Anästhesie bei Begleiterkrankungen

kardial implantierte elektronische Geräte

Quelle: Update zum perioperativen Umgang mit kardial implantierten elektronischen Geräten | Die Anaesthesiologie | Springer Nature Link

intraoperative Komplikationen

elektromagnetische Interferenzen v.a. bei monopolarem Kautern

Oversensing

Fehlerhafte Wahrnehmung von extra- oder intrakardialen Signalen als Vorhof- oder Ventrikelaktivität, was zu inadäquater Therapieabgabe (im Falle eines ICD) oder -unterdrückung führen kann.

Undersensing

Unzureichende Wahrnehmung intrakardialer elektrischer Signale, obwohl diese im Myokard auftreten.

Exit Block

Die Reizschwelle steigt derart an, dass auf abgegebene Stimulationsimpulse keine adäquate Reizantwort mehr erfolgt.

Umprogrammierung

Magnetauflage

Management von Komplikationen

Magnetauflage

Bradykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

Tachykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

(Inadäquate) Schockabgabe durch ICD

Stillzeit

Stillende Patientin

Definition und Mechanismen

Anästhetika und Muttermilch

Anästhesiemanagement

!Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202317.png !Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202325.png

Empfohlene Lektüre

Schwangerschaft

#Begleiterkrankung #Schwangerschaft

Links: SOP elektive Sectio, SOP PDK zur Geburt

Physiologische Veränderungen

Organsystem physiologische Veränderungen
respiratorisch - Sauerstoffverbrauch (+20%)
- alveoläre Ventilation (+50%)
- Atemfrequenz (+15%)
- Atemzugvolumen (+40%)
- FRC (−20%)
- paO2 (+10%)
- paCO2 (−20%)
kardiovaskulär - Herzzeitvolumen (+50%)
- Herzfrequenz (+20%)
- Schlagvolumen (+35%)
- systemischer Gefäßwiderstand (–20%)
hämatologisch-hämostaseologisch - Blutvolumen (+50%)
- Erythrozytenvolumen (+)
- Plasmavolumen (+)
- Fibrinogen (+)
- Faktor VII, VIII, IX, vWF (+)
- Plasminogen (+)
- Protein C, S (−)
renal - glomeruläre Filtrationsrate (+)
- renaler Plasmafluss (+)
- Osmolalität (−)

[!warning] Merke Aufgrund der erniedrigten FRC und des erhöhten Sauerstoffverbrauchs haben Schwangere während der Narkoseeinleitung eine verminderte Apnoetoleranz.

[!NOTE] Gerinnung Bei einer sorgfältig durchgeführten und dann unauffälligen Schwangerschafts- und Blutungsanamnese sind keine Laboruntersuchungen zur Gerinnung vor rückenmarknahen Regionalanästhesieverfahren erforderlich.

Rechtliches

Generell ist eine Frau auch unter der Geburt aufklärungsfähig, wenn sie in der Lage ist, der Aufklärung zu folgen und die Tragweite ihrer Entscheidung einzuschätzen. Es ist eine ärztliche Abwägung, ob die Patientin aufklärungsfähig ist. Auch wenn die Schwangere bei der Aufklärung im Kreißsaal – z. B. infolge der belastenden Wehentätigkeit – nur als eingeschränkt aufnahmefähig eingeschätzt wird, macht die Rechtsprechung keine besonders strengen Vorgaben. Erleichternd ist in solchen Situationen, wenn eine medizinische Indikationsstellung für das Regionalanästhesieverfahren, z. B. basierend auf der Einschätzung eines Geburtshelfers, vorliegt. Das Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt (2014) weist darauf hin: Wenn die Mutter unter der Geburt nicht mehr über das Legen einer PDA entscheiden kann, ist für die Rechtfertigung des Eingriffs der mutmaßliche Wille der Patientin ausschlaggebend.

geburtshilfliche Analgesie

[!info] Merke Die neuroaxiale Analgesie gilt unabhängig von der Weite des Muttermundes als Goldstandard bei der Linderung des Wehenschmerzes.

geburtshilfliche Anästhesie

Allgemeinanästhesie

Narkoseeinleitung

Hypnotika

[!warning] Merke Zur Awareness Vermeidung ausreichende Dosierung wichtig!

Lagerung

Spinalanästhesie

[!info] Praxistipp Die S1-Leitlinie empfiehlt zur Anlage einer Spinalanästhesie

Eine mögliche Kombination in der täglichen Praxis sind 8–10 mg (1,8–2 ml) Bupivacain 0,5% hyperbar und 5 µg Sufentanil.

Periduralanästhesie

[!info] Praxistipp Ausschluss Katheterfehllage

Vor dem „Aufspritzen“ einer PDA sollte, wenn die Zeit ausreicht, eine intrathekale oder intravasale Fehllage ausgeschlossen werden. Bei einem negativen Aspirationstest mit direkt am Katheter aufgesetzter Spritze zum Ausschluss von Fehllagen eignet sich eine Testdosis von 40 mg Lidocain. Alternativ erfolgt die Gabe einer ersten kleinen Fraktion des Lokalanästhetikums, das für das Aufspritzen (Wirkdosis) intendiert ist, z. B.

Quellen: https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074_2023_10#/10.1055-a-2043-4329

Nikotinabusus

Der Verzicht auf Zigarettenrauchen für 48 h vor der Operation normalisiert lediglich die Konzentration von CO-Hb im Blut, die Zilienfunktion und Mukusproduktion sind frühestens nach 6- bis 8-wöchiger Abstinenz normal oder erholen sich auch langfristig nicht mehr.

Myasthenia Gravis

#Begleiterkrankung

Definition

Probleme

Maligne Hyperthermie

Definition und Pathophysiologie

Lebensbedrohliches Krankheitsbild das durch Triggerfaktoren (volatile Anästhestika, Succinycholin) ausgelöst wird. Es kommt zu unkontrollierten Calciumauschüttung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum und somit zur Stoffwechselentgleisung mit Hyperkaliämie, CK-Erhöhung, Nierenversagen, metaboischer Azidose.

Symptome

Frühsymptome

Spätsymptome

Therapie

Herzfehler

funktionelle Kategorien

Richtung des Shunts für klinische Präsentation entscheidend. Richtung kann sich nach Narkoseinleitung und bei positiver Druckbeatmung umkehren.

Herzfehler

VSD, ASD, AVSD

Ventrikel-, Vorhof- und kombinierte Septum defekt führen zu einem Links-rechts Shunts. Im Verlauf auftreten einer pulmonal arteriellen Hypertonie mit ggf. Flussumkehr (Eisenmengerreaktion). Beim VSD früher und agsepärgter als beim ASD.

Fallot-Tetralogie

Es besteht primär ein Rechts-links Shunt. Häufigstes zyanotisches Vitium.

  1. VSD
  2. Darüber "reitende Aorta"
  3. Rechtsventrikuläre Ausflusstraktobstruktion (ggf. Valvuläre Pulmonalstenose)
  4. Rechtsventrikuläre Hypertrophie

[!caution] CAVE Abfall des SVR (z.B. Narkoseeinleitung) oder Zunahme des PVR (Stress, Schreien etc) kann ein lebensbedrohlicher hypoxämer Anfall ausgelöst werden.

[!important] Keypoints

  1. Volumenstatus ausgeglichen
  2. PVR, Ausflusstraktobstruktion reduzieren
  3. SVR stabil halten
    • Notfall: abdominelle Kompression, Knie-Brust-Position

Duktusabhängige Herzfehler

Bei verschiedenen Herzfehlern ist entweder die systemische oder pulmonale Perfusion vom Ductus arteriosus botalli abhängig. Dieser muss mittels Prostaglandin Infusion offen gehalten werden.

[!caution] Katecholamine und Sauerstoff tragen nur wenig zur Verbesserung bei! Nur schnelle Intervention hilft:

univentrikuläre Herzen, Glenn- und Fontanezirkulation

[!note] Keypoints

anästhesiologisches Management

[!note] Merke Der Einfluss auf die Gefäßwiderstände ist entscheidend für das hämodynamische Management. PVR und SVR können medikamentös und über die Beatmung beeinflusst werden.

Erwachsene mit Herzfehlern (EMAH)

Einteilung in 3 Gruppen

  1. Geringste Komplexität
    • Einfache korrigierte wie unkorrigierte Herzfehler wie ASD oder kleiner VSD
    • nur minimale Kreislaufschwankungen unter Allgemeinanästhesie zu erwarten
  2. Korrigierte Herzfehler mit normaler Hämodynamik
    • auf Grund jahrelanger Druck- und Volumenbelastung mit residuellen Läsionen wird eine Narkoseeinleitung und Volumenänderungen nicht gut toleriert.
    • interdisziplinär abgestimtes perioperatives Management
  3. Univentrikuläre Kreislaufsituation
    • Überweisung in EMAH-Zentrum
  4. Zyanose, Eisenmenger-Reaktion, pAH
    • Höchstrisikogruppe --> EMAH-Zentrum

Anästhesie bei pulmonal arterielle Hypertonie

#Begleiterkrankung

Anästhesie bei Mitralklappeninsuffizienz

#Begleiterkrankung #Vitien

Anästhesie bei Hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen (HES)

#Schwangerschaft #Notfall

Eklamptischer Anfall

Hypertensiver Notfall

Medikament Dosierung
Urapidil 5-10 mg i.v., ggf. wiederholen
Nifedipin 5 mg p.o., ggf. nach 20 min wiederholen
Dihydralazin 5 mg iv., ggf. nach 20 min wiederholen
Bei gleichzeitig bestehender Herzinsuffizienz/Lungenödem ggf. 10-20 mg Furosemid i.v. und/oder 0,4-0,8 mg Nitroglycerin s.l.

HELLP-Syndrom

Typisches Labor:

mögliche zusätzliche Klinik

Oberbauchschmerzen, Hypertonie, Übelkeit/ Erbrechen, Kopfschmerzen, Visusstörungen, Ikterus

[!warning] CAVE! Unspezifischer Verlauf. Unter Umständen sehr schnelle Exazerbation. Leberruptur, (intrazerebrale) Blutungen, DIC, Multiorganversagen möglich! Hohe Morbidität und Mortalität

Analgesie und Anästhesie bei HES

[!NOTE] Allgemeinanästhesie Bolus von 0,5 - 1 µg/kg Remifentanil und ggf. 2 g Magnesiumsulfat als Kurzinfusion falls keine Vorbehandlung

[!warning] Cave! Hämodynamische Stabilisierung vor Anästhesiebeginn anstreben! Ggf. überhöhte RR-Werte senken und weiteren RR-Anstieg unter Laryngoskopie und Hautschnitt (Gefahr der ICB!) durch Einsatz von Antihypertensiva und/oder Opioiden bereits zur Einleitung vermeiden!

Quelle: Greve, Susanne, P. Kranke, U. Pecks, D. Schlembach, und T. Girard. „Die neue S2k-Leitlinie ‚Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES): Diagnostik und Therapie‘ – Was müssen AnästhesistInnen wissen?“ Die Anaesthesiologie 74, Nr. 7 (2025): 446–52. https://doi.org/10.1007/s00101-025-01542-5.

Anästhesie bei Aortenklappenstenose

#Begleiterkrankung #Vitien

Narkoseführung

Parameter (Patho)physiologie Anästhesiologisches Vorgehen
Herzrhythmus und -frequenz Der atrialen Ventrikelfüllung kommt bei diastolischer Dysfunktion ein Anteil bis zu 40 % zu, der bei unkoordinierter Aktion von Vorhof und Kammer verloren geht. Tachykardien können durch die Verkürzung der Diastole zu einer eingeschränkten Myokardperfusion führen Erhalt eines niedrig-normalfrequenten Sinusrhythmus
Blutdruck Eine Hypotension führt zu einer eingeschränkten Myokardperfusion. Eine Hypertension führt zu einem erhöhtem Sauerstoffbedarf des Myokards. Beide Zustände können Herzrhythmusstörungen oder Ischämien bedingen Erhalt des präoperativen Blutdrucks (Abweichung bis maximal −20 % tolerieren), Narkoseeinleitung ggf. nach Anlage einer kontinuierlichen Blutdruckmessung sowie unter laufendem Norepinephrinperfusor
Inotropie Ein Verlust der Kontraktilität kann den Auswurf des Ventrikels beeinträchtigen und zu einer Dekompensation führen. Eine Steigerung der Inotropie steigert den Sauerstoffverbrauch und kann bei septaler Hypertrophie ggf. eine subvalvuläre Stenose triggern Cave: Bei der Anwendung von stark negativ-inotrop wirkenden Medikamenten (z. B. β‑Blockern). Vorsichtig titrierter Einsatz bei positiv-inotropen Medikamenten (z. B. Adrenalin), ggf. Echokardiographie
Volumenstatus Bei diastolischer Dysfunktion ist eine adäquate ventrikuläre Vorlast zur ausreichenden Füllung der Kammer erforderlich Einsatz von Echokardiographie zu Evaluation und Optimierung des Volumenstatus. Vermeidung unnötig langer Nüchternzeite

Vermeide

Erhalte

Monitoring

Anästhesie bei Aortenklappenstenose

#Begleiterkrankung #Vitien

Narkoseführung

Parameter (Patho)physiologie Anästhesiologisches Vorgehen
Herzrhythmus und -frequenz Der atrialen Ventrikelfüllung kommt bei diastolischer Dysfunktion ein Anteil bis zu 40 % zu, der bei unkoordinierter Aktion von Vorhof und Kammer verloren geht. Tachykardien können durch die Verkürzung der Diastole zu einer eingeschränkten Myokardperfusion führen Erhalt eines niedrig-normalfrequenten Sinusrhythmus
Blutdruck Eine Hypotension führt zu einer eingeschränkten Myokardperfusion. Eine Hypertension führt zu einem erhöhtem Sauerstoffbedarf des Myokards. Beide Zustände können Herzrhythmusstörungen oder Ischämien bedingen Erhalt des präoperativen Blutdrucks (Abweichung bis maximal −20 % tolerieren), Narkoseeinleitung ggf. nach Anlage einer kontinuierlichen Blutdruckmessung sowie unter laufendem Norepinephrinperfusor
Inotropie Ein Verlust der Kontraktilität kann den Auswurf des Ventrikels beeinträchtigen und zu einer Dekompensation führen. Eine Steigerung der Inotropie steigert den Sauerstoffverbrauch und kann bei septaler Hypertrophie ggf. eine subvalvuläre Stenose triggern Cave: Bei der Anwendung von stark negativ-inotrop wirkenden Medikamenten (z. B. β‑Blockern). Vorsichtig titrierter Einsatz bei positiv-inotropen Medikamenten (z. B. Adrenalin), ggf. Echokardiographie
Volumenstatus Bei diastolischer Dysfunktion ist eine adäquate ventrikuläre Vorlast zur ausreichenden Füllung der Kammer erforderlich Einsatz von Echokardiographie zu Evaluation und Optimierung des Volumenstatus. Vermeidung unnötig langer Nüchternzeite

Vermeide

Erhalte

Monitoring

Anästhesie bei Hypertensiven Schwangerschaftserkrankungen (HES)

#Schwangerschaft #Notfall

Eklamptischer Anfall

Hypertensiver Notfall

Medikament Dosierung
Urapidil 5-10 mg i.v., ggf. wiederholen
Nifedipin 5 mg p.o., ggf. nach 20 min wiederholen
Dihydralazin 5 mg iv., ggf. nach 20 min wiederholen
Bei gleichzeitig bestehender Herzinsuffizienz/Lungenödem ggf. 10-20 mg Furosemid i.v. und/oder 0,4-0,8 mg Nitroglycerin s.l.

HELLP-Syndrom

Typisches Labor:

mögliche zusätzliche Klinik

Oberbauchschmerzen, Hypertonie, Übelkeit/ Erbrechen, Kopfschmerzen, Visusstörungen, Ikterus

[!warning] CAVE! Unspezifischer Verlauf. Unter Umständen sehr schnelle Exazerbation. Leberruptur, (intrazerebrale) Blutungen, DIC, Multiorganversagen möglich! Hohe Morbidität und Mortalität

Analgesie und Anästhesie bei HES

[!NOTE] Allgemeinanästhesie Bolus von 0,5 - 1 µg/kg Remifentanil und ggf. 2 g Magnesiumsulfat als Kurzinfusion falls keine Vorbehandlung

[!warning] Cave! Hämodynamische Stabilisierung vor Anästhesiebeginn anstreben! Ggf. überhöhte RR-Werte senken und weiteren RR-Anstieg unter Laryngoskopie und Hautschnitt (Gefahr der ICB!) durch Einsatz von Antihypertensiva und/oder Opioiden bereits zur Einleitung vermeiden!

Quelle: Greve, Susanne, P. Kranke, U. Pecks, D. Schlembach, und T. Girard. „Die neue S2k-Leitlinie ‚Hypertensive Erkrankungen in der Schwangerschaft (HES): Diagnostik und Therapie‘ – Was müssen AnästhesistInnen wissen?“ Die Anaesthesiologie 74, Nr. 7 (2025): 446–52. https://doi.org/10.1007/s00101-025-01542-5.

Anästhesie bei Mitralklappeninsuffizienz

#Begleiterkrankung #Vitien

Anästhesie bei pulmonal arterielle Hypertonie

#Begleiterkrankung

Herzfehler

funktionelle Kategorien

Richtung des Shunts für klinische Präsentation entscheidend. Richtung kann sich nach Narkoseinleitung und bei positiver Druckbeatmung umkehren.

Herzfehler

VSD, ASD, AVSD

Ventrikel-, Vorhof- und kombinierte Septum defekt führen zu einem Links-rechts Shunts. Im Verlauf auftreten einer pulmonal arteriellen Hypertonie mit ggf. Flussumkehr (Eisenmengerreaktion). Beim VSD früher und agsepärgter als beim ASD.

Fallot-Tetralogie

Es besteht primär ein Rechts-links Shunt. Häufigstes zyanotisches Vitium.

  1. VSD
  2. Darüber "reitende Aorta"
  3. Rechtsventrikuläre Ausflusstraktobstruktion (ggf. Valvuläre Pulmonalstenose)
  4. Rechtsventrikuläre Hypertrophie

[!caution] CAVE Abfall des SVR (z.B. Narkoseeinleitung) oder Zunahme des PVR (Stress, Schreien etc) kann ein lebensbedrohlicher hypoxämer Anfall ausgelöst werden.

[!important] Keypoints

  1. Volumenstatus ausgeglichen
  2. PVR, Ausflusstraktobstruktion reduzieren
  3. SVR stabil halten
    • Notfall: abdominelle Kompression, Knie-Brust-Position

Duktusabhängige Herzfehler

Bei verschiedenen Herzfehlern ist entweder die systemische oder pulmonale Perfusion vom Ductus arteriosus botalli abhängig. Dieser muss mittels Prostaglandin Infusion offen gehalten werden.

[!caution] Katecholamine und Sauerstoff tragen nur wenig zur Verbesserung bei! Nur schnelle Intervention hilft:

univentrikuläre Herzen, Glenn- und Fontanezirkulation

[!note] Keypoints

anästhesiologisches Management

[!note] Merke Der Einfluss auf die Gefäßwiderstände ist entscheidend für das hämodynamische Management. PVR und SVR können medikamentös und über die Beatmung beeinflusst werden.

Erwachsene mit Herzfehlern (EMAH)

Einteilung in 3 Gruppen

  1. Geringste Komplexität
    • Einfache korrigierte wie unkorrigierte Herzfehler wie ASD oder kleiner VSD
    • nur minimale Kreislaufschwankungen unter Allgemeinanästhesie zu erwarten
  2. Korrigierte Herzfehler mit normaler Hämodynamik
    • auf Grund jahrelanger Druck- und Volumenbelastung mit residuellen Läsionen wird eine Narkoseeinleitung und Volumenänderungen nicht gut toleriert.
    • interdisziplinär abgestimtes perioperatives Management
  3. Univentrikuläre Kreislaufsituation
    • Überweisung in EMAH-Zentrum
  4. Zyanose, Eisenmenger-Reaktion, pAH
    • Höchstrisikogruppe --> EMAH-Zentrum

Maligne Hyperthermie

Definition und Pathophysiologie

Lebensbedrohliches Krankheitsbild das durch Triggerfaktoren (volatile Anästhestika, Succinycholin) ausgelöst wird. Es kommt zu unkontrollierten Calciumauschüttung aus dem sarkoplasmatischen Retikulum und somit zur Stoffwechselentgleisung mit Hyperkaliämie, CK-Erhöhung, Nierenversagen, metaboischer Azidose.

Symptome

Frühsymptome

Spätsymptome

Therapie

Myasthenia Gravis

#Begleiterkrankung

Definition

Probleme

Nikotinabusus

Der Verzicht auf Zigarettenrauchen für 48 h vor der Operation normalisiert lediglich die Konzentration von CO-Hb im Blut, die Zilienfunktion und Mukusproduktion sind frühestens nach 6- bis 8-wöchiger Abstinenz normal oder erholen sich auch langfristig nicht mehr.

Schwangerschaft

#Begleiterkrankung #Schwangerschaft

Links: SOP elektive Sectio, SOP PDK zur Geburt

Physiologische Veränderungen

Organsystem physiologische Veränderungen
respiratorisch - Sauerstoffverbrauch (+20%)
- alveoläre Ventilation (+50%)
- Atemfrequenz (+15%)
- Atemzugvolumen (+40%)
- FRC (−20%)
- paO2 (+10%)
- paCO2 (−20%)
kardiovaskulär - Herzzeitvolumen (+50%)
- Herzfrequenz (+20%)
- Schlagvolumen (+35%)
- systemischer Gefäßwiderstand (–20%)
hämatologisch-hämostaseologisch - Blutvolumen (+50%)
- Erythrozytenvolumen (+)
- Plasmavolumen (+)
- Fibrinogen (+)
- Faktor VII, VIII, IX, vWF (+)
- Plasminogen (+)
- Protein C, S (−)
renal - glomeruläre Filtrationsrate (+)
- renaler Plasmafluss (+)
- Osmolalität (−)

[!warning] Merke Aufgrund der erniedrigten FRC und des erhöhten Sauerstoffverbrauchs haben Schwangere während der Narkoseeinleitung eine verminderte Apnoetoleranz.

[!NOTE] Gerinnung Bei einer sorgfältig durchgeführten und dann unauffälligen Schwangerschafts- und Blutungsanamnese sind keine Laboruntersuchungen zur Gerinnung vor rückenmarknahen Regionalanästhesieverfahren erforderlich.

Rechtliches

Generell ist eine Frau auch unter der Geburt aufklärungsfähig, wenn sie in der Lage ist, der Aufklärung zu folgen und die Tragweite ihrer Entscheidung einzuschätzen. Es ist eine ärztliche Abwägung, ob die Patientin aufklärungsfähig ist. Auch wenn die Schwangere bei der Aufklärung im Kreißsaal – z. B. infolge der belastenden Wehentätigkeit – nur als eingeschränkt aufnahmefähig eingeschätzt wird, macht die Rechtsprechung keine besonders strengen Vorgaben. Erleichternd ist in solchen Situationen, wenn eine medizinische Indikationsstellung für das Regionalanästhesieverfahren, z. B. basierend auf der Einschätzung eines Geburtshelfers, vorliegt. Das Oberlandesgericht des Landes Sachsen-Anhalt (2014) weist darauf hin: Wenn die Mutter unter der Geburt nicht mehr über das Legen einer PDA entscheiden kann, ist für die Rechtfertigung des Eingriffs der mutmaßliche Wille der Patientin ausschlaggebend.

geburtshilfliche Analgesie

[!info] Merke Die neuroaxiale Analgesie gilt unabhängig von der Weite des Muttermundes als Goldstandard bei der Linderung des Wehenschmerzes.

geburtshilfliche Anästhesie

Allgemeinanästhesie

Narkoseeinleitung

Hypnotika

[!warning] Merke Zur Awareness Vermeidung ausreichende Dosierung wichtig!

Lagerung

Spinalanästhesie

[!info] Praxistipp Die S1-Leitlinie empfiehlt zur Anlage einer Spinalanästhesie

Eine mögliche Kombination in der täglichen Praxis sind 8–10 mg (1,8–2 ml) Bupivacain 0,5% hyperbar und 5 µg Sufentanil.

Periduralanästhesie

[!info] Praxistipp Ausschluss Katheterfehllage

Vor dem „Aufspritzen“ einer PDA sollte, wenn die Zeit ausreicht, eine intrathekale oder intravasale Fehllage ausgeschlossen werden. Bei einem negativen Aspirationstest mit direkt am Katheter aufgesetzter Spritze zum Ausschluss von Fehllagen eignet sich eine Testdosis von 40 mg Lidocain. Alternativ erfolgt die Gabe einer ersten kleinen Fraktion des Lokalanästhetikums, das für das Aufspritzen (Wirkdosis) intendiert ist, z. B.

Quellen: https://eref.thieme.de/ejournals/1439-1074_2023_10#/10.1055-a-2043-4329

Stillzeit

Stillende Patientin

Definition und Mechanismen

Anästhetika und Muttermilch

Anästhesiemanagement

!Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202317.png !Anästhesie/Anästhesie bei Begleiterkrankungen/Bilder und Anhänge/Pasted image 20251031202325.png

Empfohlene Lektüre

kardial implantierte elektronische Geräte

Quelle: Update zum perioperativen Umgang mit kardial implantierten elektronischen Geräten | Die Anaesthesiologie | Springer Nature Link

intraoperative Komplikationen

elektromagnetische Interferenzen v.a. bei monopolarem Kautern

Oversensing

Fehlerhafte Wahrnehmung von extra- oder intrakardialen Signalen als Vorhof- oder Ventrikelaktivität, was zu inadäquater Therapieabgabe (im Falle eines ICD) oder -unterdrückung führen kann.

Undersensing

Unzureichende Wahrnehmung intrakardialer elektrischer Signale, obwohl diese im Myokard auftreten.

Exit Block

Die Reizschwelle steigt derart an, dass auf abgegebene Stimulationsimpulse keine adäquate Reizantwort mehr erfolgt.

Umprogrammierung

Magnetauflage

Management von Komplikationen

Magnetauflage

Bradykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

Tachykarder Puls + Symptomatik / Instabilität

(Inadäquate) Schockabgabe durch ICD