Knochenzement Reaktion (BCIS)
Quelle: 2019_3_124-133_Knochenzementreaktion Pathophysiologie, Diagnostik und Behandlungsoptionen
Allgemeines
- häufigste Ursache intraoperativer Mortalität in der Endoprothetik
Symptome
- Hypoxie
- arterielle Hypotonie
- pulmonal-arterielle Hypertonie (Fett und Zementembolien, Pulmonale Vasokonstriktion, Rechtsherzversagen)
- Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herzstillstand
- Bei wachen Patienten Vigilanzminderung bis Koma Auftreten der Symptome üblicherweise direkt bei der Zement- oder Protheseneinbringung (Schaft!), der Reposition des Gelenkes, Ablassen von Blutsperren
Schweregradeinteilung nach Donaldson
| Schweregrad | Klinik |
|---|---|
| 1. Grades | moderate Hypoxie (SpO2 <94%**) oder Hypotension (Abfall des systolischen Blutdruckes **(RRsyst) um >20%) |
| 2. Grades | schwere Hypoxie (SpO2 <88%**) oder Hypotension (**Abfall des RRsyst >40%) oder unerwarteter Bewusstseinsverlust |
| 3. Grades | Kreislaufversagen mit Notwendigkeit von CPR |
Pathophysiologie
Genaue Pathophysiologie bisher nicht geklärt.
- Mediatorentheorie
- Komplementaktivierung
- Reaktion auf das Methylmeth acrylat Monomer (MMA)
- Embolien
Prävention
- Die Association of Anaesthetists empfiehlt in ihren Guidelines eine Zementierung beim Sign-in zu benennen und vor der Narkose den resuscitation status zu ermitteln.
- Zementierung rechtzeitig ankündigen, Kommunikation im Team.
- FiO2 vor Zementierung 100%
- Bradykardien therapieren
- MAP > 70 mmHg
- Volumendefizit ausgleichen
Differentialdiagnosen
- hämorrhagischer Schock
- RH-Dekompensation
- LH-Versagen
- Anaphylaxie
- Pneumothorax
Therapie
- Oxygenierung verbessern (FiO2 Erhöhen, Euler Liljestrand Mechanismus)
- Hypotonie behandeln ggf. Vasopressoren/ Inotropika
- Infusionen -> Vorlast erhöhen -> Cardiac Output erhöhen (Abhängig vom Patienten)
- Corticoide nicht empfohlen
- Keine wesentliche Kausale Therapie möglich