# Anästhesie Bookstack

Testbuch für Obsidiansync

# SOPs

# Sitzende Lagerung

# Blutdruckmanegement

MAD (cerebral) = MAD (Herzhöhe) - 0,75 x Strecke Herz - Gehörgang

-&gt; MAD ca. 20 - 25 mmHg höher als sonst halten (85 - 90 mmHg)

# Weitere Maßnahmen:

- keine übermäßige Beugung im Hüftgelenk (ven. Abfluss!)
- Verrutschen des Kopfs bei einseitigem Zug am Arm verhindern
- keine Hyperventilation (-&gt; CO2-Abfall führt zu cerebraler Vasokonstriktion)
- regelmäßige Lagerungskontrollen
- Regionalanästhesie bevorzugen
- MAD nicht niedriger als 80 % des Ausgangswertes in Ruhe und Rückenlage
- ggf. Monitoring und Diagnostik/NIRS

# SOP Allgemeinanästhesie

## Präoperative Vorbereitung:

- Check -&gt; Vorstellung, Identität/OP/Nüchternheit/Aufklärung, orientierend Atemweg/EGRI/Zahnstatus
- Wärmen
- Monitoring
- i.V.-Zugang
- Atemwegsmanegement auswählen (EGRI!)
- DGAI-Gerätecheck

## Präoxygenierung:

- FiO2 100 %, Flow &gt; 8l, APL bis PEEP 5 mbar
- Ziel: FeO2 &gt; 80 %!

## Narkoseeinleitung:

- Opioide:
    - ../../../Pharmakologie/Medikamente/Sufentanil: 0,2-0,5 µg/kg (i.D.R. 20-40 µg)
    - ../../../Pharmakologie/Medikamente/Remifentanil via Perfusor, initial 0,3 - 0,5 µg/kg/min, dann reduzieren
    - ../../../Pharmakologie/Medikamente/Alfentanil: 15-20 µg/kg (ca. 0,75 - 2 mg) als Bolus
        - (zum Einleiten unverdünnt 1 mg/ml, zum Nachspritzen 0,1 mg/ml, CAVE: kumuliert!)
- Hypnotika:
    - ../../../Pharmakologie/Medikamente/Propofol
        - i.D.R via Perfusor, 1,5 mg/kg als Bolus über ca. 1 Minute, danach 4 mg/kg/h kontinuierlich
        - als Bolus: 2-3 mg/kg, je nach Patient und Krieslaufsituation mehr oder weniger
    - Ketanest
    - Midazolam
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Muskelrelaxantien
    - Mivacurium: 0,2 mg/kg
    - Atracurium: 0,2-0,5 mg/kg (Standard und mod. RSI)
    - Rocuronium: 0,6-1,2 mg/kg (RSI und mod. RSI)
    - Succinylcholin: 0,6-1 mg/kg (RSI, nur im Kreissaal, nicht in der der Kinderanästhesie) CAVE Kontraindikationen: Hyperkaliämie, Dialysepfl. NI, Bettlägrigkeit &gt; 48-72 h, MH-Disposition, Verbrennungen)
- Vasopressoren:
    - Noradrenalin:
        - aus der Hand: 1mg/100 ml -&gt; 10 µg/ml
        - aus dem Perfusor: 1 mg/50 ml -&gt; 20 µg/ml peripher (und 60 µg/ml zentralvenös)
- weitere Medikamente:
    - Lidocain: 20 mg/ml 1-2 ml, 15 sek. abdrücken zur Analgesie vor Propofolinjektion
    - Dexamethason: 4 ml, KI: Lymphome -&gt; Tumorlysesyndrom

## nach Narkoseeinleitung:

- Augenschutz (vor Maskenventilation)
- Überprüfung der Narkosetiefe (Lidreflex, Esmarch)
- Maskenventilation (2-3 Hübe manuell, dann PCV Pinsp max. 20 mbar)
- ggf. Guedel

## Atemwegssicherung:

- LAMA-&gt;&gt; max. 2 Versuche ohne FA
- ITN -&gt; Frauen 7,0, Männer 7,5, max. 1 Versuch ohne FA
- Cuff-Kontrolle

## Narkoseaufrechterhaltung:

- Opioide:
    - Sufentanil: Bolusgaben, bei OP &gt; 2 h über Perfusor 0,2-0,5 µg/kg/h
    - Remifentanil: über Perfusor 0,1-0,5 µg/kg/min
        - Ergänzung um Piritramid 0,05-0, mg/kg ca. 20 Min vor OP-Ende
- Hypnotika:
    - TIVA mit ../../../Pharmakologie/Medikamente/Propofol
    - Gasnarkose i.D.R. mit Sevofluran
    - Desfluran: nur in Ausnahmefällen, Adipositaschirurgie
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Muskelrelaxantien
    - Repetition unter Verwendung von Relaxometrie bei Notwendigkeit
    - i.d.R. Nutzung des Einleitungsrelaxans
- Relaxometrie
    - TOF-Zahl -&gt; Anzahl der Reizantworten
    - TOF-Quotient -&gt; Verhältnis der Reaktionsstärke von 4. zu 1. Reiz
    - PTC -&gt; Tetanischer Reiz für 5 s und 10-20 Einzelreize, Anreicherung ACH im synapt. Spalt, wenn TOF 0 kann PTC positiv sein (Pat. nachrelaxieren wenn Chirurg sich beschwert)
    - Double Burst: zwei Reizsalven, mehr taktile/visuelle Diskrminiation bei TOF-Ratio &gt; 0,6, veraltet
- Narcotrend/BIS

## Narkoseausleitung:

- Überprüfung Restrelaxierung: TOF &gt; 0,9 !
- ggf. Antagonisierung der Muskelrelaxation:
    - ../../../Pharmakologie/Medikamente/Neostigmin 20-70 µg/kg -&gt; 1,5 mg (3 Ampullen) bei 70 kg #
        - sinnvoll bei TOF &gt;2, max. Effekt bei 70 µg/kg (Ceiling-Effekt)
        - für Atracurium und Rocuronium
        - max. Wirkung nach 7-11 Minuten, HWZ 60 Min.
    - ../../../Pharmakologie/Medikamente/Atropin: immer bei Gabe von Neostigmin dazugeben
        - 0,5 mg in 1 ml
        - um muskarinerge Wirkungen von Neostigmin zu verhindern (Bradykardie!)
        - Wirkeintritt: 2-3 min, HWZ 30 Min.
    - ../../../Pharmakologie/Medikamente/Sugammadex
        - 2-4 mg/kg nach tatsächlichem Gewicht dosiert
        - Notfall: 16 mg/kg
        - langsam spritzen! (Vagolyse, Asystolien)
        - CAVE: renale Elimination, bei potentieller Notwendigkeit von Reintubation und Niereninsuffizienz hat erneutes Relaxieren mit Rocuronium eine eingeschränkte Wirkung!
- Präoxygenierung: FiO2 0,8, Flow &gt; 8l/min
- Absaugen, ggf. Einlage Guedel
- Extubation mit geblocktem Cuff und Blähmanöver

# RSI

# Indikationen

## modifizierte RSI

- Hiatushernie
- Reflux mit Symptomatik im Liegen
- Nahrungsaufnahme nach Nüchternheitsgrenze, auch vor Trauma
- Urämie
- Schwangere ab 16. SSW - 32. SSW
- Schwangere ab 32. SSW ohne Refluxbeschwerden (inkl. zur elektiven Sectio wenn keine Relfuxbeschwerden)
- unmittelbar postpartum
- intraabdom. Pathologien (außer Retentionsmagen)

## Crush-Intubation ("echte RSI")

- Thoraxmagen
- Retentionsmagen, Magenausgangsstenose
- Dünndarmileus
- obere GI-Blutung
- frische Mittelgesichtsfraktur
- Schwangere ab 32. SSW mit Refluxbeschwerden
- Notsectio
- Nachblutung im HNO-Bereich

# Vorgehen

## Generell:

- Facharztstandard
- Absaugung von OP-Pflege
- OK-Hochlagerung
- apnoeische Oxygenierung
- Tubus mit Führungsstab
- Videolaryngoskop mit McIntosh-Spatel

## modifizierte RSI:

- Relaxierung mit Rocuronium 0,6 mg/kg
- Guedel-Einlage nach Narkoseinduktion
- Zwischenbeatmung mit PCV, Pinsp max. 20 mbar

## Crush-Intubation

- Bildgebung studieren
- vorhandene Magensonde absaugen (auf 50 -60 cm positionieren)
- erwäge Anlage MS wenn nicht vorhanden
- Person zur Tischpositionsveränderung festlegen
- Rocuronium 1,2 mg/kg
- Maske mit 15 l/Min dicht aufsetzen
- Intubation ohne Zwischenbeatmung
- Führungsstab

# Prämedikation

# Anamnese

- Vorerkrankungen
- kardiovask. Risikofaktoren
- Belastbarkeit (MET)
- Familienanamnese bzgl. Muskelerkrankungen/MH
- Medikamente
- Gerinnungsanamnese
- Allergien
- Vor-OPs/Vornarkosen
- PONV
- Reflux

# Risikoevaluation

## Eingriffsbezogenes Risiko:

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222405.png

## kardiovaskuläres Risiko:

- akut symptomatische Herzerkrankungen !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222510.png
- Risikofaktoren nach Lee -&gt; MACE-Risiko !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222547.png
- Belastbarkeit (MET)

## Schlaganfallrisiko

- in den letzten 6 Monaten Schlaganfall oder TIA -&gt; neurologisches Konsil + bildgebende neurovaskuläre Diagnostik
- 9 Monate nach Schlaganfall/TIA keine elektiven Eingriffe

## Risiko für pulmonale Komplikationen

- ARISCAT !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716131257.png
    - OSAS -&gt; STOP-BANG

## Risiko für Delir/POCD

- Mini-Cog
    - Uhr malen mit 11:10 Uhr
    - Apfel-Tasse-Münze

# körperliche Untersuchung

- Atemweg:
    - EGRI !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715204448.png
    - ggf. CT/HNO-Befund
- Auskultation von Herz und Lunge
- Beinödeme?
- Inspektion von Punktionsstellen bei Regionalanästhesie

# Apparative Diagnostik

## EKG und Biomarker

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222301.png

## Labor

- keine routinemäßige Laboruntersuchung
- Hb bei Eingriffen mit relevantem Blutungsrisiko (Transfusionswahrscheinlichkeit &gt; 10 %)
- Kreatinin bei Eingriffen mit hohem eingriffsbezogenem Risiko
- Gerinnung bei Einnahme gerinnungsaktiver Medikation oder auffälliger Anamnese
- Blutzucker: bei bek. Diabetes mellitus
- Minimalstandard bei vermuteter Organerkrankung: !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716131752.png

## TTE

- nicht routinemäßig durchzuführen
- bei neu aufgetretenem Herzgeräusch und Symptomen
- bei Dyspnoe und/oder peripheren Ödemen PLUS erhöhtes NT-pro-BNP

## Doppler-Sonographie der Halsgefäße

- bei Patienten mit Symptomen einer Carotisstenose in den letzten 6 Monaten
- ggf. Revaskularisierung vor einem elektiven Eingriff vorteilhaft

## Bildgebende Ischämiediagnostik

-&gt; Myokardszintigraphie, Stressechokardiographie

- durchzuführen bei hohem Eingriffsrisiko, eingeschränkter Belastbarkeit und hohem Patientenrisiko für eine KHK
- durchzuführen bei hohem Eingriffsrisiko + eingeschränkter Belastbarkeit + Z.n. PCI/ACVB

## pulmonale Diagnostik

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716133626.png

# Perioperativer Umgang mit Dauermedikation

<table id="bkmrk-kreislaufwirksame-ph"><thead><tr><th>Kreislaufwirksame Pharmaka</th><th></th></tr></thead><tbody><tr><td>Betablocker</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Calciumantagonisten</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Diuretika</td><td>absetzen, Ausnahme: bei fortgeschr. chron. Niereninsuffizienz</td></tr><tr><td>ACE-Hemmer/AT1-Antagonisten</td><td>absetzen  
bei peripherer RA weitergeben  
weitergeben bei linksventr. Dysfunktion</td></tr><tr><td>Sacubitril/Valsartan</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Ivabradin</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Digitalis</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Statine</td><td>weitergeben</td></tr></tbody></table>

<table id="bkmrk-antidiabetika-sglt2-"><thead><tr><th>Antidiabetika</th><th></th></tr></thead><tbody><tr><td>SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin)</td><td>Risiko: euglykäme Ketoazidose  
niedriges OP-Risiko -&gt; 48 h Pause  
mittleres/hohes OP-Risiko -&gt; 72 h Pause</td></tr><tr><td>GLP1-Analoga (Exenatid, Liraglutid o.ä.)</td><td>Risiko: verzögerte Magenentleerung, Aspiration  
kurzwirksam: 1 Tag vorher absetzen   
langwirksam: letzte Gabe &gt; 7 Tage</td></tr><tr><td>Metformin</td><td>Risiko: Laktatazidose  
niedriges und mittleres Risiko: am Vorabend absetzen  
hohes Risiko: 48 h vorher absetzen  
KM-Gabe: 24-48 h vorher absetzen</td></tr><tr><td>Sulfonylharnstoffe, Glitazone, Gliptine</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Insuline  
- konv. Therapie  
- intensivierte Insulintherapie  
- Langzeitinsulin  
</td><td>  
50 % der Dosis am OP-Morgen  
am OP-Tag Basalinsulin ohne Bolusgabe  
ggf. Dosisreduktion um 50 % am Vorabend (hohes Hypoglykämierisiko, große OP)</td></tr></tbody></table>

**Gerinnungwirksame Medikation** -&gt; nach Aussage operative Fachdisziplin

<table id="bkmrk-psychopharmaka-mao-h"><thead><tr><th>Psychopharmaka</th><th></th></tr></thead><tbody><tr><td>MAO-Hemmer  
- irreversibel  
  
  
- reversibel</td><td>  
wenn möglich 14 d prä-OP absetzen. Falls nicht möglich: Kontraindikation für Pethidin, Tramadol, Akrinor (als CAVE auf dem Protokoll vermerken)  
am Vortag pausieren</td></tr><tr><td>Trizyklische Antidepressiva</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>SSRI/SNRI</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Lithium</td><td>enge ther. Breite, Akkumulation bei Niereninsuff.   
kleinere Eingriffe: Pause am OP-Tag, Spiegelbestimmung empfehlen  
große Eingriffe: 72 h prä-OP pausieren, RS Neurologie/Spiegelbestimmung</td></tr><tr><td>Neuroleptika</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Antikonvulsiva</td><td>weitergeben</td></tr><tr><td>Parkinsonmedikation</td><td>weitergeben</td></tr></tbody></table>

<table id="bkmrk-weitere-medikamente-"><thead><tr><th>weitere Medikamente</th><th></th></tr></thead><tbody><tr><td>Corticosteroide</td><td>weitergeben, bei Dosis &gt; Cushing-Schwelle -&gt; Subtstitution perioperativ</td></tr><tr><td>Analgetika/Coanalgetika</td><td>weitergeben</td></tr></tbody></table>

# Periphere Regionalanästhesie

# Dosierungen:

Maximaldosierungen beachten!

- peripherer Block (stationär)
    - 30 ml Mepivacain 1 %
    - 10 ml Ropivacain 0,5 %
- peripherer Block (ambulant)
    - 40 ml Mepivacain 1 %
- zervikaler Plexus: 
    - 30 ml Ropivacain 0,375 % Beispiele:
- Femoralisblock: 10 -15 ml Lokalanästhetikum (lt. Nysora)
- Ax. Plexus: mind. 20 ml Mepivacain, 10 ml Ropivacain
- Dist. Ischiadicusblock: 20 ml Mepivacain, 10 ml Ropivacain

# Nadeln:

- Single-shot: Sonoplex 50 mm/22 G oder 100 mm/22 G bei Blockadetiefe &gt; 5 cm
- Katheter: SonoLong 50 mm/19 G oder 150 mm/19 G bei Blockadetiefe &gt; 5 cm

# Dokumentation:

- Sens./Motorik vor Punktion und post-OP (vor Entlassung AWR)
- Anlageort, RA mit US +/- Nervenstimulation, Desinfektion nach SOP, Punktion nach LA mit x ml Mepivacain 1 % , Nerven identifiziert, keine Parästhesien/Schmerzen, neg. Aspiration, Stimulationsstärke bei max. x mA (0,1 ms)
- Medikamente insgesamt
- Katheter: Fixierung bei x cm HN, Aspiration über Katheter negativ
- bei Katheter Anforderung Konsil Schmerzdienst und Anlage Schmerzdoku (Textbausteine)

# PDK zur Geburt

# Vorbereitung

- Aufklärung vorhanden?
- Gerinnungsanamnese, ggf. Labor
- gerinnungswirksame Medikamente?
- Kontraindikationen?
- i.v.-Zugang mind. 20 G
- EKG, RR, SpO2

# Medikamente:

- Lokalanästhesie: Mepivacain 1 % 3-5 ml
- Mischung zum Aufspritzen und für den Perfusor: Ropivacain 0,1 % + Sufentanil 0,5 µg/ml

# Durchführung

- Katheteranlage nach den Regeln der Kunst
- Aspirationsprobe ohne Filter
- Filter mit LA-Mischung durchspülen
- als "Testdosis" 3/2 ml der Ropivacain-Sufenta-Mischung geben, auf Symptome einer intrathekalen/intravasalen Katheterlage achten
- Katheter fixieren
- 5 ml Boli in Abständen von 5 Minuten, 2-3 x wiederholen (Gesamtvolumen 15-20 ml)
- Anschließen des Perfusors für PCEI, 6-10 ml/h

# Probleme

- blutige Punktion: eine Höhe höher/tiefer punktieren
- blutige Aspiration: Katheter entfernen, keine Medikamentengabe! Ggf. Neupunktion auf gleicher Höhe
- Parästhesien/Schmerzen: Katheter zurückziehen
- Liquor aspirabel: Katheter entfernen, ggf. Punktion auf anderer Höhe
- max. 2 Punktionsversuche auf max. 2 Höhen, dann Info OA/FA

# single-Shot Spinalanästhesie

- bei fortgeschrittener Geburt wenn PDK nicht mehr sinnvoll
- spinale Punktion wie zur SpA
- Gabe von 1,5 ml Ropivacain 0,1 % + 0,5 ml Sufentanil 5 µg/ml (Gesamtvolumen 2 ml)

# PDK für operative Eingriffe

# Indikationen:

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250709154256.png

# Kontraindikationen

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250709154333.png

# Vorgehen bei der Anlage des Katheters

- Anlage PDK nach den Regeln der Kunst, einführen bis Marke III am Nadelanfang
- Nadel entfernen Katheter auf HN + 4-5 cm ziehen
- Konnektor anschließen, Aspiration ohne Filter mit 2 ml-Spritze
- gespülten Filter konnektieren, Katheter fixieren und sichern
- fraktionierte (2 ml/3 ml) Gabe von 5 ml vorbereiteter PDK-Mischung (s.u.) als Testdosis
- PDK-Mischung: Ropivacain 0,4 % + Sufentanil 0,5 µg/ml (in 20 ml-Spritze)

# Komplikationen bei der Durchführung

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250709154413.png

# Intraoperatives Vorgehen

- zunächst fraktionierte Gabe von 5 ml der PDK-Mischung vor Hautschnitt
- wiederholte Gabe von jeweils 8-10 ml nach 1,5 -2 h
- wenn keine ausreichende Wirkung nach RS OA höhere Konzentration oder Opioid
- wenn vorbereitete Mischung aufgebraucht Anschluss Perfusor mit Laufrate 0,1 ml/kg/h und Ropivacain 0,2 % plus Sufentanil 0,5 µg/ml

# Gerinnungsmanegement

## Akute Blutung - Vorgehen

1. Hilfe holen!
2. Tranexamsäure 1 g als KI, 1g über 8 h (20 mg/kg)
3. bei Hb &lt; 6 mg/dl Beatmung mit 100 % Saurstoff
4. Rahmenbedingungen optimieren 
    - Normothermie
    - pH &gt; 7,2
    - Calcium hochnormal halten (&gt; 1,1 mmol/l in der BGA) -&gt; 20 ml Ca-Glukonat (= 2,26 mmol) als frakt. Bolus
5. Fibrinogengabe empirisch 4 - 8 g (25-50 mg/kg)
6. PPSB- Gabe empirisch (20-40 I.E/kg, min. 3600 I.E.)
7. Labordiagnostik 
    - Blutbild
    - Gerinnung
    - Fibrinogen, F XIII
    - TEG

## Zielwerte:

- Hb &gt; 9
- Fibrinogen &gt;1,5 -2 g
- Thrombozyten &gt; 100 000/µl bei Massivblutung, &gt; 50 000 bei mäßiger Blutung

## Weiteres:

- FFPs:
    
    
    - nur bei Massivtransfusion ab 8 EKs
    - im Verhältnis EKs : FFPs 1:1 bis 1:2
    - isolierter Faktor V/IX-Mangel -&gt; 15-20 ml/kg
- Faktor XIII:
    
    
    - 30 I.E./kg -&gt; 1250 I.E. pro Ampulle
- Thrombozytenkonzentrate:
- 1 TK pro 4 EKs
- Minirin (Desmopressin) -&gt; verstärkte Adhäsion von Thrombozyten ans Gewebe, Freisetzung von Faktor VIII und vWF
    
    
    - 0,4 µg/kg (1 Ampulle a 4 µg pro 10 kg KG) als KI
    - bei ASS-Einnahme oder vW-Jürgens- Syndrom
    - bei weiterbestehender Blutung trotz optimalem Gerinnungsmanegement an (erworbenes) vW-Syndrom denken
- bei Marcumar PPSB:
    
    
    - benötigte I.E. = (Ziel-Quick - Ist-Quick) / KG \[kg\]
- bei NOAKs PPSB:
    
    
    - 50 I.E./kg KG
    - nicht bei Dabigatran -&gt; Idarucicumab, 5 g
- rFVIIa (NovoSeven)
    
    
    - Ultima Ratio bei unstillbarer Blutung, 90 µg/kg
    - Oberärztliche Entscheidung

# Geriatrische Patienten in der UCH

## Monitoring

- ab ASA III: art. Druckmessung vor Narkoseeinleitung
- strukturelle Herzerkrankung/KHK/relevante Vitien/EF &gt; 35% : TTE durch Anästhesie zur groben Beurteilung der Pumpfunktion prä-OP, 3-L-ZVK

## Narkoseführung:

- opioid-lastig, Einleitung z.B. Sufenta &gt;/= 0,5 mg/kg + 0,5 mg/kg Propofol
- mit Ketamin: Sufenta &gt;/= 0,5 µg/kg plus 1-2 mg/kg Ketanest S als Bolus
- Norperfusor laufen lassen
- Hb &gt; 8 mg/dl
- Info OA bei Nor &gt; 0,05 µg/kg/min

## Postoperativ:

- ggf. AWR auch mit Arterie und ZVK, bei hämodyn. Stabilität im Verlauf Entfernung und Verlegung auf Station

# Elektive Sectio

# Kategorien

- Kat 1 Notsectio: Entbindung &lt; 10 Minuten -&gt; Allgemeinanästhesie
- Kat 2 Eilige Sectio: Entbindung &lt; 30 Minuten
- Kat 3 Zügige Sectio Entbindung &lt; 60 Minuten
- Kat 4 Ungeplante Sectio &lt; 6 h
- Kat 5 Elektive Sectio

# Präoperativ

- Blutgruppe und AKS
- EKs nur bei Placenta praevia/Plazentationsstörungen -&gt; in Kühlbox im Saal, bei Nichtgebrauch zurückschicken

# Elektive Allgemeinanästhesie

## Einleitung:

- ohne Reflux -&gt; mod. RSI (Rocuronium 0,6 mg/kg)
- mit Reflux -&gt; RSI (Succinylcholin 0,5 - 0,7 mg/kg)
- mit Videolaryngoskop und unter Absaugbereitschaft
- Narkoseinduktion nach abgeschlossener OP-Vorbereitung (Abwaschen etc.)
- Freigabe unmittelbar bei erloschenen Schutzreflexen, vor Atemwegssicherung
- bei 2x gescheiterter Intubation Einlage LM

## Narkoseaufrechterhaltung

- Sevofluran bis max. 1 MAC (MAC bei Schwangeren reduziert)
- unmittelbar nach Abnabelung Sufentanil-Gabe

# Spinalanästhesie

-&gt; Standardverfahren zur elektiven Sectio

## Kontraindikationen:

#### Absolut:

➢ Ablehnung durch Schwangere trotz Risikoaufklärung ➢ Gerinnungsstörungen (Quick &lt; 50%, PTT &gt; 50 sec., Thrombozyten &lt; 50 Tds/nl ➢ Infektionen an der Punktionsstelle

#### Relativ:

➢ Wirbelsäulendeformitäten ➢ Voroperationen an Wirbelsäule, neurologische Erkankungen, hier genaue Dokumentation der neurologischen Defizite präoperativ; Rücksprache mit OA

#### Besonderheiten:

➢ Plazenta praevia, Plazentationsstörung: Anlage einer SPA im Sitzen oder Linksseitenlage je nach möglicher mechanischer Kompression durch Kindskopf möglich, Rücksprache mit Geburtshelfer ➢ HELLP: SPA möglich, wenn Thrombozyten &gt; 70 Tsd/nl und Laborwert nicht älter als 2 h (Cave: Beachte Dynamik des Thrombozytenabfalls!)

## Durchführung

- Nadel: Sprotte 24 G/90 mm und 103 mm
- LA mit Mepivacain 1 %
- Mischung: 2 ml Bupivacain 0,5 % hyperbar + 1 ml Sufentanil 5 µg/ml, davon 2,4 ml - 3 ml
- angestrebte Blockadehöhe Th 5
- Cohydratation mit Jonosteril oder Gelafusal
- ggf. Gabe Akrinor

# Periduralanästhesie

-&gt; bei liegendem Katheter zur sekundären Sectio

- Aspirationstest!
- insgesamt 15-20 ml Ropivacain 0,75 % plus 10 µg Sufentanil -&gt; 3-5 ml Ropivacain, 5 Minuten warten, dann den Rest

# Nach Abnabelung:

- Antibiose mit Cefazolin 2g oder Clindamycin 600 mg
- 6 I.E. Oxytocin in 20 ml NaCl über 6 Minuten (200 ml/min)
- 8 mg Dexamethason i.v.
- APGAR und Nabelschnur-pH dokumentieren

# nach OP-Ende

- postoperative Schmerztherapie anordnen:
    - first-line: 600 mg Ibuprofen p.o. 1-1-1 und PCM 1000 mg p.o. 1-1-1
    - second-line: Targin 5/2,5- 10/5 mg p.o. 1-0-1
    - Rescue: Piritramid 3,75-7,5 mg i.v. als KI
- Übergabe an Hebamme, Dokumentation Name der Hebamme auf dem Protokoll
- Kopie Narkoseprotokoll für den Kreissaal
- 

# Apnoeische Oxygenierung

## Patientengruppen

- EGRI &gt;= 3
- RSI
- vorbestehende resp. Insuffizienz
- Kinder unter 6 Jahren
- verminderte FRC (Schwangere, Adipositas)
- Intensivstation

## Vorgehen

- O2-Brille mit 6 l/min
- Präoxygenierung und Narkoseinduktion
- bei Apnoe O2 auf 15 l/min

# Anästhesie bei Begleiterkrankungen

# kardial implantierte elektronische Geräte

Quelle: [Update zum perioperativen Umgang mit kardial implantierten elektronischen Geräten | Die Anaesthesiologie | Springer Nature Link](https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-026-01657-3)

# intraoperative Komplikationen

## elektromagnetische Interferenzen v.a. bei monopolarem Kautern

- Überwahrnehmung: Unterdrückung einer Stimulation durch SM
- bei ICD fälschlich als Kammerflimmern wahrgenommen
- Risiko steigt mit abnehmendem Abstand von Kauter und Aggregat
- ggf. Umprogrammierung und Magnetauflage notwendig

## Oversensing

Fehlerhafte Wahrnehmung von extra- oder intrakardialen Signalen als Vorhof- oder Ventrikelaktivität, was zu inadäquater Therapieabgabe (im Falle eines ICD) oder -unterdrückung führen kann.

## Undersensing

Unzureichende Wahrnehmung intrakardialer elektrischer Signale, obwohl diese im Myokard auftreten.

## Exit Block

Die Reizschwelle steigt derart an, dass auf abgegebene Stimulationsimpulse keine adäquate Reizantwort mehr erfolgt.

## Umprogrammierung

- CRT-D
- kabellose Schrittmachern
- ICD und Elektrochirurgie
- ICD und Elektrochirurgie

## Magnetauflage

- Bei transvenösen Schrittmachern ohne Schrittmacherabhängigkeit: Magnet bereithalten, nur auflegen bei Verdacht auf EMI
- Bei transvenösen Schrittmachern *mit* Schrittmacherabhängigkeit: Magnet auflegen
- Bei ICD (*ohne* Schrittmacherabhängigkeit) ohne präoperative Umprogrammierung: Magnet auflegen
- Kenntnis, wie das Gerät auf Magneten reagiert (z. B. bei ICD: Deaktivierung der Schockfunktion)
- Achtung: Der Magnet deaktiviert *nicht* das Pacing!

# Management von Komplikationen

## Magnetauflage

- SM: versetzt meistens in asynchronen Stimulationsmodus V00/A00 Modus
- ICD: Deaktivierung der antitachykardie Funktionen
- bei kabellosen Schrittmachern oder CRT-D nicht automatisch asynchroner Modis

## Bradykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

- Magnet auflegen
- medikamentös: z.B. Adrenalin
- externes/ transvenöses Pacing

## Tachykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

- Magnet auflegen --&gt; Besserung = Schrittmacherbeteiligung

## (Inadäquate) Schockabgabe durch ICD

- Magnet auflegen --&gt; ICD-Funktion wird deaktiviert
- falls adäquate Schocks: Therapie der Rhythmusstörung

# Stillzeit

## Stillende Patientin

- Das Vorhandensein von Anästhetika in der Muttermilch
- Das Narkosemanagement stillender Patientinnen

## Definition und Mechanismen

- Stillen oder Stillen ist der Prozess, bei dem ein Kind mit menschlicher Muttermilch versorgt wird, und ist eine der effektivsten Methoden, um die Gesundheit und das Überleben des Säuglings zu gewährleisten
- Stillen hat viele gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind
- Stillende Frauen benötigen möglicherweise eine Anästhesie oder Sedierung
- Bedenken hinsichtlich des Übertritts von Medikamenten in die Muttermilch können zu widersprüchlichen Ratschlägen führen, was zu Folgendem führt:
    - Unterbrechung der Nahrungsaufnahme für 24 Stunden oder länger
    - Abpumpen und Verwerfen von Milch
    - Frühzeitiges Abstillen
- Alle Anästhetika und Analgetika gehen in die Muttermilch über, jedoch sind nur geringe Mengen vorhanden und in sehr geringen Konzentrationen, die als klinisch unbedeutend angesehen werden
- Es ist sicher, nach der Anästhesie und Operation wie gewohnt zu stillen
- Nach der Anästhesie muss die Muttermilch nicht abgepumpt und verworfen werden („pump and dump“)

## Anästhetika und Muttermilch

- Die neonatale Wirkstoffexposition wird durch die relative Säuglingsdosis (RID) ausgedrückt.
- Der RID berücksichtigt das Gewicht von Mutter und Kind sowie die Konzentration des Medikaments in der Muttermilch und gibt den prozentualen Anteil des Medikaments im Baby relativ zur Mutter an
- RID-Werte &lt; 10 % gelten als sicher
- Nahezu alle Anästhetika haben RID-Werte deutlich unter 10 %, mit Ausnahme von Morphin (9 %).
- Sicher [Opioide](https://www.nysora.com/de/An%C3%A4sthesie/Opioide/) (z. B. Codein und Tramadol) und Arzneimittelklassen (z. B. Amphetamine, Chemotherapeutika, Ergotamine und Statine) werden bei stillenden Müttern nicht empfohlen
- Aufgrund der pharmakogenetischen Variabilität bei der Metabolisierung von Codein oder Tramadol besteht das Risiko eines Neugeborenen [Opioid](https://www.nysora.com/de/An%C3%A4sthesie/Opioide/) Überdosierung, wenn eine „Ultra-Metabolizer“-Mutter ein „Langsam-Metabolizer“-Neugeborenes stillt

## Anästhesiemanagement

!Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202317.png !Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202325.png

## Empfohlene Lektüre

- Mitchell, J., Jones, W., Winkley, E., Kinsella, SM, 2020. Leitlinie zur Anästhesie und Sedierung bei stillenden Frauen 2020. Anästhesie 75, 1482–1493.
- Wanderer JP, Rathmell JP. 2017. Anästhesie &amp; Stillen: Meistens ist es vereinbar. 127;4.
- Allgemeine Grundsätze für die Anästhesie und das perioperative Management einer stillenden Patientin. Update.com
- Erklärung zur Wiederaufnahme des Stillens nach der Anästhesie. 2019. Amerikanische Gesellschaft der Anästhesisten!Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Guideline\_on\_anaesthesia\_and\_sedation\_in\_breastfee.pdf

# Schwangerschaft

\#Begleiterkrankung #Schwangerschaft

Links: SOP elektive Sectio, SOP PDK zur Geburt

# Physiologische Veränderungen

<table id="bkmrk-organsystem-physiolo"><thead><tr><th>Organsystem</th><th>physiologische Veränderungen</th></tr></thead><tbody><tr><td>respiratorisch</td><td>- Sauerstoffverbrauch (+20%)   
- alveoläre Ventilation (+50%)   
- Atemfrequenz (+15%)   
- Atemzugvolumen (+40%)   
- FRC (−20%)   
- paO2 (+10%)   
- paCO2 (−20%)</td></tr><tr><td>kardiovaskulär</td><td>- Herzzeitvolumen (+50%)   
- Herzfrequenz (+20%)   
- Schlagvolumen (+35%)   
- systemischer Gefäßwiderstand (–20%)</td></tr><tr><td>hämatologisch-hämostaseologisch</td><td>- Blutvolumen (+50%)   
- Erythrozytenvolumen (+)   
- Plasmavolumen (+)   
- Fibrinogen (+)   
- Faktor VII, VIII, IX, vWF (+)   
- Plasminogen (+)   
- Protein C, S (−)</td></tr><tr><td>renal</td><td>- glomeruläre Filtrationsrate (+)   
- renaler Plasmafluss (+)   
- Osmolalität (−)</td></tr></tbody></table>

> \[!warning\] Merke Aufgrund der erniedrigten FRC und des erhöhten Sauerstoffverbrauchs haben Schwangere während der Narkoseeinleitung eine verminderte Apnoetoleranz.

> \[!NOTE\] Gerinnung Bei einer sorgfältig durchgeführten und dann unauffälligen Schwangerschafts- und Blutungsanamnese sind keine Laboruntersuchungen zur Gerinnung vor rückenmarknahen Regionalanästhesieverfahren erforderlich.

# Rechtliches

Generell ist eine Frau auch unter der Geburt aufklärungsfähig, wenn sie in der Lage ist, der Aufklärung zu folgen und die Tragweite ihrer Entscheidung einzuschätzen. Es ist eine ärztliche Abwägung, ob die Patientin aufklärungsfähig ist. Auch wenn die Schwangere bei der Aufklärung im Kreißsaal – z. B. infolge der belastenden Wehentätigkeit – nur als eingeschränkt aufnahmefähig eingeschätzt wird, macht die Rechtsprechung keine besonders strengen Vorgaben. Erleichternd ist in solchen Situationen, wenn eine medizinische Indikationsstellung für das Regionalanästhesieverfahren, z. B. basierend auf der Einschätzung eines Geburtshelfers, vorliegt. Das Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt (2014) weist darauf hin: **Wenn die Mutter unter der Geburt nicht mehr über das Legen einer PDA entscheiden kann, ist für die Rechtfertigung des Eingriffs der mutmaßliche Wille der Patientin ausschlaggebend.**

# geburtshilfliche Analgesie

> \[!info\] Merke Die neuroaxiale Analgesie gilt unabhängig von der Weite des Muttermundes als Goldstandard bei der Linderung des Wehenschmerzes.

- Gemäß den Statements nationaler wie internationaler Fachgesellschaften stellt bereits der Wunsch der Schwangeren nach Wehenschmerzlinderung die Indikation für eine PDA dar. Das Abwarten einer festgelegten Muttermundweite vor Anlage einer PDA ist nicht erforderlich und wird nicht mehr empfohlen.
- Zur Aufrechterhaltung der epiduralen Analgesie führt eine patientenkontrollierte epidurale Analgesie (PCEA) gegenüber einer reinen kontinuierlichen epiduralen Infusion (CEI) zu einer höheren Patientenzufriedenheit und einem verminderten Medikamentenbedarf
- Single-shot Spinalanästhesie möglich bei komplett eröffnetem Muttermund
- ../../../Anästhesie/Regionalanästhesie/Dural Puncture Epidural

# geburtshilfliche Anästhesie

## Allgemeinanästhesie

### Narkoseeinleitung

- Narkoseeinleitung als ../../SOPs/RSI
- Gabe von Antazida bei elektiver Allgemeinanästhesie kann erwogen werden
- höhere Rate an schwierigem Atemwegen

### Hypnotika

- Sowohl Propofol als auch Thiopental möglich

> \[!warning\] Merke Zur Awareness Vermeidung ausreichende Dosierung wichtig!

### Lagerung

- Prophylaxe des aortokavalen Kompressionssyndroms erst durch 30° Seitlagerung

## Spinalanästhesie

- führendes Verfahren für Sectio
- Sufentanil intrathekal = off-label use

> \[!info\] Praxistipp Die S1-Leitlinie empfiehlt zur Anlage einer Spinalanästhesie
> 
> - eine niedrige Dosierung des Lokalanästhetikums (z. B. 10 mg Bupivacain)
> - in Kombination mit einem Opioid für eine bessere Anästhesie und hämodynamische Stabilität im Rahmen der reduzierten Lokalanästhetikamenge.
> 
> Eine mögliche Kombination in der täglichen Praxis sind 8–10 mg (1,8–2 ml) Bupivacain 0,5% hyperbar und 5 µg Sufentanil.

## Periduralanästhesie

> \[!info\] Praxistipp **Ausschluss Katheterfehllage**
> 
> Vor dem „Aufspritzen“ einer PDA sollte, wenn die Zeit ausreicht, eine intrathekale oder intravasale Fehllage ausgeschlossen werden. Bei einem negativen Aspirationstest mit direkt am Katheter aufgesetzter Spritze zum Ausschluss von Fehllagen eignet sich eine Testdosis von 40 mg Lidocain. Alternativ erfolgt die Gabe einer ersten kleinen Fraktion des Lokalanästhetikums, das für das Aufspritzen (Wirkdosis) intendiert ist, z. B.
> 
> - 2–3 ml Ropivacain 0,75%,
> - Abwarten mit Blick auf das Eintreten einer mutmaßlich spinalen Wirkung
> - Injektion der restlichen z. B. 15 ml Ropivacain 0,75%.

- nach Gabe von 5–20 ml Ropivacain 0,75% dauert es in der Regel 10–15 min, bis ein suffizientes Anästhesieniveau erreicht ist

Quellen: [https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074\_2023\_10#/10.1055-a-2043-4329](https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074_2023_10#/10.1055-a-2043-4329)

# Nikotinabusus

Der Verzicht auf Zigarettenrauchen für 48 h vor der Operation normalisiert lediglich die Konzentration von CO-Hb im Blut, die Zilienfunktion und Mukusproduktion sind frühestens nach 6- bis 8-wöchiger Abstinenz normal oder erholen sich auch langfristig nicht mehr.

# Myasthenia Gravis

\#Begleiterkrankung

## Definition

- die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen die ACh-Rezeptoren der motorischen Endplatte auftreten. Dadurch ist die Anzahl funktionierender Rezeptoren reduziert und die Struktur der postsynaptischen Membran gestört. Sie kann kongenital (selten diaplazentarer Transport von AK der myasthenischen Mutter zum Foeten) oder erworben sein
- **Inzidenz**: 1:20.000–30.000. Ein Zusammenhang mit Thymusveränderungen ist häufig (10–15% haben ein Thymom)
- 3–4% der Patienten haben andere Autoimmunerkrankungen, wie z. B. eine rheumatoide Arthritis, eine perniziöse Anämie oder eine Thyreotoxikose

## Probleme

- Muskelrelaxanzien: Myastheniker reagieren extrem sensibel auf nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien. Ihre Wirkung kann verlängert und die Rückbildung inkomplett sein. Die Reaktion auf Succinylcholin ist ebenfalls abnorm (Unempfindlichkeit oder rasche Entwicklung eines Phase-II-Blocks möglich)
- respiratorische Schwäche, die bei manchen Patienten eine postoperative Beatmung erforderlich macht
- Immunsuppression als Resultat der medikamentösen Therapie
- myasthenische Krise: akute Verschlechterung der klinischen Situation, häufig ausgelöst durch Infektionen
- cholinerge Krise: akute Verschlechterung durch eine Überdosierung von Cholinesterasehemmern; Symptome: Schwitzen, Salivation, Abdominalkrämpfe und Diarrhö

# Maligne Hyperthermie

# Definition und Pathophysiologie

Lebensbedrohliches Krankheitsbild das durch Triggerfaktoren (volatile Anästhestika, Succinycholin) ausgelöst wird. Es kommt zu unkontrollierten Calciumauschüttung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum und somit zur Stoffwechselentgleisung mit Hyperkaliämie, CK-Erhöhung, Nierenversagen, metaboischer Azidose.

# Symptome

## Frühsymptome

- evtl. Masseterspasmus nach Succinylcholingabe (Trismus)
- Anstieg des etCO2 unter gleichbleibenden Beatmungsbedingungen
- Tachykardie
- Tachyarrhythmie
- Anstieg der Temp. des CO2-Absorbers
- metabolische Azidose

## Spätsymptome

- Anstieg der Körpertemp. (bis zu 1 °C/5min)
- generalisierter Rigor sowie Kontrakturen der Skelettmuskulatur
- CK- und Myoglobin-Anstieg
- DIC

# Therapie

- Triggersubstanz beenden
- Hilfe holen
- hoher Frischgasflow und FiO2 1,0
- Vedampfer entfernen bzw. Aktivkohlefilter
- Dantrolen: 2,5 mg/kg alle 5 min bis Wirkung eintritt
    - max 10 mg/kg
    - dann weiterhin 5 mg/kg für 24 h
- Hyperventilation
- restliche supportive Therapie
    - Hyperkaliämie
    - Azidose
    - kühlen
    - Volumen

# Herzfehler

# funktionelle Kategorien

- Shunt-Vitien
    - Links-rechts mit pulmonalem Blutfluss &gt; Systemzirkulation
    - Rechts-Links mit pulmonalem Blutfluss &lt; Systemzirkulation

<p class="callout info">Richtung des Shunts für klinische Präsentation entscheidend. Richtung kann sich nach Narkoseinleitung und bei positiver Druckbeatmung umkehren.</p>

- obstruktive Vitien
    - führen zur Druckbelastung des betroffenen Ventrikels
- Regurgitationsvitien
- Mischzirkulation

# Herzfehler

## VSD, ASD, AVSD

Ventrikel-, Vorhof- und kombinierte Septum defekt führen zu einem Links-rechts Shunts. Im Verlauf auftreten einer pulmonal arteriellen Hypertonie mit ggf. Flussumkehr (Eisenmengerreaktion). Beim VSD früher und agsepärgter als beim ASD.

## Fallot-Tetralogie

Es besteht primär ein Rechts-links Shunt. Häufigstes zyanotisches Vitium.

1. VSD
2. Darüber "reitende Aorta"
3. Rechtsventrikuläre Ausflusstraktobstruktion (ggf. Valvuläre Pulmonalstenose)
4. Rechtsventrikuläre Hypertrophie

> \[!caution\] CAVE Abfall des SVR (z.B. Narkoseeinleitung) oder Zunahme des PVR (Stress, Schreien etc) kann ein lebensbedrohlicher hypoxämer Anfall ausgelöst werden.

> \[!important\] Keypoints
> 
> 1. Volumenstatus ausgeglichen
> 2. PVR, Ausflusstraktobstruktion reduzieren
> 3. SVR stabil halten
>     - Notfall: abdominelle Kompression, Knie-Brust-Position

# Duktusabhängige Herzfehler

Bei verschiedenen Herzfehlern ist entweder die systemische oder pulmonale Perfusion vom Ductus arteriosus botalli abhängig. Dieser muss mittels Prostaglandin Infusion offen gehalten werden.

- Aortenisthmusstenose
- Transposition der großen Arterien

> \[!caution\] Katecholamine und Sauerstoff tragen nur wenig zur Verbesserung bei! Nur schnelle Intervention hilft:
> 
> - Prostaglandin-E-Infusion
> - Kathterintervention

# univentrikuläre Herzen, Glenn- und Fontanezirkulation

> \[!note\] Keypoints
> 
> - Spontanatmung erhalten
> - Vermeidung einer PVR-Erhöhung
> - Narkose-/ OP-Zeit kurz halten
> - CAVE: Antikoagulation bei Regionalanästhesie

# anästhesiologisches Management

- alle Verfahren können prinzipiell angewendet werden

> \[!note\] Merke Der Einfluss auf die Gefäßwiderstände ist entscheidend für das hämodynamische Management. PVR und SVR können medikamentös und über die Beatmung beeinflusst werden.

# Erwachsene mit Herzfehlern (EMAH)

Einteilung in 3 Gruppen

1. Geringste Komplexität
    - Einfache korrigierte wie unkorrigierte Herzfehler wie ASD oder kleiner VSD
    - nur minimale Kreislaufschwankungen unter Allgemeinanästhesie zu erwarten
2. Korrigierte Herzfehler mit normaler Hämodynamik
    - auf Grund jahrelanger Druck- und Volumenbelastung mit residuellen Läsionen wird eine Narkoseeinleitung und Volumenänderungen nicht gut toleriert.
    - interdisziplinär abgestimtes perioperatives Management
3. Univentrikuläre Kreislaufsituation
    - Überweisung in EMAH-Zentrum
4. Zyanose, Eisenmenger-Reaktion, pAH
    - Höchstrisikogruppe --&gt; EMAH-Zentrum

# Anästhesie bei pulmonal arterielle Hypertonie

\#Begleiterkrankung

# Anästhesie bei Mitralklappeninsuffizienz

\#Begleiterkrankung #Vitien

# Anästhesie bei Hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen (HES)

\#Schwangerschaft #Notfall

# Eklamptischer Anfall

- Therapie und Prophylaxe mit Magnesiumsulfat (MgSO4) 4-6 g über 20 Minuten, anschließend 1-2 g/h
- Antidot für MgSO4: Kalziumgluconat 1 g bzw. 10 ml einer 10%igen Lösung

# Hypertensiver Notfall

- Akut-Therapie erwägen, wenn RR ≥160 mmHg systolisch und/oder ≥110 mmHg diastolisch
- insbesondere, wenn über 15 Minuten anhaltend und/oder mit lebensbedrohlichen Begleitsymptomen

<table id="bkmrk-medikament-dosierung"><thead><tr><th>Medikament</th><th>Dosierung</th></tr></thead><tbody><tr><td>Urapidil</td><td>5-10 mg i.v., ggf. wiederholen</td></tr><tr><td>Nifedipin</td><td>5 mg p.o., ggf. nach 20 min wiederholen</td></tr><tr><td>Dihydralazin</td><td>5 mg iv., ggf. nach 20 min wiederholen</td></tr><tr><td>Bei gleichzeitig bestehender Herzinsuffizienz/Lungenödem ggf. 10-20 mg Furosemid i.v. und/oder 0,4-0,8 mg Nitroglycerin s.l.</td><td></td></tr></tbody></table>

# HELLP-Syndrom

## Typisches Labor:

- hämolytische Anämie
- erhöhte Leberenzyme
- erniedrigte Thrombozytenzahl

## mögliche zusätzliche Klinik

Oberbauchschmerzen, Hypertonie, Übelkeit/ Erbrechen, Kopfschmerzen, Visusstörungen, Ikterus

> \[!warning\] CAVE! Unspezifischer Verlauf. Unter Umständen sehr schnelle Exazerbation. Leberruptur, (intrazerebrale) Blutungen, DIC, Multiorganversagen möglich! Hohe Morbidität und Mortalität

# Analgesie und Anästhesie bei HES

- RM-nahe Verfahren bevorzugen
- Gerinnung beachten, stabile Thrombozyten-Zahl von ≥70 Gpt/l meist ausreichend, **cave: rascher Abfall möglich!!**
- Weitere Organbeteiligungen antizipieren
- Großzügig erweitertes Monitoring
- Großzügig TTE zu Therapieplanung und -steuerung
- MgSO4-Perfusor intraoperativ weiterlaufen lassen
- Zurückhaltende Infusionstherapie

> \[!NOTE\] Allgemeinanästhesie Bolus von 0,5 - 1 µg/kg Remifentanil und ggf. 2 g Magnesiumsulfat als Kurzinfusion falls keine Vorbehandlung

> \[!warning\] Cave! Hämodynamische Stabilisierung vor Anästhesiebeginn anstreben! Ggf. überhöhte RR-Werte senken und weiteren RR-Anstieg unter Laryngoskopie und Hautschnitt (Gefahr der ICB!) durch Einsatz von Antihypertensiva und/oder Opioiden bereits zur Einleitung vermeiden!

Quelle: Greve, Susanne, P. Kranke, U. Pecks, D. Schlembach, und T. Girard. „Die neue S2k-Leitlinie ‚Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES): Diagnostik und Therapie‘ – Was müssen AnästhesistInnen wissen?“ *Die Anaesthesiologie* 74, Nr. 7 (2025): 446–52. [https://doi.org/10.1007/s00101-025-01542-5](https://doi.org/10.1007/s00101-025-01542-5).

# Anästhesie bei Aortenklappenstenose

\#Begleiterkrankung #Vitien

# Narkoseführung

<table id="bkmrk-parameter-%28patho%29phy"><thead><tr><th>Parameter</th><th>(Patho)physiologie</th><th>Anästhesiologisches Vorgehen</th></tr></thead><tbody><tr><td>Herzrhythmus und -frequenz</td><td>Der atrialen Ventrikelfüllung kommt bei diastolischer Dysfunktion ein Anteil bis zu 40 % zu, der bei unkoordinierter Aktion von Vorhof und Kammer verloren geht. Tachykardien können durch die Verkürzung der Diastole zu einer eingeschränkten Myokardperfusion führen</td><td>Erhalt eines niedrig-normalfrequenten Sinusrhythmus</td></tr><tr><td>Blutdruck</td><td>Eine Hypotension führt zu einer eingeschränkten Myokardperfusion. Eine Hypertension führt zu einem erhöhtem Sauerstoffbedarf des Myokards. Beide Zustände können Herzrhythmusstörungen oder Ischämien bedingen</td><td>Erhalt des präoperativen Blutdrucks (Abweichung bis maximal −20 % tolerieren), Narkoseeinleitung ggf. nach Anlage einer kontinuierlichen Blutdruckmessung sowie unter laufendem Norepinephrinperfusor</td></tr><tr><td>Inotropie</td><td>Ein Verlust der Kontraktilität kann den Auswurf des Ventrikels beeinträchtigen und zu einer Dekompensation führen. Eine Steigerung der Inotropie steigert den Sauerstoffverbrauch und kann bei septaler Hypertrophie ggf. eine subvalvuläre Stenose triggern</td><td>Cave: Bei der Anwendung von stark negativ-inotrop wirkenden Medikamenten (z. B. β‑Blockern). Vorsichtig titrierter Einsatz bei positiv-inotropen Medikamenten (z. B. Adrenalin), ggf. Echokardiographie</td></tr><tr><td>Volumenstatus</td><td>Bei diastolischer Dysfunktion ist eine adäquate ventrikuläre Vorlast zur ausreichenden Füllung der Kammer erforderlich</td><td>Einsatz von Echokardiographie zu Evaluation und Optimierung des Volumenstatus. Vermeidung unnötig langer Nüchternzeite</td></tr></tbody></table>

## Vermeide

- Abfall des HZV.
- Hypotension
- Tachykardie
- Abfall des peripheren Gefäßwiderstandes (PVR)

## Erhalte

- Sinusrhythmus
- Adäquater peripherer Gefäßwiderstand
- Adäquaten Volumenstatus eher liberales Volumenregime

# Monitoring

- großzügige [arterielle Druckmessung](https://bookstack.cloud1610.de/link/8)
- Monitoring und Diagnostik/Poor-Man’s-V5-Ableitung !Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20240524184116.png [https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-024-01380-x](https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-024-01380-x)

# Anästhesie bei Aortenklappenstenose

\#Begleiterkrankung #Vitien

# Narkoseführung

<table id="bkmrk-parameter-%28patho%29phy"><thead><tr><th>Parameter</th><th>(Patho)physiologie</th><th>Anästhesiologisches Vorgehen</th></tr></thead><tbody><tr><td>Herzrhythmus und -frequenz</td><td>Der atrialen Ventrikelfüllung kommt bei diastolischer Dysfunktion ein Anteil bis zu 40 % zu, der bei unkoordinierter Aktion von Vorhof und Kammer verloren geht. Tachykardien können durch die Verkürzung der Diastole zu einer eingeschränkten Myokardperfusion führen</td><td>Erhalt eines niedrig-normalfrequenten Sinusrhythmus</td></tr><tr><td>Blutdruck</td><td>Eine Hypotension führt zu einer eingeschränkten Myokardperfusion. Eine Hypertension führt zu einem erhöhtem Sauerstoffbedarf des Myokards. Beide Zustände können Herzrhythmusstörungen oder Ischämien bedingen</td><td>Erhalt des präoperativen Blutdrucks (Abweichung bis maximal −20 % tolerieren), Narkoseeinleitung ggf. nach Anlage einer kontinuierlichen Blutdruckmessung sowie unter laufendem Norepinephrinperfusor</td></tr><tr><td>Inotropie</td><td>Ein Verlust der Kontraktilität kann den Auswurf des Ventrikels beeinträchtigen und zu einer Dekompensation führen. Eine Steigerung der Inotropie steigert den Sauerstoffverbrauch und kann bei septaler Hypertrophie ggf. eine subvalvuläre Stenose triggern</td><td>Cave: Bei der Anwendung von stark negativ-inotrop wirkenden Medikamenten (z. B. β‑Blockern). Vorsichtig titrierter Einsatz bei positiv-inotropen Medikamenten (z. B. Adrenalin), ggf. Echokardiographie</td></tr><tr><td>Volumenstatus</td><td>Bei diastolischer Dysfunktion ist eine adäquate ventrikuläre Vorlast zur ausreichenden Füllung der Kammer erforderlich</td><td>Einsatz von Echokardiographie zu Evaluation und Optimierung des Volumenstatus. Vermeidung unnötig langer Nüchternzeite</td></tr></tbody></table>

## Vermeide

- Abfall des HZV.
- Hypotension
- Tachykardie
- Abfall des peripheren Gefäßwiderstandes (PVR)

## Erhalte

- Sinusrhythmus
- Adäquater peripherer Gefäßwiderstand
- Adäquaten Volumenstatus eher liberales Volumenregime

# Monitoring

- großzügige [arterielle Druckmessung](https://bookstack.cloud1610.de/link/8)
- Monitoring und Diagnostik/Poor-Man’s-V5-Ableitung !Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20240524184116.png [https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-024-01380-x](https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-024-01380-x)

# Anästhesie bei Hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen (HES)

\#Schwangerschaft #Notfall

# Eklamptischer Anfall

- Therapie und Prophylaxe mit Magnesiumsulfat (MgSO4) 4-6 g über 20 Minuten, anschließend 1-2 g/h
- Antidot für MgSO4: Kalziumgluconat 1 g bzw. 10 ml einer 10%igen Lösung

# Hypertensiver Notfall

- Akut-Therapie erwägen, wenn RR ≥160 mmHg systolisch und/oder ≥110 mmHg diastolisch
- insbesondere, wenn über 15 Minuten anhaltend und/oder mit lebensbedrohlichen Begleitsymptomen

<table id="bkmrk-medikament-dosierung"><thead><tr><th>Medikament</th><th>Dosierung</th></tr></thead><tbody><tr><td>Urapidil</td><td>5-10 mg i.v., ggf. wiederholen</td></tr><tr><td>Nifedipin</td><td>5 mg p.o., ggf. nach 20 min wiederholen</td></tr><tr><td>Dihydralazin</td><td>5 mg iv., ggf. nach 20 min wiederholen</td></tr><tr><td>Bei gleichzeitig bestehender Herzinsuffizienz/Lungenödem ggf. 10-20 mg Furosemid i.v. und/oder 0,4-0,8 mg Nitroglycerin s.l.</td><td></td></tr></tbody></table>

# HELLP-Syndrom

## Typisches Labor:

- hämolytische Anämie
- erhöhte Leberenzyme
- erniedrigte Thrombozytenzahl

## mögliche zusätzliche Klinik

Oberbauchschmerzen, Hypertonie, Übelkeit/ Erbrechen, Kopfschmerzen, Visusstörungen, Ikterus

> \[!warning\] CAVE! Unspezifischer Verlauf. Unter Umständen sehr schnelle Exazerbation. Leberruptur, (intrazerebrale) Blutungen, DIC, Multiorganversagen möglich! Hohe Morbidität und Mortalität

# Analgesie und Anästhesie bei HES

- RM-nahe Verfahren bevorzugen
- Gerinnung beachten, stabile Thrombozyten-Zahl von ≥70 Gpt/l meist ausreichend, **cave: rascher Abfall möglich!!**
- Weitere Organbeteiligungen antizipieren
- Großzügig erweitertes Monitoring
- Großzügig TTE zu Therapieplanung und -steuerung
- MgSO4-Perfusor intraoperativ weiterlaufen lassen
- Zurückhaltende Infusionstherapie

> \[!NOTE\] Allgemeinanästhesie Bolus von 0,5 - 1 µg/kg Remifentanil und ggf. 2 g Magnesiumsulfat als Kurzinfusion falls keine Vorbehandlung

> \[!warning\] Cave! Hämodynamische Stabilisierung vor Anästhesiebeginn anstreben! Ggf. überhöhte RR-Werte senken und weiteren RR-Anstieg unter Laryngoskopie und Hautschnitt (Gefahr der ICB!) durch Einsatz von Antihypertensiva und/oder Opioiden bereits zur Einleitung vermeiden!

Quelle: Greve, Susanne, P. Kranke, U. Pecks, D. Schlembach, und T. Girard. „Die neue S2k-Leitlinie ‚Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES): Diagnostik und Therapie‘ – Was müssen AnästhesistInnen wissen?“ *Die Anaesthesiologie* 74, Nr. 7 (2025): 446–52. [https://doi.org/10.1007/s00101-025-01542-5](https://doi.org/10.1007/s00101-025-01542-5).

# Anästhesie bei Mitralklappeninsuffizienz

\#Begleiterkrankung #Vitien

# Anästhesie bei pulmonal arterielle Hypertonie

\#Begleiterkrankung

# Herzfehler

# funktionelle Kategorien

- Shunt-Vitien
    - Links-rechts mit pulmonalem Blutfluss &gt; Systemzirkulation
    - Rechts-Links mit pulmonalem Blutfluss &lt; Systemzirkulation

<p class="callout info">Richtung des Shunts für klinische Präsentation entscheidend. Richtung kann sich nach Narkoseinleitung und bei positiver Druckbeatmung umkehren.</p>

- obstruktive Vitien
    - führen zur Druckbelastung des betroffenen Ventrikels
- Regurgitationsvitien
- Mischzirkulation

# Herzfehler

## VSD, ASD, AVSD

Ventrikel-, Vorhof- und kombinierte Septum defekt führen zu einem Links-rechts Shunts. Im Verlauf auftreten einer pulmonal arteriellen Hypertonie mit ggf. Flussumkehr (Eisenmengerreaktion). Beim VSD früher und agsepärgter als beim ASD.

## Fallot-Tetralogie

Es besteht primär ein Rechts-links Shunt. Häufigstes zyanotisches Vitium.

1. VSD
2. Darüber "reitende Aorta"
3. Rechtsventrikuläre Ausflusstraktobstruktion (ggf. Valvuläre Pulmonalstenose)
4. Rechtsventrikuläre Hypertrophie

> \[!caution\] CAVE Abfall des SVR (z.B. Narkoseeinleitung) oder Zunahme des PVR (Stress, Schreien etc) kann ein lebensbedrohlicher hypoxämer Anfall ausgelöst werden.

> \[!important\] Keypoints
> 
> 1. Volumenstatus ausgeglichen
> 2. PVR, Ausflusstraktobstruktion reduzieren
> 3. SVR stabil halten
>     - Notfall: abdominelle Kompression, Knie-Brust-Position

# Duktusabhängige Herzfehler

Bei verschiedenen Herzfehlern ist entweder die systemische oder pulmonale Perfusion vom Ductus arteriosus botalli abhängig. Dieser muss mittels Prostaglandin Infusion offen gehalten werden.

- Aortenisthmusstenose
- Transposition der großen Arterien

> \[!caution\] Katecholamine und Sauerstoff tragen nur wenig zur Verbesserung bei! Nur schnelle Intervention hilft:
> 
> - Prostaglandin-E-Infusion
> - Kathterintervention

# univentrikuläre Herzen, Glenn- und Fontanezirkulation

> \[!note\] Keypoints
> 
> - Spontanatmung erhalten
> - Vermeidung einer PVR-Erhöhung
> - Narkose-/ OP-Zeit kurz halten
> - CAVE: Antikoagulation bei Regionalanästhesie

# anästhesiologisches Management

- alle Verfahren können prinzipiell angewendet werden

> \[!note\] Merke Der Einfluss auf die Gefäßwiderstände ist entscheidend für das hämodynamische Management. PVR und SVR können medikamentös und über die Beatmung beeinflusst werden.

# Erwachsene mit Herzfehlern (EMAH)

Einteilung in 3 Gruppen

1. Geringste Komplexität
    - Einfache korrigierte wie unkorrigierte Herzfehler wie ASD oder kleiner VSD
    - nur minimale Kreislaufschwankungen unter Allgemeinanästhesie zu erwarten
2. Korrigierte Herzfehler mit normaler Hämodynamik
    - auf Grund jahrelanger Druck- und Volumenbelastung mit residuellen Läsionen wird eine Narkoseeinleitung und Volumenänderungen nicht gut toleriert.
    - interdisziplinär abgestimtes perioperatives Management
3. Univentrikuläre Kreislaufsituation
    - Überweisung in EMAH-Zentrum
4. Zyanose, Eisenmenger-Reaktion, pAH
    - Höchstrisikogruppe --&gt; EMAH-Zentrum

# Maligne Hyperthermie

# Definition und Pathophysiologie

Lebensbedrohliches Krankheitsbild das durch Triggerfaktoren (volatile Anästhestika, Succinycholin) ausgelöst wird. Es kommt zu unkontrollierten Calciumauschüttung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum und somit zur Stoffwechselentgleisung mit Hyperkaliämie, CK-Erhöhung, Nierenversagen, metaboischer Azidose.

# Symptome

## Frühsymptome

- evtl. Masseterspasmus nach Succinylcholingabe (Trismus)
- Anstieg des etCO2 unter gleichbleibenden Beatmungsbedingungen
- Tachykardie
- Tachyarrhythmie
- Anstieg der Temp. des CO2-Absorbers
- metabolische Azidose

## Spätsymptome

- Anstieg der Körpertemp. (bis zu 1 °C/5min)
- generalisierter Rigor sowie Kontrakturen der Skelettmuskulatur
- CK- und Myoglobin-Anstieg
- DIC

# Therapie

- Triggersubstanz beenden
- Hilfe holen
- hoher Frischgasflow und FiO2 1,0
- Vedampfer entfernen bzw. Aktivkohlefilter
- Dantrolen: 2,5 mg/kg alle 5 min bis Wirkung eintritt
    - max 10 mg/kg
    - dann weiterhin 5 mg/kg für 24 h
- Hyperventilation
- restliche supportive Therapie
    - Hyperkaliämie
    - Azidose
    - kühlen
    - Volumen

# Myasthenia Gravis

\#Begleiterkrankung

## Definition

- die Myasthenia gravis ist eine Autoimmunerkrankung, bei der Antikörper gegen die ACh-Rezeptoren der motorischen Endplatte auftreten. Dadurch ist die Anzahl funktionierender Rezeptoren reduziert und die Struktur der postsynaptischen Membran gestört. Sie kann kongenital (selten diaplazentarer Transport von AK der myasthenischen Mutter zum Foeten) oder erworben sein
- **Inzidenz**: 1:20.000–30.000. Ein Zusammenhang mit Thymusveränderungen ist häufig (10–15% haben ein Thymom)
- 3–4% der Patienten haben andere Autoimmunerkrankungen, wie z. B. eine rheumatoide Arthritis, eine perniziöse Anämie oder eine Thyreotoxikose

## Probleme

- Muskelrelaxanzien: Myastheniker reagieren extrem sensibel auf nichtdepolarisierende Muskelrelaxanzien. Ihre Wirkung kann verlängert und die Rückbildung inkomplett sein. Die Reaktion auf Succinylcholin ist ebenfalls abnorm (Unempfindlichkeit oder rasche Entwicklung eines Phase-II-Blocks möglich)
- respiratorische Schwäche, die bei manchen Patienten eine postoperative Beatmung erforderlich macht
- Immunsuppression als Resultat der medikamentösen Therapie
- myasthenische Krise: akute Verschlechterung der klinischen Situation, häufig ausgelöst durch Infektionen
- cholinerge Krise: akute Verschlechterung durch eine Überdosierung von Cholinesterasehemmern; Symptome: Schwitzen, Salivation, Abdominalkrämpfe und Diarrhö

# Nikotinabusus

Der Verzicht auf Zigarettenrauchen für 48 h vor der Operation normalisiert lediglich die Konzentration von CO-Hb im Blut, die Zilienfunktion und Mukusproduktion sind frühestens nach 6- bis 8-wöchiger Abstinenz normal oder erholen sich auch langfristig nicht mehr.

# Schwangerschaft

\#Begleiterkrankung #Schwangerschaft

Links: SOP elektive Sectio, SOP PDK zur Geburt

# Physiologische Veränderungen

<table id="bkmrk-organsystem-physiolo"><thead><tr><th>Organsystem</th><th>physiologische Veränderungen</th></tr></thead><tbody><tr><td>respiratorisch</td><td>- Sauerstoffverbrauch (+20%)   
- alveoläre Ventilation (+50%)   
- Atemfrequenz (+15%)   
- Atemzugvolumen (+40%)   
- FRC (−20%)   
- paO2 (+10%)   
- paCO2 (−20%)</td></tr><tr><td>kardiovaskulär</td><td>- Herzzeitvolumen (+50%)   
- Herzfrequenz (+20%)   
- Schlagvolumen (+35%)   
- systemischer Gefäßwiderstand (–20%)</td></tr><tr><td>hämatologisch-hämostaseologisch</td><td>- Blutvolumen (+50%)   
- Erythrozytenvolumen (+)   
- Plasmavolumen (+)   
- Fibrinogen (+)   
- Faktor VII, VIII, IX, vWF (+)   
- Plasminogen (+)   
- Protein C, S (−)</td></tr><tr><td>renal</td><td>- glomeruläre Filtrationsrate (+)   
- renaler Plasmafluss (+)   
- Osmolalität (−)</td></tr></tbody></table>

> \[!warning\] Merke Aufgrund der erniedrigten FRC und des erhöhten Sauerstoffverbrauchs haben Schwangere während der Narkoseeinleitung eine verminderte Apnoetoleranz.

> \[!NOTE\] Gerinnung Bei einer sorgfältig durchgeführten und dann unauffälligen Schwangerschafts- und Blutungsanamnese sind keine Laboruntersuchungen zur Gerinnung vor rückenmarknahen Regionalanästhesieverfahren erforderlich.

# Rechtliches

Generell ist eine Frau auch unter der Geburt aufklärungsfähig, wenn sie in der Lage ist, der Aufklärung zu folgen und die Tragweite ihrer Entscheidung einzuschätzen. Es ist eine ärztliche Abwägung, ob die Patientin aufklärungsfähig ist. Auch wenn die Schwangere bei der Aufklärung im Kreißsaal – z. B. infolge der belastenden Wehentätigkeit – nur als eingeschränkt aufnahmefähig eingeschätzt wird, macht die Rechtsprechung keine besonders strengen Vorgaben. Erleichternd ist in solchen Situationen, wenn eine medizinische Indikationsstellung für das Regionalanästhesieverfahren, z. B. basierend auf der Einschätzung eines Geburtshelfers, vorliegt. Das Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt (2014) weist darauf hin: **Wenn die Mutter unter der Geburt nicht mehr über das Legen einer PDA entscheiden kann, ist für die Rechtfertigung des Eingriffs der mutmaßliche Wille der Patientin ausschlaggebend.**

# geburtshilfliche Analgesie

> \[!info\] Merke Die neuroaxiale Analgesie gilt unabhängig von der Weite des Muttermundes als Goldstandard bei der Linderung des Wehenschmerzes.

- Gemäß den Statements nationaler wie internationaler Fachgesellschaften stellt bereits der Wunsch der Schwangeren nach Wehenschmerzlinderung die Indikation für eine PDA dar. Das Abwarten einer festgelegten Muttermundweite vor Anlage einer PDA ist nicht erforderlich und wird nicht mehr empfohlen.
- Zur Aufrechterhaltung der epiduralen Analgesie führt eine patientenkontrollierte epidurale Analgesie (PCEA) gegenüber einer reinen kontinuierlichen epiduralen Infusion (CEI) zu einer höheren Patientenzufriedenheit und einem verminderten Medikamentenbedarf
- Single-shot Spinalanästhesie möglich bei komplett eröffnetem Muttermund
- ../../../Anästhesie/Regionalanästhesie/Dural Puncture Epidural

# geburtshilfliche Anästhesie

## Allgemeinanästhesie

### Narkoseeinleitung

- Narkoseeinleitung als ../../SOPs/RSI
- Gabe von Antazida bei elektiver Allgemeinanästhesie kann erwogen werden
- höhere Rate an schwierigem Atemwegen

### Hypnotika

- Sowohl Propofol als auch Thiopental möglich

> \[!warning\] Merke Zur Awareness Vermeidung ausreichende Dosierung wichtig!

### Lagerung

- Prophylaxe des aortokavalen Kompressionssyndroms erst durch 30° Seitlagerung

## Spinalanästhesie

- führendes Verfahren für Sectio
- Sufentanil intrathekal = off-label use

> \[!info\] Praxistipp Die S1-Leitlinie empfiehlt zur Anlage einer Spinalanästhesie
> 
> - eine niedrige Dosierung des Lokalanästhetikums (z. B. 10 mg Bupivacain)
> - in Kombination mit einem Opioid für eine bessere Anästhesie und hämodynamische Stabilität im Rahmen der reduzierten Lokalanästhetikamenge.
> 
> Eine mögliche Kombination in der täglichen Praxis sind 8–10 mg (1,8–2 ml) Bupivacain 0,5% hyperbar und 5 µg Sufentanil.

## Periduralanästhesie

> \[!info\] Praxistipp **Ausschluss Katheterfehllage**
> 
> Vor dem „Aufspritzen“ einer PDA sollte, wenn die Zeit ausreicht, eine intrathekale oder intravasale Fehllage ausgeschlossen werden. Bei einem negativen Aspirationstest mit direkt am Katheter aufgesetzter Spritze zum Ausschluss von Fehllagen eignet sich eine Testdosis von 40 mg Lidocain. Alternativ erfolgt die Gabe einer ersten kleinen Fraktion des Lokalanästhetikums, das für das Aufspritzen (Wirkdosis) intendiert ist, z. B.
> 
> - 2–3 ml Ropivacain 0,75%,
> - Abwarten mit Blick auf das Eintreten einer mutmaßlich spinalen Wirkung
> - Injektion der restlichen z. B. 15 ml Ropivacain 0,75%.

- nach Gabe von 5–20 ml Ropivacain 0,75% dauert es in der Regel 10–15 min, bis ein suffizientes Anästhesieniveau erreicht ist

Quellen: [https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074\_2023\_10#/10.1055-a-2043-4329](https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074_2023_10#/10.1055-a-2043-4329)

# Stillzeit

## Stillende Patientin

- Das Vorhandensein von Anästhetika in der Muttermilch
- Das Narkosemanagement stillender Patientinnen

## Definition und Mechanismen

- Stillen oder Stillen ist der Prozess, bei dem ein Kind mit menschlicher Muttermilch versorgt wird, und ist eine der effektivsten Methoden, um die Gesundheit und das Überleben des Säuglings zu gewährleisten
- Stillen hat viele gesundheitliche Vorteile für Mutter und Kind
- Stillende Frauen benötigen möglicherweise eine Anästhesie oder Sedierung
- Bedenken hinsichtlich des Übertritts von Medikamenten in die Muttermilch können zu widersprüchlichen Ratschlägen führen, was zu Folgendem führt:
    - Unterbrechung der Nahrungsaufnahme für 24 Stunden oder länger
    - Abpumpen und Verwerfen von Milch
    - Frühzeitiges Abstillen
- Alle Anästhetika und Analgetika gehen in die Muttermilch über, jedoch sind nur geringe Mengen vorhanden und in sehr geringen Konzentrationen, die als klinisch unbedeutend angesehen werden
- Es ist sicher, nach der Anästhesie und Operation wie gewohnt zu stillen
- Nach der Anästhesie muss die Muttermilch nicht abgepumpt und verworfen werden („pump and dump“)

## Anästhetika und Muttermilch

- Die neonatale Wirkstoffexposition wird durch die relative Säuglingsdosis (RID) ausgedrückt.
- Der RID berücksichtigt das Gewicht von Mutter und Kind sowie die Konzentration des Medikaments in der Muttermilch und gibt den prozentualen Anteil des Medikaments im Baby relativ zur Mutter an
- RID-Werte &lt; 10 % gelten als sicher
- Nahezu alle Anästhetika haben RID-Werte deutlich unter 10 %, mit Ausnahme von Morphin (9 %).
- Sicher [Opioide](https://www.nysora.com/de/An%C3%A4sthesie/Opioide/) (z. B. Codein und Tramadol) und Arzneimittelklassen (z. B. Amphetamine, Chemotherapeutika, Ergotamine und Statine) werden bei stillenden Müttern nicht empfohlen
- Aufgrund der pharmakogenetischen Variabilität bei der Metabolisierung von Codein oder Tramadol besteht das Risiko eines Neugeborenen [Opioid](https://www.nysora.com/de/An%C3%A4sthesie/Opioide/) Überdosierung, wenn eine „Ultra-Metabolizer“-Mutter ein „Langsam-Metabolizer“-Neugeborenes stillt

## Anästhesiemanagement

!Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202317.png !Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202325.png

## Empfohlene Lektüre

- Mitchell, J., Jones, W., Winkley, E., Kinsella, SM, 2020. Leitlinie zur Anästhesie und Sedierung bei stillenden Frauen 2020. Anästhesie 75, 1482–1493.
- Wanderer JP, Rathmell JP. 2017. Anästhesie &amp; Stillen: Meistens ist es vereinbar. 127;4.
- Allgemeine Grundsätze für die Anästhesie und das perioperative Management einer stillenden Patientin. Update.com
- Erklärung zur Wiederaufnahme des Stillens nach der Anästhesie. 2019. Amerikanische Gesellschaft der Anästhesisten!Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Guideline\_on\_anaesthesia\_and\_sedation\_in\_breastfee.pdf

# kardial implantierte elektronische Geräte

Quelle: [Update zum perioperativen Umgang mit kardial implantierten elektronischen Geräten | Die Anaesthesiologie | Springer Nature Link](https://link.springer.com/article/10.1007/s00101-026-01657-3)

# intraoperative Komplikationen

## elektromagnetische Interferenzen v.a. bei monopolarem Kautern

- Überwahrnehmung: Unterdrückung einer Stimulation durch SM
- bei ICD fälschlich als Kammerflimmern wahrgenommen
- Risiko steigt mit abnehmendem Abstand von Kauter und Aggregat
- ggf. Umprogrammierung und Magnetauflage notwendig

## Oversensing

Fehlerhafte Wahrnehmung von extra- oder intrakardialen Signalen als Vorhof- oder Ventrikelaktivität, was zu inadäquater Therapieabgabe (im Falle eines ICD) oder -unterdrückung führen kann.

## Undersensing

Unzureichende Wahrnehmung intrakardialer elektrischer Signale, obwohl diese im Myokard auftreten.

## Exit Block

Die Reizschwelle steigt derart an, dass auf abgegebene Stimulationsimpulse keine adäquate Reizantwort mehr erfolgt.

## Umprogrammierung

- CRT-D
- kabellose Schrittmachern
- ICD und Elektrochirurgie
- ICD und Elektrochirurgie

## Magnetauflage

- Bei transvenösen Schrittmachern ohne Schrittmacherabhängigkeit: Magnet bereithalten, nur auflegen bei Verdacht auf EMI
- Bei transvenösen Schrittmachern *mit* Schrittmacherabhängigkeit: Magnet auflegen
- Bei ICD (*ohne* Schrittmacherabhängigkeit) ohne präoperative Umprogrammierung: Magnet auflegen
- Kenntnis, wie das Gerät auf Magneten reagiert (z. B. bei ICD: Deaktivierung der Schockfunktion)
- Achtung: Der Magnet deaktiviert *nicht* das Pacing!

# Management von Komplikationen

## Magnetauflage

- SM: versetzt meistens in asynchronen Stimulationsmodus V00/A00 Modus
- ICD: Deaktivierung der antitachykardie Funktionen
- bei kabellosen Schrittmachern oder CRT-D nicht automatisch asynchroner Modis

## Bradykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

- Magnet auflegen
- medikamentös: z.B. Adrenalin
- externes/ transvenöses Pacing

## Tachykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

- Magnet auflegen --&gt; Besserung = Schrittmacherbeteiligung

## (Inadäquate) Schockabgabe durch ICD

- Magnet auflegen --&gt; ICD-Funktion wird deaktiviert
- falls adäquate Schocks: Therapie der Rhythmusstörung

# Anästhesie bei spezifischen Eingriffen

# Thrombektomie

\#Neurologie #spezielleAnästhesie

> \[!NOTE\] in Kürze
> 
> - alles "Normo" halten
> - RR: MAP &gt; 90 mmHg, syst. 140-180 mmHg
> - ggf. ist die Allgemeinanästhesie der Sedierung überlegen

# Welche Art der Anästhesie

- Allgemeinanästhesie überlegen
- RSI mit Remifentanil, Propofol, Rocuronium

# Zielparameter

## Blutdruck

- Abfälle &gt; 10% vermeiden mit Noradrenalin
- RR &lt;185 mmHg wenn Lyse

# CO2

- Normokapnie

# O2

- Zu viel Sauerstoffradikale und cerebrale Vasokonstriktion
- Monitoring und Diagnostik/SpO2 92-94 %

# BZ

- 80-180 mg/dl

# Ein-Lungen-Ventilation (ELV)

\#Thoraxchirurgie #spezielleAnästhesie

# Pathophysiologie

# Stufenschema bei Oxygenierungsproblem

- Absaugen, dann manuelles blähen der beatmeten Lunge
- PEEP der ventilierten Lunge erhöhen bis max. 12 cmH2O
- FiO2 auf 1,0 erhöhen
- CPAP von 5 cmH2O auf nicht ventilierte Lunge geben, ggf. bis 10 cmH2O erhöhen
- intermittierende 2-Lungen-Beatmung
- ggf. Drosselung der A. pulmonalis durch den Chirurgen

# Clipping eines intrazerebralen Aneurysmas

\#Neurochirurgie #spezielleAnästhesie

# vor Versorgung

- RR systolisch 110 -140 mmHg

# kritische Phasen

- Ruptur des Aneurysmas mit massivem Blutverlust
- Clipping des Aneurysmas

# Besondere anästhesiologische Maßnahmen

- Gabe von 24 - 36 mg Adenosin als Bolus via ZVK beim Clippen des Aneurysmas
- Gabe von 25 mg INDOCYANINGRÜN via ZVK zur Lagekontrolle des Clips

# Amputationen

# Analgesie beim Amputationen

- es **sollte** eine periphere Nervenblockade durchgeführt werden
    - falls nicht möglich: intraoperativer Katheter nahe am Nerven durch den Operateur
- es **soll** Ketamin eingesetzte werden
    - nur kurzfristig, postoperativer erfolg. Langfristig keine Überlegenheit bzgl. Phantomschmerz

# Amputationen

# Analgesie beim Amputationen

- es **sollte** eine periphere Nervenblockade durchgeführt werden
    - falls nicht möglich: intraoperativer Katheter nahe am Nerven durch den Operateur
- es **soll** Ketamin eingesetzte werden
    - nur kurzfristig, postoperativer erfolg. Langfristig keine Überlegenheit bzgl. Phantomschmerz

# Clipping eines intrazerebralen Aneurysmas

\#Neurochirurgie #spezielleAnästhesie

# vor Versorgung

- RR systolisch 110 -140 mmHg

# kritische Phasen

- Ruptur des Aneurysmas mit massivem Blutverlust
- Clipping des Aneurysmas

# Besondere anästhesiologische Maßnahmen

- Gabe von 24 - 36 mg Adenosin als Bolus via ZVK beim Clippen des Aneurysmas
- Gabe von 25 mg INDOCYANINGRÜN via ZVK zur Lagekontrolle des Clips

# Ein-Lungen-Ventilation (ELV)

\#Thoraxchirurgie #spezielleAnästhesie

# Pathophysiologie

# Stufenschema bei Oxygenierungsproblem

- Absaugen, dann manuelles blähen der beatmeten Lunge
- PEEP der ventilierten Lunge erhöhen bis max. 12 cmH2O
- FiO2 auf 1,0 erhöhen
- CPAP von 5 cmH2O auf nicht ventilierte Lunge geben, ggf. bis 10 cmH2O erhöhen
- intermittierende 2-Lungen-Beatmung
- ggf. Drosselung der A. pulmonalis durch den Chirurgen

# Thrombektomie

\#Neurologie #spezielleAnästhesie

> \[!NOTE\] in Kürze
> 
> - alles "Normo" halten
> - RR: MAP &gt; 90 mmHg, syst. 140-180 mmHg
> - ggf. ist die Allgemeinanästhesie der Sedierung überlegen

# Welche Art der Anästhesie

- Allgemeinanästhesie überlegen
- RSI mit Remifentanil, Propofol, Rocuronium

# Zielparameter

## Blutdruck

- Abfälle &gt; 10% vermeiden mit Noradrenalin
- RR &lt;185 mmHg wenn Lyse

# CO2

- Normokapnie

# O2

- Zu viel Sauerstoffradikale und cerebrale Vasokonstriktion
- Monitoring und Diagnostik/SpO2 92-94 %

# BZ

- 80-180 mg/dl

# Atemwegsmanagment

# hämodynamisches Monitoring

# Herz-Kreislauf

# Komplikationen

# postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)

# Risikoscore nach Apfel

<table id="bkmrk-risikofaktor-punktza"><thead><tr><th>Risikofaktor</th><th>Punktzahl</th></tr></thead><tbody><tr><td>weibliches Geschlecht</td><td>1</td></tr><tr><td>Nichtraucher</td><td>1</td></tr><tr><td>PONV in Anamnese</td><td>1</td></tr><tr><td>erwartetete postop. Opioidtherapie</td><td>1</td></tr></tbody></table>

- 0: ca. 10 %
- 1: ca. 20 %
- 2: ca- 30 %
- 3: ca. 40 %

## Eingriffsbezogenens Risiko

Nur für folgende Eingriffe gilt ein erhöhtes Risiko

- laparoskopische Cholezystektomie
- Strabismus-OPs

# Therapie

<table id="bkmrk-wirkstoff-dosierung-"><thead><tr><th>Wirkstoff</th><th>Dosierung</th><th>Zeitpunkt</th><th>Kommentar</th><th>Rezeptor</th></tr></thead><tbody><tr><td>Dexamethason</td><td>4 mg</td><td>bei Einleitung</td><td>Prophylaxe  
KI: DM II</td><td>Glukokorikoid</td></tr><tr><td>[Granisetron](../../../Pharmakologie/Medikamente/Granisetron.md)</td><td>1-3 mg</td><td>Am Ende der OP</td><td>Prophylaxe/ Therapie  
KI: 1. Trimenon der Schwangerschaft</td><td>5HT3</td></tr><tr><td>Droperidol</td><td>0,625-1,25 mg</td><td>Am Ende der OP</td><td>Prophylaxe/ Therapie  
KI: Morbus Parkinson</td><td>D2</td></tr><tr><td>Dimenhydrinat</td><td>1 mg/kg  
(62 mg)</td><td>bei weiter bestehendem PONV</td><td>Therapie  
KI: geriatrische Patienten</td><td>H1</td></tr><tr><td>Die Wirkung von [Propofol](../../../Pharmakologie/Medikamente/Propofol.md) auf das Auftreten von PONV ist gering und wird meistens überschätzt.</td><td></td><td></td><td></td><td></td></tr></tbody></table>

# aortokavales Kompressionssyndrom

Aufgrund eines befürchteten „aortokavalen Kompressionssyndroms“ mit Abfall des Blutdrucks wurden in der Vergangenheit nahezu alle schwangeren Patientinnen prophylaktisch in eine leichte Linksseitenlage gelagert. Allerdings wird die Inzidenz eines relevanten Blutdruckabfalls in flacher Rückenlage auf &lt; 10% geschätzt, d. h. nur ein kleiner Teil der Schwangeren ist überhaupt klinisch betroffen. Als pathophysiologisch ursächlich hierfür wird eine Kompression der V. cava inferior durch den graviden Uterus mit konsekutiver Verminderung des venösen Rückstroms und Abfall des Schlagvolumens angesehen. Für eine direkte Kompression der Aorta, die über viele Jahrzehnte ebenfalls als ursächlich für die beschriebenen Symptome erachtet wurde, fand sich in mehreren MRT-Untersuchungen kein Beleg.

Vor dem Hintergrund, dass nicht alle schwangeren Patientinnen in Rückenlage mit Hypotension, Übelkeit und Schwitzen klinisch auffällig werden, weisen neuere Erkenntnisse darauf hin: Es existiert ein suffizienter Umgehungskreislauf unter Einbezug der V. azygos, der die Okklusion der unteren Hohlvene kompensiert. Dabei stellt die individuelle Kapazität dieses Kollateralsystems den entscheidenden Faktor für die Aufrechterhaltung eines suffizienten venösen Rückstroms zum Herzen dar. Darüber hinaus zeigen aktuelle MRT-Untersuchungen, dass eine tatsächliche Entlastung und Wiedereröffnung der V. cava erst ab 30°-Linksseitenlage auftritt.

Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen gilt es 2 Punkte kritisch zu überdenken: Zum einen sollte anstelle von „aortokavales Kompressionssyndrom“ der Begriff „Supine hypotensive Syndrome“ verwendet werden, um nicht einen falsch verstandenen pathophysiologischen Zustand zu implizieren. Zum anderen sollte das Konzept der ubiquitären und kritiklosen Linksseitenlagerung überdacht werden. Es erscheint sinnvoller, anamnestisch jene Patientinnen zu identifizieren, die tatsächlich unter einem „Supine hypotensive Syndrome“ leiden. Bei diesen Patientinnen kann dann z. B. eine möglichst lange und betonte Linksseitenlage durchgeführt werden, die erst zum Hautschnitt für erleichterte Operationsbedingungen korrigiert wird. Die Durchführung einer Sectio unter Anwendung einer Linksseitenlage, welche die V. cava tatsächlich entlastet, ist nach Auffassung der Autoren undenkbar. Denn im klinischen Alltag werden lediglich Neigungswinkel von 5–10° erzielt bzw. von Operateur und Patientin toleriert.

Quelle: [https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074\_2023\_10#/10.1055-a-2043-4329](https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074_2023_10#/10.1055-a-2043-4329)

# anticholinerges Syndrom

# Ätiologie

> \[!warning\] CAVE Insbesondere ältere Patienten weisen oftmals bereits ein grundsätzliches cholinerges Defizit auf! Durch die Einnahme anticholinerg wirkender Substanzen steigt - gerade bei Polypharmazie oder zerebraler Vorschädigung - das Risiko für die Entwicklung eines anticholinergen Syndroms!

## Medikamente

- **Anticholinergika**: Bspw. Ipratropiumbromid, Tiotropiumbromid, Aclidiniumbromid, Glycopyrroniumbromid, Umeclidiniumbromid
- **Antidepressiva**: Antidepressiva: Insb. Trizyklika (bspw. Amitriptylin, Imipramin, Doxepin)
- **Spasmolytika** (urologisch, gastrointestinal): Bspw. Atropin, Butylscopolamin, Pirenzepin, Oxybutynin, Trospium, Tolterodin, Darifenacin, Fesoterodin, Solifenacin
- **Sedativa**: Bspw. Diphenhydramin, Doxylamin, Benzodiazepine
- **Hypnotika**, Anästhetika und Analgetika: Bspw. Propofol, Fentanyl, Inhalationsanästhetika\[^1\]
- Antipsychotika
    - Insb. typische Antipsychotika: Bspw. Promethazin, Levomepromazin
    - Seltener auch einige atypische Antipsychotika: Bspw. Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Aripiprazol
- Antihistaminika
    - H1-Antihistaminika der 1. Generation mit trizyklischer Struktur: Bspw. Dimetinden, Dimenhydrinat, Diphenhydramin
    - H2-Antihistaminika: Bspw. Cimetidin, Ranitidin
- Antiparkinsonmittel: Bspw. Biperiden, Benzatropin, Metixen, Trihexyphenidyl
- Mydriatika: Bspw. Atropin, Homatropin, Cyclopentolat, Scopolamin, Tropicamid
- Weitere: Codein, Digitoxin, Digoxin, Dipyridamol, Furosemid, Nifedipin, Prednisolon, Theophyllin
- Drogen: Bspw. Opioide
- Pflanzengifte: Insb. Atropin und Scopolamin in Pflanzen der Familie Solanaceae (bspw. Alraune, Engelstrompete , Bilsenkraut , Stechapfel und Tollkirsche )

# Symptome

## zentrale Symptome

- Komatöse Form: Psychomotorische Dämpfung, Vigilanzminderung
- Delirante Form
    - Agitation, Erregbarkeit
    - Desorientierung
    - Halluzinationen
    - Angst
    - Epileptische Anfälle
- Beide Formen
    - Schwindel
    - Atemdepression
    - Amnesie
- Maximalvariante: Anticholinerges Delir
    - Anticholinerges Syndrom mit:
        - Ausgeprägten Symptomen eines Delirs: Insb. Störungen des Bewusstseins
        - Ggf. kardiogenem Schock

## periphere Symptome

- Mydriasis, Akkommodationslähmung, Verengung des Kammerwinkels
- Mundtrockenheit durch Speichel- und Magensaftsekretion↓
- Paralytischer Ileus durch Verdauungsstörungen/Darmatonie
- Miktionsstörungen/Harnverhalt
- Trockene, heiße, gerötete Haut durch Schweißsekretion↓
- Tachykardie, AV-Überleitungszeit↓
- Vasokonstriktion
- Bronchodilatation, bronchiale Sekretion↓ !Bilder und Anhänge/big\_65f820468af102.29539628.jpg

# Diagnostik

- Diagnostische Kriterien: Mind. ein zentrales und zwei periphere Symptome
- Beim anticholinergen Delir zusätzlich: Erfüllung der Diagnosekriterien des Delirs

## Diagnosesicherung

- durch Physostigmin-Test
    - Prinzip: Probatorische Gabe von Physostigmin → Bei bestehendem anticholinergen Syndrom klinische/apparative Besserung (Test positiv)

### Anwendung

^36a4e6

- Injektion von 0,03 mg/kgKG Physostigmin (als Kurzinfusion über 10 min, unter Monitorüberwachung)
- Nach 15–20 min: erneute Anamnese (soweit möglich), klinische Untersuchung und EKG-Aufzeichnung
- Bewertung des Tests als positiv bei Vorliegen von mind. einem der folgenden Phänomene
    - Zunahme der Reaktivität anhand der Münchner Komaskala um mind. 1 Stufe
    - Besserung/Normalisierung der sonstigen neuropsychiatrischen Symptomatik (bspw. Abnahme/Sistieren deliranten Verhaltens, Besserung/Sistieren von Orientierungsstörungen)
    - Normalisierung einer Herzrhythmusstörung
    - Rückbildung einer zuvor bestehenden Mydriasis
- Bei fehlendem Ansprechen oder bei Symptomrekurrenz nach zunächst positivem Test: Wiederholung der probatorischen Dosierung nach frühestens 15 min (nur bei fehlenden Zeichen einer cholinergen Überstimulation

# Differentialdiagnosen

- Intoxikation mit anderen Stoffen
    - Malignes neuroleptisches Syndrom
    - Zentrales Serotonin-Syndrom
    - Intoxikation mit Psychostimulanzien (bspw. Kokain)

> \[!tip\] wegweisender Hinwes
> 
> - anticholinerges Syndrom: **trockene Haut**
> - Malignes neuroleptisches Syndrom, Zentrales Serotonin-Syndrom und Psychostimulanzien: **Schwitzen**

# Therapie

- supportive Maßnahmen
- Gabe von Physostigmin\[^2\]

\[^1\]: Fast alle in der Anästhesie eingesetzten Pharmaka wirken (zumeist indirekt) anticholinerg. Es besteht folglich die Gefahr eines zentralen anticholinergen Syndroms mit u.a. akut-kardiovaskulären Symptomen (Tachykardie, arterielle Hypertonie). Durch verschiedene Maßnahmen (Einsatz kurzwirksamer Anästhetika, sowie Verzicht auf Lachgas, auf prophylaktische Atropin-Applikation und auf zusätzliche Sedierung bei Einsatz einer Lokalanästhesie) kann das entsprechende Risiko gesenkt werden.

\[^2\]: Therapievorschlag: Physostigmin (Anticholium®) 0,03–0,04 mg/kgKG i.v., die Injektion sollte langsam erfolgen mit max. 1 mg/min (sonst Gefahr von Krampfanfällen!); Wirkeintritt nach ca. 3–15 min; Halbwertszeit nur ca. 20–30 min, daher (nach frühestens 20 min) ggf. weiterer Bolus (1-2 mg) oder kontinuierliche Infusion (1-4 mg/h) bis zu klinischen Besserung nötig; bei Kindern maximale Gesamtdosis 2 mg

# Therapie der Hyperkaliämie

\#Notfall

## Insulin

- 5-10 IE senken vergleichbar das Kalium um ca. 0,7 mmol/l

## beta 2 Agonisten

- 10-20 mg p.i. Salbutamol senken das Kallium um ca. 0,9 mmol/l
- 0,5 mg i.v. Salbutamol in Glucose senken das Kalium um 1,0 mmol/l

## Natriumbikarbonat

- 50-390 mmol senken das Kalium um ca. 0,1 mmol/l

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250722132553.png

# Postpunktioneller Kopfschmerz

Quelle: [A&amp;I Postpunktioneller Kopfschmerz](Bilder%20und%20Anh%C3%A4nge/A&I%20Postpunktioneller%20Kopfschmerz.pdf)

# Klinik

## Diagnosekriterien

- Auftreten oder Verschlechterung des Kopfschmerzes innerhalb von 15 Minuten nach dem Aufrichten und assoziiert mit mindestens einem der folgenden Symptome:
    - Nackensteifigkeit
    - Tinnitus
    - Veränderung des Hörens
    - Photophobie
    - Nausea
- eine vorausgegangene Liquorpunktion
- Entwicklung des Kopfschmerzes innerhalb von fünf Tagen nach der Liquorpunktion,
- Remittieren des Kopfschmerzes entweder spontan oder innerhalb von 48 Stunden nach effektiver Therapie (z. B. epiduraler Blutpatch (EBP)).

# Peripartale Hämorrhagie

# Definition

- Blutverlust &gt; 1000 ml nach Sectio
- Blutverlust &gt; 500 ml nach vaginaler Geburt
- Blutverlust wird oft unterschätzt und initial kompensiert -&gt; rasche Dekompensation

# Ätiologie

- Tonus (Uterusatonie)
- Tissue (Plazentalösungsstörung)
- Trauma (Geburtsverletzungen)
- Thrombine (Gerinnungsstörungen)

# Labor

- Fibrinogenkonzentration im Blut in der Schwangerschaft physiologisch erhöht (Norm zum Entbindungszeitpunkt 350 - 650 mg/dl)
- Fibrinogen &lt; 300 mg/dl zum Beginn der Blutung Prädiktor für schweren Verlauf

# Therapie

- MAT-Reservoir aufbauen bei Risikofaktoren
- HILFE HOLEN
- Basismaßnahmen:
    - Hypothermie vermeiden
    - Normokapnie, Normovolämie, Azidose vermeiden
    - Hypocalciämie vermeiden -&gt; ionisiertes Calcium &gt; 1,1 mmol/l -&gt; Gabe von Calciumgluconat 10% 20 ml (entspricht 4,53 mmol) als frakt. Bolus
    - bei Allgemeinanästhesie Esketamin und Midazolam erwägen
    - vermeide MAC &gt; 0,7 bei Inhalationsanästhestika (Uterustonus)
- Uterotonika:
    - Oxytocin: zunächst 6 I.E. über 6 Min., dann 10 I.E. in 500 ml Iono (Steigerung nach Wirkung)
    - UAW: Hypotonie, Tachykardie, Kopfschmerzen, Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen, Wasserretention (Hyponatriämie!)
    - Sulproston (CAVE: nicht in Kombination mit Oxytocin -&gt; Wirkverstärkung!, zuvor Oxytocingabe beenden)
        - 500 µg in 50 ml NaCl (10 µg/ml)
        - 50 ml/h für 3 Minuten, dann 10 ml/h für 7 Minuten, dann 1-2 ml/h
        - max 1500 µg/Tag
        - UAW: Bradykardie, Bronchospasmus, pulm. Hypertonie, Lungenödem, Übelkeit, Kopfschmerzen
- Gerinnungsmanagement:
    - Tranexamsäure: 1g als KI, dann 1g über 8h
    - Fibrinogen: empirisch 4 g, ca. 50 I.E./kg, Ziel &gt; 200 mg/dl
    - PPSB: 30 I.E./kg, 2400 I.E.
    - EKs nach Bedarf, Ziel Hb 8-9 mg/dl, nach Blutungskontrolle 6-7 mg/dl
    - TKs nach Bedarf, Ziel Thrombozyten &gt; 50 000/µl, 1 TK erhöht ca. um 10 000/µl
    - FFPs: nachgeordnet, 30 ml/kg, ca. 6 FFPs
- ggf. erwägen 
    - Desmopressin (bei Blutungsneigung/ASS-Einnahme) 0,3 µg/kg
    - Faktor XIII: 1 I.E./kg erhöht um 1 % ; Datenlage unklar, Ziel &gt; 60 %
    - Ultima ratio: Faktor VII, 90 µg/kg !Bilder und Anhänge/IMG\_20250902\_195207.jpg

# Penicillinallergie

# Kreuzreaktionen der β-Lactam-Antibiotika

!Bilder und Anhänge/big\_686fb1b00254f6.62004848.jpg Ob eine Person mit gesicherter Sensibilisierung gegen ein β-Lactam-Antibiotikum auch gegen andere Antibiotika dieser Klasse reagiert, hängt vom spezifischen Allergen ab. Selten kommt es zu einer Sensibilisierung gegen den β-Lactam-Ring (z.B. bei schweren kutanen Arzneimittelreaktionen möglich), was eine hohe Kreuzreaktivität gegenüber allen β-Lactam-Antibiotika bedingt. Häufiger richtet sich die Allergie allerdings gegen die Seitenketten des Antibiotikums, wodurch das Reaktionspotenzial bei Substanzen mit ähnlichen oder gleichen Seitenketten hoch ist, bei den anderen β-Lactam-Antibiotika dagegen niedrig.  
Die Kenntnis des Kreuzreaktionspotenzials ermöglicht es, sensibilisierten Personen ggf. alternative β-Lactam-Antibiotika zugänglich zu machen. Die Tabelle gibt einen Überblick über die aktuelle Datenlage.

# Lokalanästhetika Intoxikation

\#Lokalanästhetika #Notfall

# Woraus besteht die Therapie einer Lokalanästhetika Intoxikation?

- LA-Zufuhr stoppen!
- Beatmung/Oxygenierung sichern, Hyperkapnie und Azidose unbedingt vermeiden
- antikonvulsive Therapie mit Benzodiazepin (z.B. Midazolam 0,2 mg/kg, max. 10 mg)
- symptomatisch: Katecholamine, ext. Schrittmacher
- leitliniengerechte Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand
- Lipidbolus erwägen (s.u.)
- Herz-Lungen-Maschine erwägen (ggf. lange Reanimationsdauer) **Lipid-Rescue:** initial mit 1,5 ml/kg 20 % iger Lipidlösung, dann 0,5 ml/kg/min über 10 min

# Wie laufen die Phasen einer Lokalanästhetikaintoxikation ab?

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716203437.png !Screenshot\_20250704\_134028 1.jpg

# Knochenzement Reaktion (BCIS)

Quelle: [2019\_3\_124-133\_Knochenzementreaktion Pathophysiologie, Diagnostik und Behandlungsoptionen](Bilder%20und%20Anh%C3%A4nge/2019_3_124-133_Knochenzementreaktion%20Pathophysiologie,%20Diagnostik%20und%20Behandlungsoptionen.pdf)

# Allgemeines

- häufigste Ursache intraoperativer Mortalität in der Endoprothetik

# Symptome

- Hypoxie
- arterielle Hypotonie
- pulmonal-arterielle Hypertonie (Fett und Zementembolien, Pulmonale Vasokonstriktion, Rechtsherzversagen)
- Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herzstillstand
- Bei wachen Patienten Vigilanzminderung bis Koma Auftreten der Symptome üblicherweise direkt bei der Zement- oder Protheseneinbringung (Schaft!), der Reposition des Gelenkes, Ablassen von Blutsperren

# Schweregradeinteilung nach Donaldson

<table id="bkmrk-schweregrad-klinik-1"><thead><tr><th>Schweregrad</th><th>Klinik</th></tr></thead><tbody><tr><td>1. Grades</td><td>moderate Hypoxie (**SpO2 &lt;94%\*\*) oder Hypotension (Abfall des systolischen Blutdruckes \*\*(RRsyst) um &gt;20%**)</td></tr><tr><td>2. Grades</td><td>schwere Hypoxie (**SpO2 &lt;88%\*\*) oder Hypotension (\*\*Abfall des RRsyst &gt;40%**) oder **unerwarteter Bewusstseinsverlust**</td></tr><tr><td>3. Grades</td><td>Kreislaufversagen mit Notwendigkeit von CPR</td></tr></tbody></table>

# Pathophysiologie

Genaue Pathophysiologie bisher nicht geklärt.

- Mediatorentheorie
- Komplementaktivierung
- Reaktion auf das Methylmeth acrylat Monomer (MMA)
- **Embolien**

# Prävention

- Die Association of Anaesthetists empfiehlt in ihren Guidelines eine Zementierung beim Sign-in zu benennen und vor der Narkose den resuscitation status zu ermitteln.
- Zementierung rechtzeitig ankündigen, Kommunikation im Team.
- FiO2 vor Zementierung 100%
- Bradykardien therapieren
- MAP &gt; 70 mmHg
- Volumendefizit ausgleichen

# Differentialdiagnosen

- hämorrhagischer Schock
- RH-Dekompensation
- LH-Versagen
- Anaphylaxie
- Pneumothorax

# Therapie

- Oxygenierung verbessern (FiO2 Erhöhen, Euler Liljestrand Mechanismus)
- Hypotonie behandeln ggf. Vasopressoren/ Inotropika
- Infusionen -&gt; Vorlast erhöhen -&gt; Cardiac Output erhöhen (Abhängig vom Patienten)
- Corticoide nicht empfohlen
- Keine wesentliche Kausale Therapie möglich

# Horner-Syndrom

Symptomkomplex aus

- Miosis
- Ptosis
- Enophthalmus (genauer Pseudoenophthalmus)

der verschiedene Ursachen haben kann.

# Anaphylaxie

# Pathophysiologie

- schwerwiegende, meist schnell einsetzende und potenziell lebensbedrohlicher Hypersensibilitätsreaktion
- **IgE** vermittelte Reakation 
    - Freisetzung von **Histamin** und Tryptase
    - Komplemenaktivierung
- Kofaktoren (Asthma, Mastozytose, Sport etc.) können die Reaktion verstärken

# Auslöser

- Medikamente
- Nahrungsmittel
- Insektengifte

# Schweregradeinteilung

<table id="bkmrk-grad-haut-und-allgem"><thead><tr><th>Grad</th><th>Haut und Allgemein</th><th>Abdomen</th><th>Atemwege</th><th>Kreislauf</th></tr></thead><tbody><tr><td>1</td><td>Juckreiz, Flush,   
Uritkaria, Angioödem</td><td>-</td><td>-</td><td>-</td></tr><tr><td>2</td><td></td><td>Nausea, Krämpfe</td><td>Rhinorhö  
Heiserkeit  
Dyspnoe</td><td>Tachykardie  
Hypotension  
Arrhythmien</td></tr><tr><td>3</td><td></td><td>Erbrechen, Diarrhö</td><td>Zyanose  
Tachypnoe  
Bronchospasmus  
Larynxödem</td><td>Schock</td></tr><tr><td>4</td><td></td><td>-</td><td>Atemstillstand</td><td>Herz-Kreislauf-Stillstand</td></tr></tbody></table>

# Therapie

- Allergenzufuhr stoppen
- Grad I (Haut) und Grade II (Abdomen)
    - Histaminrezeptorblocker (z.B. 0,1 mg/kg Dimetindenmaleat)
- Grad II/III
    - Herz-Kreislauf: Adrenalin i.m. Volumen
    - Obstruktion **obere** Atemwege: Adrenalin i.m. + inhalativ
    - Obstruktion **untere** Atemwege: Adrenalin i.m. + ß2-Sympathomimetika
- refraktäre Anaphylaxie
    - nach 2x Adrenalingabe weiterhin keine ausreichende Stabilisierung
        - kontinuierliche Adrenalingabe+aggressive Volumentherapie

# Medikamente

## Adrenalin

- Medikament der Wahl 0,3-0,5 mg/kg i.m.

## Histaminrezeptorantagonisten

- H1-Blocker zur Linderung kutaner Reaktionen
- H2-Blocker nicht mehr

## Kortikosteroide

- nicht mehr routinemäßig

## weitere Medikamente

- Glucagon
    - bei Anaphylaxie unter ß-Blockern und ausbleibender Wirkung
        - 1-5 mg über 5 min

# Nachbehandlung

## Überwachung

- 6-8 h bei respiratorischen Symptomen
- 12-24 h bei Hypotension

## Diagnostik

- Serumtryptase innerhalb 0,5 - 2 h + &gt; 24 h nach Abklingen
- allergologische Diagnostik

# Anaphylaxie

# Pathophysiologie

- schwerwiegende, meist schnell einsetzende und potenziell lebensbedrohlicher Hypersensibilitätsreaktion
- **IgE** vermittelte Reakation
    - Freisetzung von **Histamin** und Tryptase
    - Komplemenaktivierung
- Kofaktoren (Asthma, Mastozytose, Sport etc.) können die Reaktion verstärken

# Auslöser

- Medikamente
- Nahrungsmittel
- Insektengifte

# Schweregradeinteilung

<table id="bkmrk-grad-haut-und-allgem"><thead><tr><th>Grad</th><th>Haut und Allgemein</th><th>Abdomen</th><th>Atemwege</th><th>Kreislauf</th></tr></thead><tbody><tr><td>1</td><td>Juckreiz, Flush,   
Uritkaria, Angioödem</td><td>-</td><td>-</td><td>-</td></tr><tr><td>2</td><td></td><td>Nausea, Krämpfe</td><td>Rhinorhö   
Heiserkeit   
Dyspnoe</td><td>Tachykardie   
Hypotension   
Arrhythmien</td></tr><tr><td>3</td><td></td><td>Erbrechen, Diarrhö</td><td>Zyanose   
Tachypnoe   
Bronchospasmus   
Larynxödem</td><td>Schock</td></tr><tr><td>4</td><td></td><td>-</td><td>Atemstillstand</td><td>Herz-Kreislauf-Stillstand</td></tr></tbody></table>

# Therapie

- Allergenzufuhr stoppen
- Grad I (Haut) und Grade II (Abdomen)
    - Histaminrezeptorblocker (z.B. 0,1 mg/kg Dimetindenmaleat)
- Grad II/III
    - Herz-Kreislauf: Adrenalin i.m. Volumen
    - Obstruktion **obere** Atemwege: Adrenalin i.m. + inhalativ
    - Obstruktion **untere** Atemwege: Adrenalin i.m. + ß2-Sympathomimetika
- refraktäre Anaphylaxie
    - nach 2x Adrenalingabe weiterhin keine ausreichende Stabilisierung
        - kontinuierliche Adrenalingabe+aggressive Volumentherapie

# Medikamente

## Adrenalin

- Medikament der Wahl 0,3-0,5 mg/kg i.m.

## Histaminrezeptorantagonisten

- H1-Blocker zur Linderung kutaner Reaktionen
- H2-Blocker nicht mehr

## Kortikosteroide

- nicht mehr routinemäßig

## weitere Medikamente

- Glucagon
    - bei Anaphylaxie unter ß-Blockern und ausbleibender Wirkung
        - 1-5 mg über 5 min

# Nachbehandlung

## Überwachung

- 6-8 h bei respiratorischen Symptomen
- 12-24 h bei Hypotension

## Diagnostik

- Serumtryptase innerhalb 0,5 - 2 h + &gt; 24 h nach Abklingen
- allergologische Diagnostik

# Horner-Syndrom

Symptomkomplex aus

- Miosis
- Ptosis
- Enophthalmus (genauer Pseudoenophthalmus)

der verschiedene Ursachen haben kann.

# Knochenzement Reaktion (BCIS)

Quelle: [2019\_3\_124-133\_Knochenzementreaktion Pathophysiologie, Diagnostik und Behandlungsoptionen](Bilder%20und%20Anh%C3%A4nge/2019_3_124-133_Knochenzementreaktion%20Pathophysiologie,%20Diagnostik%20und%20Behandlungsoptionen.pdf)

# Allgemeines

- häufigste Ursache intraoperativer Mortalität in der Endoprothetik

# Symptome

- Hypoxie
- arterielle Hypotonie
- pulmonal-arterielle Hypertonie (Fett und Zementembolien, Pulmonale Vasokonstriktion, Rechtsherzversagen)
- Herzrhythmusstörungen, plötzlicher Herzstillstand
- Bei wachen Patienten Vigilanzminderung bis Koma Auftreten der Symptome üblicherweise direkt bei der Zement- oder Protheseneinbringung (Schaft!), der Reposition des Gelenkes, Ablassen von Blutsperren

# Schweregradeinteilung nach Donaldson

<table id="bkmrk-schweregrad-klinik-1"><thead><tr><th>Schweregrad</th><th>Klinik</th></tr></thead><tbody><tr><td>1. Grades</td><td>moderate Hypoxie (**SpO2 &lt;94%\*\*) oder Hypotension (Abfall des systolischen Blutdruckes \*\*(RRsyst) um &gt;20%**)</td></tr><tr><td>2. Grades</td><td>schwere Hypoxie (**SpO2 &lt;88%\*\*) oder Hypotension (\*\*Abfall des RRsyst &gt;40%**) oder **unerwarteter Bewusstseinsverlust**</td></tr><tr><td>3. Grades</td><td>Kreislaufversagen mit Notwendigkeit von CPR</td></tr></tbody></table>

# Pathophysiologie

Genaue Pathophysiologie bisher nicht geklärt.

- Mediatorentheorie
- Komplementaktivierung
- Reaktion auf das Methylmeth acrylat Monomer (MMA)
- **Embolien**

# Prävention

- Die Association of Anaesthetists empfiehlt in ihren Guidelines eine Zementierung beim Sign-in zu benennen und vor der Narkose den resuscitation status zu ermitteln.
- Zementierung rechtzeitig ankündigen, Kommunikation im Team.
- FiO2 vor Zementierung 100%
- Bradykardien therapieren
- MAP &gt; 70 mmHg
- Volumendefizit ausgleichen

# Differentialdiagnosen

- hämorrhagischer Schock
- RH-Dekompensation
- LH-Versagen
- Anaphylaxie
- Pneumothorax

# Therapie

- Oxygenierung verbessern (FiO2 Erhöhen, Euler Liljestrand Mechanismus)
- Hypotonie behandeln ggf. Vasopressoren/ Inotropika
- Infusionen -&gt; Vorlast erhöhen -&gt; Cardiac Output erhöhen (Abhängig vom Patienten)
- Corticoide nicht empfohlen
- Keine wesentliche Kausale Therapie möglich

# Lokalanästhetika Intoxikation

\#Lokalanästhetika #Notfall

# Woraus besteht die Therapie einer Lokalanästhetika Intoxikation?

- LA-Zufuhr stoppen!
- Beatmung/Oxygenierung sichern, Hyperkapnie und Azidose unbedingt vermeiden
- antikonvulsive Therapie mit Benzodiazepin (z.B. Midazolam 0,2 mg/kg, max. 10 mg)
- symptomatisch: Katecholamine, ext. Schrittmacher
- leitliniengerechte Reanimation bei Herz-Kreislauf-Stillstand
- Lipidbolus erwägen (s.u.)
- Herz-Lungen-Maschine erwägen (ggf. lange Reanimationsdauer) **Lipid-Rescue:** initial mit 1,5 ml/kg 20 % iger Lipidlösung, dann 0,5 ml/kg/min über 10 min

# Wie laufen die Phasen einer Lokalanästhetikaintoxikation ab?

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716203437.png !Screenshot\_20250704\_134028 1.jpg

# Penicillinallergie

# Kreuzreaktionen der β-Lactam-Antibiotika

!Bilder und Anhänge/big\_686fb1b00254f6.62004848.jpg Ob eine Person mit gesicherter Sensibilisierung gegen ein β-Lactam-Antibiotikum auch gegen andere Antibiotika dieser Klasse reagiert, hängt vom spezifischen Allergen ab. Selten kommt es zu einer Sensibilisierung gegen den β-Lactam-Ring (z.B. bei schweren kutanen Arzneimittelreaktionen möglich), was eine hohe Kreuzreaktivität gegenüber allen β-Lactam-Antibiotika bedingt. Häufiger richtet sich die Allergie allerdings gegen die Seitenketten des Antibiotikums, wodurch das Reaktionspotenzial bei Substanzen mit ähnlichen oder gleichen Seitenketten hoch ist, bei den anderen β-Lactam-Antibiotika dagegen niedrig.  
Die Kenntnis des Kreuzreaktionspotenzials ermöglicht es, sensibilisierten Personen ggf. alternative β-Lactam-Antibiotika zugänglich zu machen. Die Tabelle gibt einen Überblick über die aktuelle Datenlage.

# Peripartale Hämorrhagie

# Definition

- Blutverlust &gt; 1000 ml nach Sectio
- Blutverlust &gt; 500 ml nach vaginaler Geburt
- Blutverlust wird oft unterschätzt und initial kompensiert -&gt; rasche Dekompensation

# Ätiologie

- Tonus (Uterusatonie)
- Tissue (Plazentalösungsstörung)
- Trauma (Geburtsverletzungen)
- Thrombine (Gerinnungsstörungen)

# Labor

- Fibrinogenkonzentration im Blut in der Schwangerschaft physiologisch erhöht (Norm zum Entbindungszeitpunkt 350 - 650 mg/dl)
- Fibrinogen &lt; 300 mg/dl zum Beginn der Blutung Prädiktor für schweren Verlauf

# Therapie

- MAT-Reservoir aufbauen bei Risikofaktoren
- HILFE HOLEN
- Basismaßnahmen:
    - Hypothermie vermeiden
    - Normokapnie, Normovolämie, Azidose vermeiden
    - Hypocalciämie vermeiden -&gt; ionisiertes Calcium &gt; 1,1 mmol/l -&gt; Gabe von Calciumgluconat 10% 20 ml (entspricht 4,53 mmol) als frakt. Bolus
    - bei Allgemeinanästhesie Esketamin und Midazolam erwägen
    - vermeide MAC &gt; 0,7 bei Inhalationsanästhestika (Uterustonus)
- Uterotonika:
    - Oxytocin: zunächst 6 I.E. über 6 Min., dann 10 I.E. in 500 ml Iono (Steigerung nach Wirkung)
    - UAW: Hypotonie, Tachykardie, Kopfschmerzen, Hautrötung, Übelkeit, Erbrechen, Wasserretention (Hyponatriämie!)
    - Sulproston (CAVE: nicht in Kombination mit Oxytocin -&gt; Wirkverstärkung!, zuvor Oxytocingabe beenden)
        - 500 µg in 50 ml NaCl (10 µg/ml)
        - 50 ml/h für 3 Minuten, dann 10 ml/h für 7 Minuten, dann 1-2 ml/h
        - max 1500 µg/Tag
        - UAW: Bradykardie, Bronchospasmus, pulm. Hypertonie, Lungenödem, Übelkeit, Kopfschmerzen
- Gerinnungsmanagement:
    - Tranexamsäure: 1g als KI, dann 1g über 8h
    - Fibrinogen: empirisch 4 g, ca. 50 I.E./kg, Ziel &gt; 200 mg/dl
    - PPSB: 30 I.E./kg, 2400 I.E.
    - EKs nach Bedarf, Ziel Hb 8-9 mg/dl, nach Blutungskontrolle 6-7 mg/dl
    - TKs nach Bedarf, Ziel Thrombozyten &gt; 50 000/µl, 1 TK erhöht ca. um 10 000/µl
    - FFPs: nachgeordnet, 30 ml/kg, ca. 6 FFPs
- ggf. erwägen
    - Desmopressin (bei Blutungsneigung/ASS-Einnahme) 0,3 µg/kg
    - Faktor XIII: 1 I.E./kg erhöht um 1 % ; Datenlage unklar, Ziel &gt; 60 %
    - Ultima ratio: Faktor VII, 90 µg/kg !Bilder und Anhänge/IMG\_20250902\_195207.jpg

# Postpunktioneller Kopfschmerz

Quelle: [A&amp;I Postpunktioneller Kopfschmerz](Bilder%20und%20Anh%C3%A4nge/A&I%20Postpunktioneller%20Kopfschmerz.pdf)

# Klinik

## Diagnosekriterien

- Auftreten oder Verschlechterung des Kopfschmerzes innerhalb von 15 Minuten nach dem Aufrichten und assoziiert mit mindestens einem der folgenden Symptome:
    - Nackensteifigkeit
    - Tinnitus
    - Veränderung des Hörens
    - Photophobie
    - Nausea
- eine vorausgegangene Liquorpunktion
- Entwicklung des Kopfschmerzes innerhalb von fünf Tagen nach der Liquorpunktion,
- Remittieren des Kopfschmerzes entweder spontan oder innerhalb von 48 Stunden nach effektiver Therapie (z. B. epiduraler Blutpatch (EBP)).

# Therapie der Hyperkaliämie

\#Notfall

## Insulin

- 5-10 IE senken vergleichbar das Kalium um ca. 0,7 mmol/l

## beta 2 Agonisten

- 10-20 mg p.i. Salbutamol senken das Kallium um ca. 0,9 mmol/l
- 0,5 mg i.v. Salbutamol in Glucose senken das Kalium um 1,0 mmol/l

## Natriumbikarbonat

- 50-390 mmol senken das Kalium um ca. 0,1 mmol/l

!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250722132553.png

# anticholinerges Syndrom

# Ätiologie

> \[!warning\] CAVE Insbesondere ältere Patienten weisen oftmals bereits ein grundsätzliches cholinerges Defizit auf! Durch die Einnahme anticholinerg wirkender Substanzen steigt - gerade bei Polypharmazie oder zerebraler Vorschädigung - das Risiko für die Entwicklung eines anticholinergen Syndroms!

## Medikamente

- **Anticholinergika**: Bspw. Ipratropiumbromid, Tiotropiumbromid, Aclidiniumbromid, Glycopyrroniumbromid, Umeclidiniumbromid
- **Antidepressiva**: Antidepressiva: Insb. Trizyklika (bspw. Amitriptylin, Imipramin, Doxepin)
- **Spasmolytika** (urologisch, gastrointestinal): Bspw. Atropin, Butylscopolamin, Pirenzepin, Oxybutynin, Trospium, Tolterodin, Darifenacin, Fesoterodin, Solifenacin
- **Sedativa**: Bspw. Diphenhydramin, Doxylamin, Benzodiazepine
- **Hypnotika**, Anästhetika und Analgetika: Bspw. Propofol, Fentanyl, Inhalationsanästhetika\[^1\]
- Antipsychotika
    - Insb. typische Antipsychotika: Bspw. Promethazin, Levomepromazin
    - Seltener auch einige atypische Antipsychotika: Bspw. Clozapin, Olanzapin, Quetiapin, Aripiprazol
- Antihistaminika
    - H1-Antihistaminika der 1. Generation mit trizyklischer Struktur: Bspw. Dimetinden, Dimenhydrinat, Diphenhydramin
    - H2-Antihistaminika: Bspw. Cimetidin, Ranitidin
- Antiparkinsonmittel: Bspw. Biperiden, Benzatropin, Metixen, Trihexyphenidyl
- Mydriatika: Bspw. Atropin, Homatropin, Cyclopentolat, Scopolamin, Tropicamid
- Weitere: Codein, Digitoxin, Digoxin, Dipyridamol, Furosemid, Nifedipin, Prednisolon, Theophyllin
- Drogen: Bspw. Opioide
- Pflanzengifte: Insb. Atropin und Scopolamin in Pflanzen der Familie Solanaceae (bspw. Alraune, Engelstrompete , Bilsenkraut , Stechapfel und Tollkirsche )

# Symptome

## zentrale Symptome

- Komatöse Form: Psychomotorische Dämpfung, Vigilanzminderung
- Delirante Form
    - Agitation, Erregbarkeit
    - Desorientierung
    - Halluzinationen
    - Angst
    - Epileptische Anfälle
- Beide Formen
    - Schwindel
    - Atemdepression
    - Amnesie
- Maximalvariante: Anticholinerges Delir
    - Anticholinerges Syndrom mit:
        - Ausgeprägten Symptomen eines Delirs: Insb. Störungen des Bewusstseins
        - Ggf. kardiogenem Schock

## periphere Symptome

- Mydriasis, Akkommodationslähmung, Verengung des Kammerwinkels
- Mundtrockenheit durch Speichel- und Magensaftsekretion↓
- Paralytischer Ileus durch Verdauungsstörungen/Darmatonie
- Miktionsstörungen/Harnverhalt
- Trockene, heiße, gerötete Haut durch Schweißsekretion↓
- Tachykardie, AV-Überleitungszeit↓
- Vasokonstriktion
- Bronchodilatation, bronchiale Sekretion↓ !Bilder und Anhänge/big\_65f820468af102.29539628.jpg

# Diagnostik

- Diagnostische Kriterien: Mind. ein zentrales und zwei periphere Symptome
- Beim anticholinergen Delir zusätzlich: Erfüllung der Diagnosekriterien des Delirs

## Diagnosesicherung

- durch Physostigmin-Test
    - Prinzip: Probatorische Gabe von Physostigmin → Bei bestehendem anticholinergen Syndrom klinische/apparative Besserung (Test positiv)

### Anwendung

^36a4e6

- Injektion von 0,03 mg/kgKG Physostigmin (als Kurzinfusion über 10 min, unter Monitorüberwachung)
- Nach 15–20 min: erneute Anamnese (soweit möglich), klinische Untersuchung und EKG-Aufzeichnung
- Bewertung des Tests als positiv bei Vorliegen von mind. einem der folgenden Phänomene
    - Zunahme der Reaktivität anhand der Münchner Komaskala um mind. 1 Stufe
    - Besserung/Normalisierung der sonstigen neuropsychiatrischen Symptomatik (bspw. Abnahme/Sistieren deliranten Verhaltens, Besserung/Sistieren von Orientierungsstörungen)
    - Normalisierung einer Herzrhythmusstörung
    - Rückbildung einer zuvor bestehenden Mydriasis
- Bei fehlendem Ansprechen oder bei Symptomrekurrenz nach zunächst positivem Test: Wiederholung der probatorischen Dosierung nach frühestens 15 min (nur bei fehlenden Zeichen einer cholinergen Überstimulation

# Differentialdiagnosen

- Intoxikation mit anderen Stoffen
    - Malignes neuroleptisches Syndrom
    - Zentrales Serotonin-Syndrom
    - Intoxikation mit Psychostimulanzien (bspw. Kokain)

> \[!tip\] wegweisender Hinwes
> 
> - anticholinerges Syndrom: **trockene Haut**
> - Malignes neuroleptisches Syndrom, Zentrales Serotonin-Syndrom und Psychostimulanzien: **Schwitzen**

# Therapie

- supportive Maßnahmen
- Gabe von Physostigmin\[^2\]

\[^1\]: Fast alle in der Anästhesie eingesetzten Pharmaka wirken (zumeist indirekt) anticholinerg. Es besteht folglich die Gefahr eines zentralen anticholinergen Syndroms mit u.a. akut-kardiovaskulären Symptomen (Tachykardie, arterielle Hypertonie). Durch verschiedene Maßnahmen (Einsatz kurzwirksamer Anästhetika, sowie Verzicht auf Lachgas, auf prophylaktische Atropin-Applikation und auf zusätzliche Sedierung bei Einsatz einer Lokalanästhesie) kann das entsprechende Risiko gesenkt werden.

\[^2\]: Therapievorschlag: Physostigmin (Anticholium®) 0,03–0,04 mg/kgKG i.v., die Injektion sollte langsam erfolgen mit max. 1 mg/min (sonst Gefahr von Krampfanfällen!); Wirkeintritt nach ca. 3–15 min; Halbwertszeit nur ca. 20–30 min, daher (nach frühestens 20 min) ggf. weiterer Bolus (1-2 mg) oder kontinuierliche Infusion (1-4 mg/h) bis zu klinischen Besserung nötig; bei Kindern maximale Gesamtdosis 2 mg

# aortokavales Kompressionssyndrom

Aufgrund eines befürchteten „aortokavalen Kompressionssyndroms“ mit Abfall des Blutdrucks wurden in der Vergangenheit nahezu alle schwangeren Patientinnen prophylaktisch in eine leichte Linksseitenlage gelagert. Allerdings wird die Inzidenz eines relevanten Blutdruckabfalls in flacher Rückenlage auf &lt; 10% geschätzt, d. h. nur ein kleiner Teil der Schwangeren ist überhaupt klinisch betroffen. Als pathophysiologisch ursächlich hierfür wird eine Kompression der V. cava inferior durch den graviden Uterus mit konsekutiver Verminderung des venösen Rückstroms und Abfall des Schlagvolumens angesehen. Für eine direkte Kompression der Aorta, die über viele Jahrzehnte ebenfalls als ursächlich für die beschriebenen Symptome erachtet wurde, fand sich in mehreren MRT-Untersuchungen kein Beleg.

Vor dem Hintergrund, dass nicht alle schwangeren Patientinnen in Rückenlage mit Hypotension, Übelkeit und Schwitzen klinisch auffällig werden, weisen neuere Erkenntnisse darauf hin: Es existiert ein suffizienter Umgehungskreislauf unter Einbezug der V. azygos, der die Okklusion der unteren Hohlvene kompensiert. Dabei stellt die individuelle Kapazität dieses Kollateralsystems den entscheidenden Faktor für die Aufrechterhaltung eines suffizienten venösen Rückstroms zum Herzen dar. Darüber hinaus zeigen aktuelle MRT-Untersuchungen, dass eine tatsächliche Entlastung und Wiedereröffnung der V. cava erst ab 30°-Linksseitenlage auftritt.

Unter Berücksichtigung dieser Tatsachen gilt es 2 Punkte kritisch zu überdenken: Zum einen sollte anstelle von „aortokavales Kompressionssyndrom“ der Begriff „Supine hypotensive Syndrome“ verwendet werden, um nicht einen falsch verstandenen pathophysiologischen Zustand zu implizieren. Zum anderen sollte das Konzept der ubiquitären und kritiklosen Linksseitenlagerung überdacht werden. Es erscheint sinnvoller, anamnestisch jene Patientinnen zu identifizieren, die tatsächlich unter einem „Supine hypotensive Syndrome“ leiden. Bei diesen Patientinnen kann dann z. B. eine möglichst lange und betonte Linksseitenlage durchgeführt werden, die erst zum Hautschnitt für erleichterte Operationsbedingungen korrigiert wird. Die Durchführung einer Sectio unter Anwendung einer Linksseitenlage, welche die V. cava tatsächlich entlastet, ist nach Auffassung der Autoren undenkbar. Denn im klinischen Alltag werden lediglich Neigungswinkel von 5–10° erzielt bzw. von Operateur und Patientin toleriert.

Quelle: [https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074\_2023\_10#/10.1055-a-2043-4329](https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074_2023_10#/10.1055-a-2043-4329)

# postoperative Übelkeit und Erbrechen (PONV)

# Risikoscore nach Apfel

<table id="bkmrk-risikofaktor-punktza"><thead><tr><th>Risikofaktor</th><th>Punktzahl</th></tr></thead><tbody><tr><td>weibliches Geschlecht</td><td>1</td></tr><tr><td>Nichtraucher</td><td>1</td></tr><tr><td>PONV in Anamnese</td><td>1</td></tr><tr><td>erwartetete postop. Opioidtherapie</td><td>1</td></tr></tbody></table>

- 0: ca. 10 %
- 1: ca. 20 %
- 2: ca- 30 %
- 3: ca. 40 %

## Eingriffsbezogenens Risiko

Nur für folgende Eingriffe gilt ein erhöhtes Risiko

- laparoskopische Cholezystektomie
- Strabismus-OPs

# Therapie

<table id="bkmrk-wirkstoff-dosierung-"><thead><tr><th>Wirkstoff</th><th>Dosierung</th><th>Zeitpunkt</th><th>Kommentar</th><th>Rezeptor</th></tr></thead><tbody><tr><td>Dexamethason</td><td>4 mg</td><td>bei Einleitung</td><td>Prophylaxe   
KI: DM II</td><td>Glukokorikoid</td></tr><tr><td>[Granisetron](../../../Pharmakologie/Medikamente/Granisetron.md)</td><td>1-3 mg</td><td>Am Ende der OP</td><td>Prophylaxe/ Therapie   
KI: 1. Trimenon der Schwangerschaft</td><td>5HT3</td></tr><tr><td>Droperidol</td><td>0,625-1,25 mg</td><td>Am Ende der OP</td><td>Prophylaxe/ Therapie   
KI: Morbus Parkinson</td><td>D2</td></tr><tr><td>Dimenhydrinat</td><td>1 mg/kg   
(62 mg)</td><td>bei weiter bestehendem PONV</td><td>Therapie   
KI: geriatrische Patienten</td><td>H1</td></tr><tr><td>Die Wirkung von [Propofol](../../../Pharmakologie/Medikamente/Propofol.md) auf das Auftreten von PONV ist gering und wird meistens überschätzt.</td><td></td><td></td><td></td><td></td></tr></tbody></table>

# Basics

# Atemwegssicherung

## Prädiktoren für eine erwartet schwierige Videolaryngoskopie

- pathologische Halsanatomie (z. B. Radiatio, kurzer/breiter Hals)
- Mundöffnung &lt; 2 cm
- Upper-Lip-Bite-Test Grad III (limitierte mandibuläre Protrusion)
- Cormack-Lehane-Klassifikation ≥ 3 unter indirekter Videolaryngoskopiep
- progrediente pathologische Atemwegskompression (z. B. BMI &gt; 40 kg/m2, Mediastinal-Mass-Syndrom, retrosternale Struma

## physiologisch schwieriger Atemweg

Cave bei

- Hypoxie
- Hypotonie
- Rechtsherzversagen
- metabolischer Azidose

# Atemwegssicherung

## Prädiktoren für eine erwartet schwierige Videolaryngoskopie

- pathologische Halsanatomie (z. B. Radiatio, kurzer/breiter Hals)
- Mundöffnung &lt; 2 cm
- Upper-Lip-Bite-Test Grad III (limitierte mandibuläre Protrusion)
- Cormack-Lehane-Klassifikation ≥ 3 unter indirekter Videolaryngoskopiep
- progrediente pathologische Atemwegskompression (z. B. BMI &gt; 40 kg/m2, Mediastinal-Mass-Syndrom, retrosternale Struma

## physiologisch schwieriger Atemweg

Cave bei

- Hypoxie
- Hypotonie
- Rechtsherzversagen
- metabolischer Azidose

# Regionalanästhesie

# Regionalanästhesie Test