000) - Dibucainzahl: Dibucain hemmt die normale Plasmacholinesterase nahezu vollständig (Dibucainzahl &gt; 70, bei Abnormitäten heterozygot &lt; 70, homozygot &lt; 30
- Dosierung: - Intubationsdosis 0,2 mg/kg (kann bei sehr kurzen Eingriffen reduziert werden, dann aber längere Anschlagszeit) - Nachrelaxierung mit 2-4 mg

### Succinylcholin:

- depolarisierendes Muskelrelaxans
- Kinetik: - ED95 0,3 mg/kg - Anschlagszeit 1 Minute - DUR95: 9-12 Minuten - Metabolismus: Plasmacholinesterase - Dualblock: bei repetitiven Boli oder in hohen Dosierungen &gt; 6 mg/kg, Blockade präsynaptischer ACH-Rezeptoren -&gt; erhebliche Wirkverlängerung -&gt; kann durch Cholinesteraseinhibitoren aufgehoben werden
- UAW: - Hyperkaliämie - MH - Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, Asystolie - Anstieg intraokulärer und intragastraler Druck - Masseterspasmus - Myoglobinurie - Rhabdomyolyse (v.a. bei Myopathien, Verbrennungen, Immobilisation, Sepsis)
- KI: - MH-Disposition - Muskelerkrankungen - Hyperkaliämie (rel. KI je nach Nierenfunktion) - Verbrennungspatienten - immobilisierte Patienten &gt; 48 h - Kinder (vagolytische Wirkung)

# Midazolam

## Dosierung

### Sedierung:

- 0,03-0,1 mg/kg i.v.
- Risikopatienten, &gt; 60 Jahre, schlechter AZ: 1 mg i.v. langsam, Titration 1 mg alle 2 Minuten, Maximaldosis 3,5 mg
- &lt; 60 Jahre, keine Risikofaktoren: 1-2,5 mg langsam i.v., Titration 1 mg alle 2 min., Maximaldosis 5 mg/h

### Narkoseinduktion:

- 0,1-0,2 mg/kg i.v. oder i.m. (10-15 mg)

## Pharmakokinetik:

- Wirkeintritt 45 -60 Sekunden
- Wirkdauer 15-30 Minuten
- sehr lipophil -&gt; schneller Wirkeintritt, Kumulation!

### Wirkung

- am GABA-Rezeptor
- anxiolytisch
- sedierend
- zentral muskelrelaxierend
- antikonvulsiv
- hypnotisch

### UAW

- anterograde Amnesie
- Atemdepression (v.a. in Kombination mit anderen zentral wirksamen Substanzen)
- paradoxe Effekte (v.a. bei Kindern oder Älteren)
- geringe hämodynamische Effekte (Abfall SVR und MAP), verstärkt bei Kombination mit Opioid

# Lokalanästhetika

\#Lokalanästhetika #Pharmakologie #Medikamente #flashcards

# Allgemeines

## Wie werden Lokalanästhestika eingeteilt?

1. **chemische Struktur**: Ester- vs. Amid-Lokalanästhetika
2. **Anschlagszeit**: wird durch den pKa bestimmt
3. **Wirkdauer**: wird durch Plasmaproteinbindung bestimmt
4. **relative Potenz**: wird durch Lipidlöslichkeit bestimmt (höher= mehr Potenz)

## Wie werden Lokalanästhetika abgebaut?

1. **Amino-Ester**: Abbau durch Pseudocholinesterase, Abbau durch Hydrolyse, hohes Allergie potential der Abbaustoffe (para-Aminobenzoesäure)
2. **Amino-Amid**: Abbau in Leber (,ggf. HWZ verlängert bei CYP-Hemmung

## Was sind die Kenngrößen für einzelne Lokalanästhetika?

<table id="bkmrk-la-rel.-potenz-begin"><thead><tr><th>LA</th><th>rel. Potenz</th><th>Beginn</th><th>Dauer</th><th>max. mg/kg</th><th>pKa</th><th>Lipidlöslichkeit</th><th>Besonderheiten</th></tr></thead><tbody><tr><td>Procain (E)</td><td>1</td><td>langsam</td><td>kurz</td><td>12</td><td>8,9</td><td>1</td><td>ambulante SPA</td></tr><tr><td>Amethocain (E)</td><td>8</td><td>langsam</td><td>lang</td><td>15</td><td>8,5</td><td>200</td><td></td></tr><tr><td>Lidocain</td><td>2</td><td>schnell</td><td>mittel</td><td>3</td><td>7,9</td><td>150</td><td>Antiarhryt Ib, hohe TNS bei SPA</td></tr><tr><td>Prilocain</td><td>2</td><td>schnell</td><td>mittel</td><td>**6**</td><td>**7,7**</td><td>50</td><td>Methhämbilder, gut für i.v. Reg</td></tr><tr><td>Bupivacain</td><td>8</td><td>mittel</td><td>lang</td><td>**2**</td><td>**8,1**</td><td>1000</td><td>hohe kardiotox, Razemat</td></tr><tr><td>Ropivacain</td><td>8</td><td>mittel</td><td>lang</td><td>3</td><td>**8,1**</td><td>300</td><td>diffblock: sensibel &gt; motorisch</td></tr><tr><td>Mepivacain</td><td>2</td><td>langsam</td><td>mittel</td><td>==**5**==</td><td>**7,6**</td><td>50</td><td></td></tr></tbody></table>

## Worauf beruht die hohe Kardiotoxizität von Bupivacain?

Worauf beruht die hohe Kardiotoxizität von Bupivacain?::Die hohe Kardiotoxizität besonderer Effekt von Bupivacain erfolgt durch ==Blockierung myokardialer Na+-Kanäle mit "fast-in slow-out" und hoher Affinität==. Es hat nur einer geringe Spanne zwischen zentralvenöser und myokardialer Toxizität.

# Levetiracetam

\#Pharmakologie #Krampfanfall #Notfallmedizin #Antikonvulsiva #Medikamente

## Indikation

- Stufe 2 beim Benzodiazepin-Resistenten Krampfanfall

## Dosierung

- 60 mg/kg Levetiracetam (max. 4500 g)
- Über mehr als 10 Minuten

## Anmerkung

- in Deutschland zur Therape die Status epilepticus nicht zugelassen

# Ketamin

## Pharmakologie

### Wirkung:

- nichtkompetitive Blockade des NMDA-Rezeptors
- Wirkung an AMPA-Rezeptoren, ACH-Rezeptoren, GABA-Rezeptoren
- geringe Wirkung an µ- und k-Opioidrezeptoren
- hemmt die synaptische Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin -&gt; analgetisch, hyperalgetisch, induziert eine dissoziative Anästhesie (Bewusstseinsverlust, Amnesie)

### Pharmakokinetik:

- hydrophil
- wird in der Leber abgebaut und glukuronidert und dann renal ausgeschieden
- Eliminationshalbwertszeit 2-3 h
- Wirkeintritt nach 1 Minute, Wirkdauer 10-15 Minuten (Umverteilung)
- kontextsens. HWZ ähnlich wie Propofol

## UAW:

- sympatikomimetisch: Steigerung HF, HZV, RR, vaskulärer Widerstand (dosisunabhängiger Effekt) -&gt; Steigerung myokardialer Sauerstoffverbrauch
- Schutzreflexe bleiben weitestgehend erhalten, Mikroaspirationen möglich
- Bronchospasmolyse v.a. in höheren Dosierungen
- Hyperkapnie
- Hypersalivation
- Atemdepression in hoher Dosierung
- gesteigerte pharyngeale Reflexe

## Kontraindikationen:

- akuter Myokardinfarkt, KHK
- bei Spontanatmung SHT/Hirndruck (CO2-Anstieg)
- perforierende Augenverletzungen (Augeninnendruck steigt an)
- Präeklampsie, Eklampsie
- psych. Erkrankungen

## Dosierung:

-&gt; hohe therapeutische Breite

- Narkoseinduktion: 
    - i.v.: 0,5-1 mg/kg
    - i.m.: 2-4 mg/kg
    - Nachinjektion alle 10-15 Minuten halbe Initialdosis
- Analgesie: 
    - i.v.: 0,125-0,25 mg/kg
    - i.m. 0,25-1 mg/kg
    - nasal: 1 mg/kg

# Katecholamine

!../../\_assets/gallery/Pasted image 20250626213732.png

# INDOCYANINGRÜN

\#Medikamente

- 25 mg grünes Pulver, das NUR in Wasser für Injektionszwecke gelöst werden darf (KEIN NaCl!)
- Pulver in 5 ml Wasser für Injektionszwecke auflösen: 5 mg/ml
- Verabreichung direkt nach Auflösen
- sicherer i.v.-Zugang (ZVK)
- KI: enthält Natriumiodid, daher **Kontraindikation bei Iod-Allergie, manifester Hyperthyreose**,  
    autonomen Schilddrüsenerkrankungen
- NW: anaphylaktische Reaktionen (unabhängig von vorbestehender Iod-Allergie)
- Lagerort: OP-Pflege-Schrank „Medikamente“

# Heparine

# unfraktioniertes Heparin (UFH)

## Wirkung

- Bindung an **Antithrombin** und **Thrombin** → **Komplexbildung** → Hemmung von Thrombin → Umwandlung von **Fibrinogen** zu **Fibrin** ↓
- **Faktor Xa-Hemmung**

!../../\_assets/gallery/Pasted image 20250710115528.png

# Granisetron

> \[!warning\] Interaktion Hemmt die Wirkung von Paracetamol via pharmakodynamischer Interaktion[^1](https://www.ai-online.info/images/ai-ausgabe/2009/01-2009/2009_1_57-59_Paracetamol%20fuer%20die%20perioperative%20Schmerztherapie%20im%20Kindesalter%20Ende%20einer%20Aera.pdf)

# Dexmedetomidin

\#Medikamente #Muskelrelaxantien

## Dosierung

- intranasal: 2 µg/kg[^1](https://pemcincinnati.com/blog/exploring-the-use-of-intranasal-dexmedetomidine-for-anxiolysis-and-minimal-sedation/)

# Ceftriaxon

\#Antibiotika #Cephalosporin #Pharmakologie #Notfallmedizin #Pädiatrie #Sepsis #Medikamente

## Präklinische Indikation

Therapie der Meningokokkensepsis (typ. Hauterscheinungen in Kombina- tion mit schwerer Sepsis)

### Dosierung:

- 100 mg/kg
- Neugeborene bis 14. Lebenstag: 50mg/kg

# Atropin

## Wirkung:

- kompetitive Hemmung von ACH an muskarinergen Rezeptoren (postganglionäre M2-Rezeptoren)
- parasympatikolytisch (anticholinerg)

## Pharmakokinetik:

- teils unveränderte renale Elimination, teils hepatische Metabolisierung
- max. Wirkung nach 2-3 Minuten
- Eliminations-HWZ ca. 30 Minuten

## Indikation:

- hämodynamisch wirksame Bradykardie
    - beachte: HF-Zunahme im Abhängigkeit vom Vagotonus! bei niedrigen Dosierungen (0,4-0,6 mg) paradoxe Wirkung mit HF-Abnahme (Stimulation postganglionärer M1-Rezeptoren, die die ACH-Freisetzung modulieren)
- Alkylphosphatintoxikation

## UAW:

- Mydriasis
- Mundtrockenheit
- Hyperthermie, verminderte Schweißsekretion
- Hautrötung
- Harnverhalt
- Darmatonie
- zentrale Erregung, Halluzinationen, Koma (in hohen Dosierungen)

## Kontraindikation:

- Engwinkelglaukom
- Blasenentleerungsstörungen
- Hyperthyreose/Thyeotoxikose
- Myasthenia gravis
- akutes Lungenödem
- Tachkardie

## Interaktionen:

- Dopaminantagonisten (MCP) -&gt; Wirkabschwächung
- cave additive anticholinerge Effekte bei Antidepressive (tri-/tetracyclische), Antihistaminika, Neuroleptika, Amantadin, Chinidin

# Alfentanil

Wirkung:

- reiner µ-Agonist
- Wirkstärke 30-40 fach von Morphin Dosierung:
- Einleitung: 10-25 µg/kg (0,75-2 mg)
- Aufrechterhaltung: 10-15 µg/kg Pharmakokinetik:
- Wirkeintritt nach 0,5-1,5 Minuten
- Wirkdauer nach Bolusgabe 10-15 Minuten
- CAVE: Kumulation -&gt; mit ca. 1 h nach 3h Infusionsdauer etwas höhere kontextsenis. HWZ als Sufentanil
- hepatische Elimination (CytP450)

# Adenosin

\#Medikamente #Notfallmedizin

- wirkt über G-Protein-gekoppelte Adenosin-Rezeptoren
- negativ chronotrop + negativ dromotrop + negativ inotrop
- Applikation via ZVK als schnellen Bolus
- ca. 10 sec nach einer Bolusinjektion: AV-Knoten-Blockade -&gt; Bradykardie -&gt; Herzstillstand
- HWZ ca. 10 sec
- Erforderliche Dosis für NCH: 24 – 36 mg

# Pharmakodynamik

# Pharmakokinetik

# Verteilungsvolumen

Das Verteilungsvolumen beschreibt einen virtuellen Raum und umfasst dasjenige Volumen, das sich ergibt, wenn die applizierte Dosis eines Arzneistoffes auf die im Plasma gemessene Konzentration bezogen wird. $$ Verteilungsvolumen=\\frac{Dosis}{Plasmakonzentration} $$ Für hydrophile Arzneistoffe stimmt das Verteilungsvolumen in etwa mit dem des Extrazellularraumes überein. Für hydrophobe/ lipophile Medikamente kann das Verteilungsvolumen das Körpervolumen deutlich übertreffen.

# Halbwertszeiten

Die Halbwertszeit eines Pharmakons ist jene Zeit, in der die Plasmakonzentration auf die Hälfte des Ausgangwerts absinkt. $$ Halbwertszeit=\\frac{ln2\\cdot Verteilungsvolumen}{Clearance} $$ oder $$ Halbwertszeit=\\frac{0,693\\cdot Verteilungsvolumen}{Clearance} $$ Somit ist die Halbwertszeit dem Verteilungsvolumen direkt proportional und umgekehrt proportional zur Gesamtclearance eines Arzneistoffs.

# Kontext-sensitive Halbwertszeit:

- Zeit, nach der die Plasmakonzentration des Pharmakons nach kontinuierlicher Infusion um 50 % abgefallen ist
- abhängig von der Infusionsdauer zunehmend, je lipophiler ein Medikament ist

# Zeitkonstante

Die Zeitkonstante ist die Zeit, die es braucht bis die Plasmakonzentration auf Null fiele, falls die initiale Elimination in der Geschwindigkeit fortgesetzt werden würde. Nach einer Zeitkonstante ist Konzentration auf ca. 37 % im Vergleich zum Ausgangswert gefallen.

# Dosierungen

# Initialdosis

$$ Initialdosis = Plasmakonzentration\\ \\cdot Verteilungsvolumen $$

# Erhaltungsdosis

$$ \\frac{Erhaltungsdosis}{Zeit}= Plasmakonzentration\\ \\cdot Clearance $$

# Clearance

Die Clearance eines Arzneistoffs beschreibt jenes Plasmavolumen, welches pro Zeiteinheit durch Biotransformation bzw. Elimination von einer Substanz befreit wird. $$ Clearance=\\frac{Dosis}{AUC} $$

# Bioverfügbarkeit

Die Bioverfügbarkeit eines Arzneistoff beschreibt den Anteil einer verabreichten Dosis, der in den systemischen Kreislauf gelangt. Die orale Bioverfügbarkeit wird als Verhältnis der Flächen unter den Plasmaspiegelzeitverläufen (»area under the curve«, AUC) nach oraler vs. intravenöser Applikation bestimmt. $$Orale\\ Bioverfügbarkeit = \\frac{AUC\_{oral}}{AUC\_{intravenös}}$$

# Biotransformation

# Cytochrom P450

## Induktoren

Steigern die Enzymsynthese

- z.B. Rifampicin, Johanniskraut, Phenytoin Führt zu schnellerer Biotransformation

## Inhibitoren

Verringern die Enzymsynthese

- z.B. Verapamil Behindert den Abbau anderer Pharmaka