SOPs
- Sitzende Lagerung
- SOP Allgemeinanästhesie
- RSI
- Prämedikation
- Periphere Regionalanästhesie
- PDK zur Geburt
- PDK für operative Eingriffe
- Gerinnungsmanegement
- Geriatrische Patienten in der UCH
- Elektive Sectio
- Apnoeische Oxygenierung
Sitzende Lagerung
Blutdruckmanegement
MAD (cerebral) = MAD (Herzhöhe) - 0,75 x Strecke Herz - Gehörgang
-> MAD ca. 20 - 25 mmHg höher als sonst halten (85 - 90 mmHg)
Weitere Maßnahmen:
- keine übermäßige Beugung im Hüftgelenk (ven. Abfluss!)
- Verrutschen des Kopfs bei einseitigem Zug am Arm verhindern
- keine Hyperventilation (-> CO2-Abfall führt zu cerebraler Vasokonstriktion)
- regelmäßige Lagerungskontrollen
- Regionalanästhesie bevorzugen
- MAD nicht niedriger als 80 % des Ausgangswertes in Ruhe und Rückenlage
- ggf. Monitoring und Diagnostik/NIRS
SOP Allgemeinanästhesie
Präoperative Vorbereitung:
- Check -> Vorstellung, Identität/OP/Nüchternheit/Aufklärung, orientierend Atemweg/EGRI/Zahnstatus
- Wärmen
- Monitoring
- i.V.-Zugang
- Atemwegsmanegement auswählen (EGRI!)
- DGAI-Gerätecheck
Präoxygenierung:
- FiO2 100 %, Flow > 8l, APL bis PEEP 5 mbar
- Ziel: FeO2 > 80 %!
Narkoseeinleitung:
- Opioide:
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Sufentanil: 0,2-0,5 µg/kg (i.D.R. 20-40 µg)
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Remifentanil via Perfusor, initial 0,3 - 0,5 µg/kg/min, dann reduzieren
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Alfentanil: 15-20 µg/kg (ca. 0,75 - 2 mg) als Bolus
- (zum Einleiten unverdünnt 1 mg/ml, zum Nachspritzen 0,1 mg/ml, CAVE: kumuliert!)
- Hypnotika:
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Propofol
- i.D.R via Perfusor, 1,5 mg/kg als Bolus über ca. 1 Minute, danach 4 mg/kg/h kontinuierlich
- als Bolus: 2-3 mg/kg, je nach Patient und Krieslaufsituation mehr oder weniger
- Ketanest
- Midazolam
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Propofol
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Muskelrelaxantien
- Mivacurium: 0,2 mg/kg
- Atracurium: 0,2-0,5 mg/kg (Standard und mod. RSI)
- Rocuronium: 0,6-1,2 mg/kg (RSI und mod. RSI)
- Succinylcholin: 0,6-1 mg/kg (RSI, nur im Kreissaal, nicht in der der Kinderanästhesie) CAVE Kontraindikationen: Hyperkaliämie, Dialysepfl. NI, Bettlägrigkeit > 48-72 h, MH-Disposition, Verbrennungen)
- Vasopressoren:
- Noradrenalin:
- aus der Hand: 1mg/100 ml -> 10 µg/ml
- aus dem Perfusor: 1 mg/50 ml -> 20 µg/ml peripher (und 60 µg/ml zentralvenös)
- Noradrenalin:
- weitere Medikamente:
- Lidocain: 20 mg/ml 1-2 ml, 15 sek. abdrücken zur Analgesie vor Propofolinjektion
- Dexamethason: 4 ml, KI: Lymphome -> Tumorlysesyndrom
nach Narkoseeinleitung:
- Augenschutz (vor Maskenventilation)
- Überprüfung der Narkosetiefe (Lidreflex, Esmarch)
- Maskenventilation (2-3 Hübe manuell, dann PCV Pinsp max. 20 mbar)
- ggf. Guedel
Atemwegssicherung:
- LAMA->> max. 2 Versuche ohne FA
- ITN -> Frauen 7,0, Männer 7,5, max. 1 Versuch ohne FA
- Cuff-Kontrolle
Narkoseaufrechterhaltung:
- Opioide:
- Sufentanil: Bolusgaben, bei OP > 2 h über Perfusor 0,2-0,5 µg/kg/h
- Remifentanil: über Perfusor 0,1-0,5 µg/kg/min
- Ergänzung um Piritramid 0,05-0, mg/kg ca. 20 Min vor OP-Ende
- Hypnotika:
- TIVA mit ../../../Pharmakologie/Medikamente/Propofol
- Gasnarkose i.D.R. mit Sevofluran
- Desfluran: nur in Ausnahmefällen, Adipositaschirurgie
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Muskelrelaxantien
- Repetition unter Verwendung von Relaxometrie bei Notwendigkeit
- i.d.R. Nutzung des Einleitungsrelaxans
- Relaxometrie
- TOF-Zahl -> Anzahl der Reizantworten
- TOF-Quotient -> Verhältnis der Reaktionsstärke von 4. zu 1. Reiz
- PTC -> Tetanischer Reiz für 5 s und 10-20 Einzelreize, Anreicherung ACH im synapt. Spalt, wenn TOF 0 kann PTC positiv sein (Pat. nachrelaxieren wenn Chirurg sich beschwert)
- Double Burst: zwei Reizsalven, mehr taktile/visuelle Diskrminiation bei TOF-Ratio > 0,6, veraltet
- Narcotrend/BIS
Narkoseausleitung:
- Überprüfung Restrelaxierung: TOF > 0,9 !
- ggf. Antagonisierung der Muskelrelaxation:
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Neostigmin 20-70 µg/kg -> 1,5 mg (3 Ampullen) bei 70 kg #
- sinnvoll bei TOF >2, max. Effekt bei 70 µg/kg (Ceiling-Effekt)
- für Atracurium und Rocuronium
- max. Wirkung nach 7-11 Minuten, HWZ 60 Min.
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Atropin: immer bei Gabe von Neostigmin dazugeben
- 0,5 mg in 1 ml
- um muskarinerge Wirkungen von Neostigmin zu verhindern (Bradykardie!)
- Wirkeintritt: 2-3 min, HWZ 30 Min.
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Sugammadex
- 2-4 mg/kg nach tatsächlichem Gewicht dosiert
- Notfall: 16 mg/kg
- langsam spritzen! (Vagolyse, Asystolien)
- CAVE: renale Elimination, bei potentieller Notwendigkeit von Reintubation und Niereninsuffizienz hat erneutes Relaxieren mit Rocuronium eine eingeschränkte Wirkung!
- ../../../Pharmakologie/Medikamente/Neostigmin 20-70 µg/kg -> 1,5 mg (3 Ampullen) bei 70 kg #
- Präoxygenierung: FiO2 0,8, Flow > 8l/min
- Absaugen, ggf. Einlage Guedel
- Extubation mit geblocktem Cuff und Blähmanöver
RSI
Indikationen
modifizierte RSI
- Hiatushernie
- Reflux mit Symptomatik im Liegen
- Nahrungsaufnahme nach Nüchternheitsgrenze, auch vor Trauma
- Urämie
- Schwangere ab 16. SSW - 32. SSW
- Schwangere ab 32. SSW ohne Refluxbeschwerden (inkl. zur elektiven Sectio wenn keine Relfuxbeschwerden)
- unmittelbar postpartum
- intraabdom. Pathologien (außer Retentionsmagen)
Crush-Intubation ("echte RSI")
- Thoraxmagen
- Retentionsmagen, Magenausgangsstenose
- Dünndarmileus
- obere GI-Blutung
- frische Mittelgesichtsfraktur
- Schwangere ab 32. SSW mit Refluxbeschwerden
- Notsectio
- Nachblutung im HNO-Bereich
Vorgehen
Generell:
- Facharztstandard
- Absaugung von OP-Pflege
- OK-Hochlagerung
- apnoeische Oxygenierung
- Tubus mit Führungsstab
- Videolaryngoskop mit McIntosh-Spatel
modifizierte RSI:
- Relaxierung mit Rocuronium 0,6 mg/kg
- Guedel-Einlage nach Narkoseinduktion
- Zwischenbeatmung mit PCV, Pinsp max. 20 mbar
Crush-Intubation
- Bildgebung studieren
- vorhandene Magensonde absaugen (auf 50 -60 cm positionieren)
- erwäge Anlage MS wenn nicht vorhanden
- Person zur Tischpositionsveränderung festlegen
- Rocuronium 1,2 mg/kg
- Maske mit 15 l/Min dicht aufsetzen
- Intubation ohne Zwischenbeatmung
- Führungsstab
Prämedikation
Anamnese
- Vorerkrankungen
- kardiovask. Risikofaktoren
- Belastbarkeit (MET)
- Familienanamnese bzgl. Muskelerkrankungen/MH
- Medikamente
- Gerinnungsanamnese
- Allergien
- Vor-OPs/Vornarkosen
- PONV
- Reflux
Risikoevaluation
Eingriffsbezogenes Risiko:
!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222405.png
kardiovaskuläres Risiko:
- akut symptomatische Herzerkrankungen !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222510.png
- Risikofaktoren nach Lee -> MACE-Risiko !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222547.png
- Belastbarkeit (MET)
Schlaganfallrisiko
- in den letzten 6 Monaten Schlaganfall oder TIA -> neurologisches Konsil + bildgebende neurovaskuläre Diagnostik
- 9 Monate nach Schlaganfall/TIA keine elektiven Eingriffe
Risiko für pulmonale Komplikationen
- ARISCAT
!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716131257.png
- OSAS -> STOP-BANG
Risiko für Delir/POCD
- Mini-Cog
- Uhr malen mit 11:10 Uhr
- Apfel-Tasse-Münze
körperliche Untersuchung
- Atemweg:
- EGRI !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715204448.png
- ggf. CT/HNO-Befund
- Auskultation von Herz und Lunge
- Beinödeme?
- Inspektion von Punktionsstellen bei Regionalanästhesie
Apparative Diagnostik
EKG und Biomarker
!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250715222301.png
Labor
- keine routinemäßige Laboruntersuchung
- Hb bei Eingriffen mit relevantem Blutungsrisiko (Transfusionswahrscheinlichkeit > 10 %)
- Kreatinin bei Eingriffen mit hohem eingriffsbezogenem Risiko
- Gerinnung bei Einnahme gerinnungsaktiver Medikation oder auffälliger Anamnese
- Blutzucker: bei bek. Diabetes mellitus
- Minimalstandard bei vermuteter Organerkrankung: !Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716131752.png
TTE
- nicht routinemäßig durchzuführen
- bei neu aufgetretenem Herzgeräusch und Symptomen
- bei Dyspnoe und/oder peripheren Ödemen PLUS erhöhtes NT-pro-BNP
Doppler-Sonographie der Halsgefäße
- bei Patienten mit Symptomen einer Carotisstenose in den letzten 6 Monaten
- ggf. Revaskularisierung vor einem elektiven Eingriff vorteilhaft
Bildgebende Ischämiediagnostik
-> Myokardszintigraphie, Stressechokardiographie
- durchzuführen bei hohem Eingriffsrisiko, eingeschränkter Belastbarkeit und hohem Patientenrisiko für eine KHK
- durchzuführen bei hohem Eingriffsrisiko + eingeschränkter Belastbarkeit + Z.n. PCI/ACVB
pulmonale Diagnostik
!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250716133626.png
Perioperativer Umgang mit Dauermedikation
| Kreislaufwirksame Pharmaka | |
|---|---|
| Betablocker | weitergeben |
| Calciumantagonisten | weitergeben |
| Diuretika | absetzen, Ausnahme: bei fortgeschr. chron. Niereninsuffizienz |
| ACE-Hemmer/AT1-Antagonisten | absetzen bei peripherer RA weitergeben weitergeben bei linksventr. Dysfunktion |
| Sacubitril/Valsartan | weitergeben |
| Ivabradin | weitergeben |
| Digitalis | weitergeben |
| Statine | weitergeben |
| Antidiabetika | |
|---|---|
| SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin) | Risiko: euglykäme Ketoazidose niedriges OP-Risiko -> 48 h Pause mittleres/hohes OP-Risiko -> 72 h Pause |
| GLP1-Analoga (Exenatid, Liraglutid o.ä.) | Risiko: verzögerte Magenentleerung, Aspiration kurzwirksam: 1 Tag vorher absetzen langwirksam: letzte Gabe > 7 Tage |
| Metformin | Risiko: Laktatazidose niedriges und mittleres Risiko: am Vorabend absetzen hohes Risiko: 48 h vorher absetzen KM-Gabe: 24-48 h vorher absetzen |
| Sulfonylharnstoffe, Glitazone, Gliptine | weitergeben |
| Insuline - konv. Therapie - intensivierte Insulintherapie - Langzeitinsulin |
50 % der Dosis am OP-Morgen am OP-Tag Basalinsulin ohne Bolusgabe ggf. Dosisreduktion um 50 % am Vorabend (hohes Hypoglykämierisiko, große OP) |
Gerinnungwirksame Medikation -> nach Aussage operative Fachdisziplin
| Psychopharmaka | |
|---|---|
| MAO-Hemmer - irreversibel - reversibel |
wenn möglich 14 d prä-OP absetzen. Falls nicht möglich: Kontraindikation für Pethidin, Tramadol, Akrinor (als CAVE auf dem Protokoll vermerken) am Vortag pausieren |
| Trizyklische Antidepressiva | weitergeben |
| SSRI/SNRI | weitergeben |
| Lithium | enge ther. Breite, Akkumulation bei Niereninsuff. kleinere Eingriffe: Pause am OP-Tag, Spiegelbestimmung empfehlen große Eingriffe: 72 h prä-OP pausieren, RS Neurologie/Spiegelbestimmung |
| Neuroleptika | weitergeben |
| Antikonvulsiva | weitergeben |
| Parkinsonmedikation | weitergeben |
| weitere Medikamente | |
|---|---|
| Corticosteroide | weitergeben, bei Dosis > Cushing-Schwelle -> Subtstitution perioperativ |
| Analgetika/Coanalgetika | weitergeben |
Periphere Regionalanästhesie
Dosierungen:
Maximaldosierungen beachten!
- peripherer Block (stationär)
- 30 ml Mepivacain 1 %
- 10 ml Ropivacain 0,5 %
- peripherer Block (ambulant)
- 40 ml Mepivacain 1 %
- zervikaler Plexus:
- 30 ml Ropivacain 0,375 % Beispiele:
- Femoralisblock: 10 -15 ml Lokalanästhetikum (lt. Nysora)
- Ax. Plexus: mind. 20 ml Mepivacain, 10 ml Ropivacain
- Dist. Ischiadicusblock: 20 ml Mepivacain, 10 ml Ropivacain
Nadeln:
- Single-shot: Sonoplex 50 mm/22 G oder 100 mm/22 G bei Blockadetiefe > 5 cm
- Katheter: SonoLong 50 mm/19 G oder 150 mm/19 G bei Blockadetiefe > 5 cm
Dokumentation:
- Sens./Motorik vor Punktion und post-OP (vor Entlassung AWR)
- Anlageort, RA mit US +/- Nervenstimulation, Desinfektion nach SOP, Punktion nach LA mit x ml Mepivacain 1 % , Nerven identifiziert, keine Parästhesien/Schmerzen, neg. Aspiration, Stimulationsstärke bei max. x mA (0,1 ms)
- Medikamente insgesamt
- Katheter: Fixierung bei x cm HN, Aspiration über Katheter negativ
- bei Katheter Anforderung Konsil Schmerzdienst und Anlage Schmerzdoku (Textbausteine)
PDK zur Geburt
Vorbereitung
- Aufklärung vorhanden?
- Gerinnungsanamnese, ggf. Labor
- gerinnungswirksame Medikamente?
- Kontraindikationen?
- i.v.-Zugang mind. 20 G
- EKG, RR, SpO2
Medikamente:
- Lokalanästhesie: Mepivacain 1 % 3-5 ml
- Mischung zum Aufspritzen und für den Perfusor: Ropivacain 0,1 % + Sufentanil 0,5 µg/ml
Durchführung
- Katheteranlage nach den Regeln der Kunst
- Aspirationsprobe ohne Filter
- Filter mit LA-Mischung durchspülen
- als "Testdosis" 3/2 ml der Ropivacain-Sufenta-Mischung geben, auf Symptome einer intrathekalen/intravasalen Katheterlage achten
- Katheter fixieren
- 5 ml Boli in Abständen von 5 Minuten, 2-3 x wiederholen (Gesamtvolumen 15-20 ml)
- Anschließen des Perfusors für PCEI, 6-10 ml/h
Probleme
- blutige Punktion: eine Höhe höher/tiefer punktieren
- blutige Aspiration: Katheter entfernen, keine Medikamentengabe! Ggf. Neupunktion auf gleicher Höhe
- Parästhesien/Schmerzen: Katheter zurückziehen
- Liquor aspirabel: Katheter entfernen, ggf. Punktion auf anderer Höhe
- max. 2 Punktionsversuche auf max. 2 Höhen, dann Info OA/FA
single-Shot Spinalanästhesie
- bei fortgeschrittener Geburt wenn PDK nicht mehr sinnvoll
- spinale Punktion wie zur SpA
- Gabe von 1,5 ml Ropivacain 0,1 % + 0,5 ml Sufentanil 5 µg/ml (Gesamtvolumen 2 ml)
PDK für operative Eingriffe
Indikationen:
!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250709154256.png
Kontraindikationen
!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250709154333.png
Vorgehen bei der Anlage des Katheters
- Anlage PDK nach den Regeln der Kunst, einführen bis Marke III am Nadelanfang
- Nadel entfernen Katheter auf HN + 4-5 cm ziehen
- Konnektor anschließen, Aspiration ohne Filter mit 2 ml-Spritze
- gespülten Filter konnektieren, Katheter fixieren und sichern
- fraktionierte (2 ml/3 ml) Gabe von 5 ml vorbereiteter PDK-Mischung (s.u.) als Testdosis
- PDK-Mischung: Ropivacain 0,4 % + Sufentanil 0,5 µg/ml (in 20 ml-Spritze)
Komplikationen bei der Durchführung
!Bilder und Anhänge/Pasted image 20250709154413.png
Intraoperatives Vorgehen
- zunächst fraktionierte Gabe von 5 ml der PDK-Mischung vor Hautschnitt
- wiederholte Gabe von jeweils 8-10 ml nach 1,5 -2 h
- wenn keine ausreichende Wirkung nach RS OA höhere Konzentration oder Opioid
- wenn vorbereitete Mischung aufgebraucht Anschluss Perfusor mit Laufrate 0,1 ml/kg/h und Ropivacain 0,2 % plus Sufentanil 0,5 µg/ml
Gerinnungsmanegement
Akute Blutung - Vorgehen
- Hilfe holen!
- Tranexamsäure 1 g als KI, 1g über 8 h (20 mg/kg)
- bei Hb < 6 mg/dl Beatmung mit 100 % Saurstoff
- Rahmenbedingungen optimieren
- Normothermie
- pH > 7,2
- Calcium hochnormal halten (> 1,1 mmol/l in der BGA) -> 20 ml Ca-Glukonat (= 2,26 mmol) als frakt. Bolus
- Fibrinogengabe empirisch 4 - 8 g (25-50 mg/kg)
- PPSB- Gabe empirisch (20-40 I.E/kg, min. 3600 I.E.)
- Labordiagnostik
- Blutbild
- Gerinnung
- Fibrinogen, F XIII
- TEG
Zielwerte:
- Hb > 9
- Fibrinogen >1,5 -2 g
- Thrombozyten > 100 000/µl bei Massivblutung, > 50 000 bei mäßiger Blutung
Weiteres:
FFPs:
- nur bei Massivtransfusion ab 8 EKs
- im Verhältnis EKs : FFPs 1:1 bis 1:2
- isolierter Faktor V/IX-Mangel -> 15-20 ml/kg
Faktor XIII:
- 30 I.E./kg -> 1250 I.E. pro Ampulle
Thrombozytenkonzentrate:
1 TK pro 4 EKs
Minirin (Desmopressin) -> verstärkte Adhäsion von Thrombozyten ans Gewebe, Freisetzung von Faktor VIII und vWF
- 0,4 µg/kg (1 Ampulle a 4 µg pro 10 kg KG) als KI
- bei ASS-Einnahme oder vW-Jürgens- Syndrom
- bei weiterbestehender Blutung trotz optimalem Gerinnungsmanegement an (erworbenes) vW-Syndrom denken
bei Marcumar PPSB:
- benötigte I.E. = (Ziel-Quick - Ist-Quick) / KG [kg]
bei NOAKs PPSB:
- 50 I.E./kg KG
- nicht bei Dabigatran -> Idarucicumab, 5 g
rFVIIa (NovoSeven)
- Ultima Ratio bei unstillbarer Blutung, 90 µg/kg
- Oberärztliche Entscheidung
Geriatrische Patienten in der UCH
Monitoring
- ab ASA III: art. Druckmessung vor Narkoseeinleitung
- strukturelle Herzerkrankung/KHK/relevante Vitien/EF > 35% : TTE durch Anästhesie zur groben Beurteilung der Pumpfunktion prä-OP, 3-L-ZVK
Narkoseführung:
- opioid-lastig, Einleitung z.B. Sufenta >/= 0,5 mg/kg + 0,5 mg/kg Propofol
- mit Ketamin: Sufenta >/= 0,5 µg/kg plus 1-2 mg/kg Ketanest S als Bolus
- Norperfusor laufen lassen
- Hb > 8 mg/dl
- Info OA bei Nor > 0,05 µg/kg/min
Postoperativ:
- ggf. AWR auch mit Arterie und ZVK, bei hämodyn. Stabilität im Verlauf Entfernung und Verlegung auf Station
Elektive Sectio
Kategorien
- Kat 1 Notsectio: Entbindung < 10 Minuten -> Allgemeinanästhesie
- Kat 2 Eilige Sectio: Entbindung < 30 Minuten
- Kat 3 Zügige Sectio Entbindung < 60 Minuten
- Kat 4 Ungeplante Sectio < 6 h
- Kat 5 Elektive Sectio
Präoperativ
- Blutgruppe und AKS
- EKs nur bei Placenta praevia/Plazentationsstörungen -> in Kühlbox im Saal, bei Nichtgebrauch zurückschicken
Elektive Allgemeinanästhesie
Einleitung:
- ohne Reflux -> mod. RSI (Rocuronium 0,6 mg/kg)
- mit Reflux -> RSI (Succinylcholin 0,5 - 0,7 mg/kg)
- mit Videolaryngoskop und unter Absaugbereitschaft
- Narkoseinduktion nach abgeschlossener OP-Vorbereitung (Abwaschen etc.)
- Freigabe unmittelbar bei erloschenen Schutzreflexen, vor Atemwegssicherung
- bei 2x gescheiterter Intubation Einlage LM
Narkoseaufrechterhaltung
- Sevofluran bis max. 1 MAC (MAC bei Schwangeren reduziert)
- unmittelbar nach Abnabelung Sufentanil-Gabe
Spinalanästhesie
-> Standardverfahren zur elektiven Sectio
Kontraindikationen:
Absolut:
➢ Ablehnung durch Schwangere trotz Risikoaufklärung ➢ Gerinnungsstörungen (Quick < 50%, PTT > 50 sec., Thrombozyten < 50 Tds/nl ➢ Infektionen an der Punktionsstelle
Relativ:
➢ Wirbelsäulendeformitäten ➢ Voroperationen an Wirbelsäule, neurologische Erkankungen, hier genaue Dokumentation der neurologischen Defizite präoperativ; Rücksprache mit OA
Besonderheiten:
➢ Plazenta praevia, Plazentationsstörung: Anlage einer SPA im Sitzen oder Linksseitenlage je nach möglicher mechanischer Kompression durch Kindskopf möglich, Rücksprache mit Geburtshelfer ➢ HELLP: SPA möglich, wenn Thrombozyten > 70 Tsd/nl und Laborwert nicht älter als 2 h (Cave: Beachte Dynamik des Thrombozytenabfalls!)
Durchführung
- Nadel: Sprotte 24 G/90 mm und 103 mm
- LA mit Mepivacain 1 %
- Mischung: 2 ml Bupivacain 0,5 % hyperbar + 1 ml Sufentanil 5 µg/ml, davon 2,4 ml - 3 ml
- angestrebte Blockadehöhe Th 5
- Cohydratation mit Jonosteril oder Gelafusal
- ggf. Gabe Akrinor
Periduralanästhesie
-> bei liegendem Katheter zur sekundären Sectio
- Aspirationstest!
- insgesamt 15-20 ml Ropivacain 0,75 % plus 10 µg Sufentanil -> 3-5 ml Ropivacain, 5 Minuten warten, dann den Rest
Nach Abnabelung:
- Antibiose mit Cefazolin 2g oder Clindamycin 600 mg
- 6 I.E. Oxytocin in 20 ml NaCl über 6 Minuten (200 ml/min)
- 8 mg Dexamethason i.v.
- APGAR und Nabelschnur-pH dokumentieren
nach OP-Ende
- postoperative Schmerztherapie anordnen:
- first-line: 600 mg Ibuprofen p.o. 1-1-1 und PCM 1000 mg p.o. 1-1-1
- second-line: Targin 5/2,5- 10/5 mg p.o. 1-0-1
- Rescue: Piritramid 3,75-7,5 mg i.v. als KI
- Übergabe an Hebamme, Dokumentation Name der Hebamme auf dem Protokoll
- Kopie Narkoseprotokoll für den Kreissaal
Apnoeische Oxygenierung
Patientengruppen
- EGRI >= 3
- RSI
- vorbestehende resp. Insuffizienz
- Kinder unter 6 Jahren
- verminderte FRC (Schwangere, Adipositas)
- Intensivstation
Vorgehen
- O2-Brille mit 6 l/min
- Präoxygenierung und Narkoseinduktion
- bei Apnoe O2 auf 15 l/min