Medikamente
- wichtige Wechselwirkungen
- Sugammadex
- Sufentanil
- Remifentanil
- Propofol
- Physostigmin
- Neostigmin
- Naloxon
- Muskelrelaxantien
- Midazolam
- Lokalanästhetika
- Levetiracetam
- Ketamin
- Katecholamine
- INDOCYANINGRÜN
- Heparine
- Granisetron
- Dexmedetomidin
- Ceftriaxon
- Atropin
- Alfentanil
- Adenosin
wichtige Wechselwirkungen
Granisetron und Paracetamol
[!warning] Interaktion Hemmt die Wirkung von Paracetamol via pharmakodynamischer Interaktion^1
Sugammadex
#Medikamente #perioperativ #Muskelrelaxantien
Wirkung:
- zyklisches Oligosaccharid mit hydrophiler Außenfläche und hydrophobem Innenraum
- bildet Einschlussverbindungen mit organischen apolaren Molekülen
- schließt weitgehend spezifisch Rocuronium und Vecuronium ein
Dosierung
- Nach tatsächlichem Gewicht
- 2 mg/kg ab TOF 2
- 4 mg/kg ab PTC 4
- 16 mg/kg zur sofortigen Reversion
Kontraindikationen
- Kinder <2 Jahren (keine Erfahrungen)
- nach Verabreichung anderer Muskelrelaxanzien, da die Möglichkeit besteht, Rocuronium oder Vecuronium aus dem Komplex mit Sugammadex zu verdrängen
- schwere Niereninsuffizienz einschließlich dialysepflichtige Patienten
UAW
- vorübergehende Geschmacksstörung
- Vagolyse bis hin zur Asystolie bei schneller Injektion
Interaktionen
- Medikamente, die Rocuronium verdrängen (CAVE Recurarisierung)
- Flucloxacillin
- Fuzidinsäure
- Toremifen (Östrogenrezeptormodulator)
- Medikamente, deren Serumspiegel durch Suggamadex vermindert wird (werden gebunden)
- Progesteron
- Östrogen -> möglicherweise verminderte Wirksamkeit oraler Kontrazeptiva
Wiederholte Verabreichung von Rocuronium nach Gabe von Sugammadex
nach 4 mg/kg Sugammadex
| Mindestwartezeit | Dosis |
|---|---|
| 5 Minuten | 1,2 mg/kg Rocuronium |
| 4 Stunden | 0,6 mg/kg Rocuronium |
| Dauer der Blockade teilweise nur 15 Minuten |
nach 16 mg/kg Sugammadex oder Niereninsuffizienz
- Wartezeit > 24 Stunden
Sufentanil
Wirkung:
- 1000-fache analgetische Potenz im Vergleich zu Morphin
- analgetische Wirkung durch Agonismus am µ-Rezeptor
- Sedierung durch Agonismus am k-Rezeptor
Pharmakokinetik:
- Wirkbeginn nach 2-3 Minuten
- Wirkmaximum nach 7 Minuten
- Wirkdauer etwa 30 Minuten
- kontextsensitive HWZ nach 4 h: 30 Minuten
- weniger Umverteilung ins Fettgewebe als Fentanyl -> bessere Steuerbarkeit
- hepatischer Umbau zu inaktiven Metaboliten
Dosierung:
- Einleitung: 0,2-0,5 µg/kg
- Aufrechterhaltung: 0,1-0,2 µg/kg
UAW:
- Atemdepression
- Sedierung
- Bradykardie
- Obstipation, Übelkeit, Erbrechen
- Myosis
- Toleranz, Abhängigkeit
- v.a. spinal/epidural: Juckreiz
- Therapie: 5-20 mg Nalbuphin oder 1-3 mg Granisetron
- Muskelrigidität (selten)
Remifentanil
Wirkung:
- Agonist am µ-Rezeptor
- 150-fache analgetische Potenz im Vergleich zu Morphin
Pharmakokinetik:
- Anschlagszeit 1 - 1,5 Minuten
- Wirkdauer 5-10 Minuten
- anhaltend kurze kontextsensitive HWZ ( 4 Minuten) aufgrund hoher Clearance (wird durch unspez. Esterase gespalten unabh. von Leber- und Nierenfunktion)
UAW:
- Thoraxrigidität bei schneller Injektion -> CAVE bei Boli!
- ansonsten Opioid-UAW (siehe Abschnitt Sufentanil)
Propofol
#Medikamente #Hypnotika #flashcards
{Propofol}
Wie sieht die Strukturformel von Propofol aus? {{c4:: 2,6-diisopropyl-phenol::chemische Bezeichnung}}
Pharmakokinetik: {{c1:: 98 % Proteinbindung, Vd= 4 l/kg, Verteilungshwz: 1-2 min, Kontexthwz: 40 min ::Distribution}} {{c2:: schnell in der Leber zu inaktiven Glucoronsäuren (Propofol Glucoronid/ 4-Hydroxy-Propofol), tlw. extrahepatisch z.B. Niere pulmonal::Metabolisierung}} {{c3:: unverändert über die Niere, Clearance: 30-60 ml/kg/min, term HWZ 5-12h::Excretion, Clearance, termHWZ}}
Pharmakodynamik:
- {{c5::Bindung an die β1 Unterheinheit des GABAA-Rezeptors, tlw. Antagonist an NMDA-Rezeptoren::Rezeptor}}
- {{c6::ZNS Depression und Hypnose, ICP↓, CBF↓, CMRO2↓, antikonvulsiv ::ZNS}}
- {{c7:: SCVR↓↓, Inotropie↓, ::kardiovaskulär}}
- {{c8:: Atemdepressiv, unterdrückt laryngeale Reflexe::Respiratorisches System}}
- {{c9:: PRIS, Antiemetikum, Injektionsschmerz, sicher bei Porphyrie, kann für TCI genutzt werden::andere}}
Physostigmin
[!info] in Kürze
- ZAS: 0,03 mg/kg/KG i.v. langsam, Wiederholung frühestens nach 20 min
Dosierung
- anticholinerges Syndrom: 0,03 - 0,04 mg/kg/KG i.v., Wirkeintritt nach ca. 3 -15 min, nach ca. 20 min frühestens erneuter Bolus
[!warning] CAVE Physostigmin ist bei QRS-Verbreiterung kontraindiziert, da es die Herzrhythmusstörungen verschlimmern kann und im schlimmsten Fall zum Herzstillstand führt!
zu beachten
- nicht mehr als 1 mg /min verabreichen
- Bei Überdosierung kann Atropin sowohl die zentralen als auch die peripheren Wirkungen antagonisieren
- Bei QRS-Verbreiterung ist Physostigmin kontraindiziert, bei Intoxikationen mit Trizyklika können Bradykardien auftreten
- Physostigmin ist kein „Koma-Antidot“ und nicht immer wirksam (Alkoholintoxikation/Alkoholentzug) bzw. nicht indiziert (Intoxikationen mit Benzodiazepinen oder Opioiden)
Neostigmin
Wirkung:
- indirekt parasympatomimetisch (Hemmung der Colinesterase)
- nicht liquorgängig -> keine ZNS-Wirkung!
Dosierung:
- 20-70 µg/kg, Wirkungsplateau bei 70 µg/kg
- Beginn mit 20 µg/kg (bei 70 kg 1,5 mg), Dosissteigerung b. Bed.
Kinetik:
- Wirkeintritt 7-11 Minuten
- Eliminations-HWZ 60 Minuten
UAW:
- Bradykardie
- Bronchokonstriktion
- Sekretionssteigerung, Hypersalivation
- Übelkeit/Erbrechen, Diarrhoe
- Harnverhalt, abdominelle Spasmen
Kontraindikationen:
- dekomp. Herzinsuffizienz
- Myokardinfarkt
- gastales Ulcus
- Thyreotoxikose
- Asthma bronchiale
Interaktionen:
- Opiate, Barbiturate -> Wirkverstärkung
- Betablocker -> Bradykardiegefahr
- Niereninsuff.:
- renale Elimimination, aber keine Dosisreduktion
Naloxon
Wirkung:
- Antagonist an allen Opioid-Rezeptoren (höchste Affinität am µ-Rezeptor)
- geringe orale BV aufgrund hohen First-Pass-Mechanismus
- Aufhebung aller rezeptorvermittelten Effekte (außer Buprenorphin)
UAW:
- akutes Entzugssyndrom
- überschießende Reaktionen bei zu plötzlicher Antagonisierung:
- Schwindel, Tremor
- Schwitzen
- Tachykardie
- Krämpfe
Dosierung:
- 0,4 mg/ml Ampulle -> auf 4 ml aufziehen, dann 0,1 mg-weise titrieren
- kann auch s.c. gegeben werden! Wirkeintritt nach einigen Minuten
Kinetik:
- Wirkeintritt nach 1-2 Minuten
- Wirkdauer 45- 60 Minuten (CAVE langwirksame Opioide)
Muskelrelaxantien
Pharmakologie von Muskelrelaxantien
Terminologie:
- ED95 (Effektdosis 95): Potenz eines Muskelrelaxans (je niedriger die ED95 desto potenter die Substanz) -> Dosierung, bei der eine 95 %ige Reduktion der muskulären Antwort zu erwarten ist
- meist ist die Intubationsdosis die doppelte ED95, bei Mivacurium und Succinylcholin die dreifache ED95
- Anschlagszeit: Zeit zwischen Injektion und Erreichen einer 95%igen Reduktion der Reizantwort
- DUR25: klinische Wirkdauer -> Zeit von Injektion bis zur Erholung der Muskelkraft auf 25 % des Ausgangswertes
- DUR95: Gesamtwirkdauer -> Zeit von Injektion bis zur Erholung der Muskelkraft auf 95 % des Ausgangswertes
- Erholungsindex: Zeit zwischen 25 % und 75 % Erholung, dosisunabhängig
Pharmakokinetik:
- grundsätzlich hydrophil, d.h. kaum ZNS- und Plazentagängig
- Beendigung der Wirkung durch Umverteilung!
- neuromuskuläre Sicherheitsreserve: es müssen 75 % der Rezeptoren von einem Muskelrelaxans besetzt sein, um einen Effekt zu erreichen ->bei einer klinisch vollständigen Erholung können noch 75 % der Rezeptoren besetzt sein und es reichen kleinere Dosen, um wieder eine vollständige Blockade zu erreichen!
- substanzspezifische Faktoren: - Anschlagszeit: je potenter die Substanz, desto niedriger die ED95, desto länger die Anschlagszeit ->Verkürzung durch Dosissteigerung - Eliminationsgeschwindigkeit: je schneller, desto schneller die Anschlagszeit, desto kürzer die Wirkung
- synergistisch wirksame Substanzen: - volatile Anästhetika - Antibiotika: Clindamycin, Tetracycline, Vancomycin, Aminoglykoside - Magnesium, Lidocain, Ca-Antagonisten - Hypothermie -> Wirkverlängerung!
UAW:
- Bradykardien, Tachykardien (teilweise Affinität zu mACHR, nikotinerge Rezeptoren am postganglionären Sympatikus und Parasympatikus)
- teilweise Histaminfreisetzung
- bei neuromuskulären Erkrankungen gesteigerte Empfindlichkeit auf Muskelrelaxantien -> geringere Dosierungen, verlängerte Überwachung, kein Succinylcholin
Substanzen
Benzylisochinolone: Atracurium, Cis-Atracurium, Mivacurium Aminosteroide: Rocuronium, Vecuronium, Pancuronium
Atracurium:
- Kinetik: - ED95: 0,25 mg/kg, Intubationsdosis 0,5 mg/kg - Anschlagszeit 2-3 Minuten - DUR 25: 40 Minuten, DUR95 50-70 Minuten, Erholungsindex 12-15 Minuten - Abbau: Hoffmann-Elinination (organunspezifische Esterasen), Abbauprodukt wird renal ausgeschieden und wirkt vasodilatierend
- UAW: - Histaminfreisetzung v.a. bei schneller Injektion -> Flush, Erythem, Hypotonie, Tachykardie
- Dosierung: - Intubation: 0,5 mg/kg - Erhaltung: 5-10 mg pro Injektion - kontinuierlich: 6-10 µg/kg/min
Rocuronium:
- Kinetik: - ED95 0,3 mg/kg, ITN 0,6 mg/kg - Anschlagszeit mit ITN-Dosis 1,5 - 2 Minuten - DUR25 40 Minuten - DUR95 50-70 Minuten - Metabolismus: hepatisch, keine aktiven Metabolite - große Variabilität der Wirkdauer bei alten Menschen!
- Dosierung: Idealgewicht! - ITN: 0,6 mg/kg - RSI: 1,2 mg/kg -> Anschlagszeit 1 min, verlängerte Wirkdauer! - bei Dosisreduktion auf 0,4 mg/kg Anschlagszeit 3 Min aber deutlich verkürzte Wirkdauer (DUR25 um 20 Minuten)
- UAW: - keine Histaminfreisetzung - Tachykardie, Hypertonie (Vagolyse)
Cisatracurium:
- im Vergleich zu Atracurium - höhere Potenz und längere Anschlagszeit (3-5 Minuten) - kaum Histaminfreisetzung und bessere hämodynamische Stabilität
Mivacurium:
- Kinetik: - ED95 0,07 mg/kg - Anschlagszeit 2-3 Minuten - DUR25 17 Minuten, DUR95 20-30 Minuten - Erholungsindex 5-10 Minuten - Abbau: Plasmacholinesterase -> primäre Beendigung der Wirkung nicht durch Umverteilung wie bei anderen Relaxantien! - Cholinesterasemangel: heterozygot Wirkverlängerung um 15 -30 Minuten, homozygot um mehrere Stunden (1:3000) - Dibucainzahl: Dibucain hemmt die normale Plasmacholinesterase nahezu vollständig (Dibucainzahl > 70, bei Abnormitäten heterozygot < 70, homozygot < 30
- Dosierung: - Intubationsdosis 0,2 mg/kg (kann bei sehr kurzen Eingriffen reduziert werden, dann aber längere Anschlagszeit) - Nachrelaxierung mit 2-4 mg
Succinylcholin:
- depolarisierendes Muskelrelaxans
- Kinetik: - ED95 0,3 mg/kg - Anschlagszeit 1 Minute - DUR95: 9-12 Minuten - Metabolismus: Plasmacholinesterase - Dualblock: bei repetitiven Boli oder in hohen Dosierungen > 6 mg/kg, Blockade präsynaptischer ACH-Rezeptoren -> erhebliche Wirkverlängerung -> kann durch Cholinesteraseinhibitoren aufgehoben werden
- UAW: - Hyperkaliämie - MH - Herzrhythmusstörungen, Bradykardie, Asystolie - Anstieg intraokulärer und intragastraler Druck - Masseterspasmus - Myoglobinurie - Rhabdomyolyse (v.a. bei Myopathien, Verbrennungen, Immobilisation, Sepsis)
- KI: - MH-Disposition - Muskelerkrankungen - Hyperkaliämie (rel. KI je nach Nierenfunktion) - Verbrennungspatienten - immobilisierte Patienten > 48 h - Kinder (vagolytische Wirkung)
Midazolam
Dosierung
Sedierung:
- 0,03-0,1 mg/kg i.v.
- Risikopatienten, > 60 Jahre, schlechter AZ: 1 mg i.v. langsam, Titration 1 mg alle 2 Minuten, Maximaldosis 3,5 mg
- < 60 Jahre, keine Risikofaktoren: 1-2,5 mg langsam i.v., Titration 1 mg alle 2 min., Maximaldosis 5 mg/h
Narkoseinduktion:
- 0,1-0,2 mg/kg i.v. oder i.m. (10-15 mg)
Pharmakokinetik:
- Wirkeintritt 45 -60 Sekunden
- Wirkdauer 15-30 Minuten
- sehr lipophil -> schneller Wirkeintritt, Kumulation!
Wirkung
- am GABA-Rezeptor
- anxiolytisch
- sedierend
- zentral muskelrelaxierend
- antikonvulsiv
- hypnotisch
UAW
- anterograde Amnesie
- Atemdepression (v.a. in Kombination mit anderen zentral wirksamen Substanzen)
- paradoxe Effekte (v.a. bei Kindern oder Älteren)
- geringe hämodynamische Effekte (Abfall SVR und MAP), verstärkt bei Kombination mit Opioid
Lokalanästhetika
#Lokalanästhetika #Pharmakologie #Medikamente #flashcards
Allgemeines
Wie werden Lokalanästhestika eingeteilt?
- chemische Struktur: Ester- vs. Amid-Lokalanästhetika
- Anschlagszeit: wird durch den pKa bestimmt
- Wirkdauer: wird durch Plasmaproteinbindung bestimmt
- relative Potenz: wird durch Lipidlöslichkeit bestimmt (höher= mehr Potenz)
Wie werden Lokalanästhetika abgebaut?
- Amino-Ester: Abbau durch Pseudocholinesterase, Abbau durch Hydrolyse, hohes Allergie potential der Abbaustoffe (para-Aminobenzoesäure)
- Amino-Amid: Abbau in Leber (,ggf. HWZ verlängert bei CYP-Hemmung
Was sind die Kenngrößen für einzelne Lokalanästhetika?
| LA | rel. Potenz | Beginn | Dauer | max. mg/kg | pKa | Lipidlöslichkeit | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Procain (E) | 1 | langsam | kurz | 12 | 8,9 | 1 | ambulante SPA |
| Amethocain (E) | 8 | langsam | lang | 15 | 8,5 | 200 | |
| Lidocain | 2 | schnell | mittel | 3 | 7,9 | 150 | Antiarhryt Ib, hohe TNS bei SPA |
| Prilocain | 2 | schnell | mittel | 6 | 7,7 | 50 | Methhämbilder, gut für i.v. Reg |
| Bupivacain | 8 | mittel | lang | 2 | 8,1 | 1000 | hohe kardiotox, Razemat |
| Ropivacain | 8 | mittel | lang | 3 | 8,1 | 300 | diffblock: sensibel > motorisch |
| Mepivacain | 2 | langsam | mittel | ==5== | 7,6 | 50 |
Worauf beruht die hohe Kardiotoxizität von Bupivacain?
Worauf beruht die hohe Kardiotoxizität von Bupivacain?::Die hohe Kardiotoxizität besonderer Effekt von Bupivacain erfolgt durch ==Blockierung myokardialer Na+-Kanäle mit "fast-in slow-out" und hoher Affinität==. Es hat nur einer geringe Spanne zwischen zentralvenöser und myokardialer Toxizität.
Levetiracetam
#Pharmakologie #Krampfanfall #Notfallmedizin #Antikonvulsiva #Medikamente
Indikation
- Stufe 2 beim Benzodiazepin-Resistenten Krampfanfall
Dosierung
- 60 mg/kg Levetiracetam (max. 4500 g)
- Über mehr als 10 Minuten
Anmerkung
- in Deutschland zur Therape die Status epilepticus nicht zugelassen
Ketamin
Pharmakologie
Wirkung:
- nichtkompetitive Blockade des NMDA-Rezeptors
- Wirkung an AMPA-Rezeptoren, ACH-Rezeptoren, GABA-Rezeptoren
- geringe Wirkung an µ- und k-Opioidrezeptoren
- hemmt die synaptische Wiederaufnahme von Noradrenalin und Serotonin -> analgetisch, hyperalgetisch, induziert eine dissoziative Anästhesie (Bewusstseinsverlust, Amnesie)
Pharmakokinetik:
- hydrophil
- wird in der Leber abgebaut und glukuronidert und dann renal ausgeschieden
- Eliminationshalbwertszeit 2-3 h
- Wirkeintritt nach 1 Minute, Wirkdauer 10-15 Minuten (Umverteilung)
- kontextsens. HWZ ähnlich wie Propofol
UAW:
- sympatikomimetisch: Steigerung HF, HZV, RR, vaskulärer Widerstand (dosisunabhängiger Effekt) -> Steigerung myokardialer Sauerstoffverbrauch
- Schutzreflexe bleiben weitestgehend erhalten, Mikroaspirationen möglich
- Bronchospasmolyse v.a. in höheren Dosierungen
- Hyperkapnie
- Hypersalivation
- Atemdepression in hoher Dosierung
- gesteigerte pharyngeale Reflexe
Kontraindikationen:
- akuter Myokardinfarkt, KHK
- bei Spontanatmung SHT/Hirndruck (CO2-Anstieg)
- perforierende Augenverletzungen (Augeninnendruck steigt an)
- Präeklampsie, Eklampsie
- psych. Erkrankungen
Dosierung:
-> hohe therapeutische Breite
- Narkoseinduktion:
- i.v.: 0,5-1 mg/kg
- i.m.: 2-4 mg/kg
- Nachinjektion alle 10-15 Minuten halbe Initialdosis
- Analgesie:
- i.v.: 0,125-0,25 mg/kg
- i.m. 0,25-1 mg/kg
- nasal: 1 mg/kg
Katecholamine
!../../_assets/gallery/Pasted image 20250626213732.png
INDOCYANINGRÜN
#Medikamente
- 25 mg grünes Pulver, das NUR in Wasser für Injektionszwecke gelöst werden darf (KEIN NaCl!)
- Pulver in 5 ml Wasser für Injektionszwecke auflösen: 5 mg/ml
- Verabreichung direkt nach Auflösen
- sicherer i.v.-Zugang (ZVK)
- KI: enthält Natriumiodid, daher Kontraindikation bei Iod-Allergie, manifester Hyperthyreose,
autonomen Schilddrüsenerkrankungen - NW: anaphylaktische Reaktionen (unabhängig von vorbestehender Iod-Allergie)
- Lagerort: OP-Pflege-Schrank „Medikamente“
Heparine
unfraktioniertes Heparin (UFH)
Wirkung
- Bindung an Antithrombin und Thrombin → Komplexbildung → Hemmung von Thrombin → Umwandlung von Fibrinogen zu Fibrin ↓
- Faktor Xa-Hemmung
!../../_assets/gallery/Pasted image 20250710115528.png
Granisetron
[!warning] Interaktion Hemmt die Wirkung von Paracetamol via pharmakodynamischer Interaktion^1
Dexmedetomidin
#Medikamente #Muskelrelaxantien
Dosierung
- intranasal: 2 µg/kg^1
Ceftriaxon
#Antibiotika #Cephalosporin #Pharmakologie #Notfallmedizin #Pädiatrie #Sepsis #Medikamente
Präklinische Indikation
Therapie der Meningokokkensepsis (typ. Hauterscheinungen in Kombina- tion mit schwerer Sepsis)
Dosierung:
- 100 mg/kg
- Neugeborene bis 14. Lebenstag: 50mg/kg
Atropin
Wirkung:
- kompetitive Hemmung von ACH an muskarinergen Rezeptoren (postganglionäre M2-Rezeptoren)
- parasympatikolytisch (anticholinerg)
Pharmakokinetik:
- teils unveränderte renale Elimination, teils hepatische Metabolisierung
- max. Wirkung nach 2-3 Minuten
- Eliminations-HWZ ca. 30 Minuten
Indikation:
- hämodynamisch wirksame Bradykardie
- beachte: HF-Zunahme im Abhängigkeit vom Vagotonus! bei niedrigen Dosierungen (0,4-0,6 mg) paradoxe Wirkung mit HF-Abnahme (Stimulation postganglionärer M1-Rezeptoren, die die ACH-Freisetzung modulieren)
- Alkylphosphatintoxikation
UAW:
- Mydriasis
- Mundtrockenheit
- Hyperthermie, verminderte Schweißsekretion
- Hautrötung
- Harnverhalt
- Darmatonie
- zentrale Erregung, Halluzinationen, Koma (in hohen Dosierungen)
Kontraindikation:
- Engwinkelglaukom
- Blasenentleerungsstörungen
- Hyperthyreose/Thyeotoxikose
- Myasthenia gravis
- akutes Lungenödem
- Tachkardie
Interaktionen:
- Dopaminantagonisten (MCP) -> Wirkabschwächung
- cave additive anticholinerge Effekte bei Antidepressive (tri-/tetracyclische), Antihistaminika, Neuroleptika, Amantadin, Chinidin
Alfentanil
Wirkung:
- reiner µ-Agonist
- Wirkstärke 30-40 fach von Morphin Dosierung:
- Einleitung: 10-25 µg/kg (0,75-2 mg)
- Aufrechterhaltung: 10-15 µg/kg Pharmakokinetik:
- Wirkeintritt nach 0,5-1,5 Minuten
- Wirkdauer nach Bolusgabe 10-15 Minuten
- CAVE: Kumulation -> mit ca. 1 h nach 3h Infusionsdauer etwas höhere kontextsenis. HWZ als Sufentanil
- hepatische Elimination (CytP450)
Adenosin
#Medikamente #Notfallmedizin
- wirkt über G-Protein-gekoppelte Adenosin-Rezeptoren
- negativ chronotrop + negativ dromotrop + negativ inotrop
- Applikation via ZVK als schnellen Bolus
- ca. 10 sec nach einer Bolusinjektion: AV-Knoten-Blockade -> Bradykardie -> Herzstillstand
- HWZ ca. 10 sec
- Erforderliche Dosis für NCH: 24 – 36 mg